Harald Krassnitzer

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Harald Krassnitzer bei Voices for Refugees in Wien (2015)

Harald Krassnitzer (* 10. September 1960 in Grödig bei Salzburg) ist ein österreichischer Schauspieler und Moderator. Bekannt wurde er durch die Titelrolle des Dr. Justus Hallstein in der ZDF-Serie Der Bergdoktor und die Rolle des Tatort-Kommissars Moritz Eisner, die er seit 1999 verkörpert.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Künstlerische Laufbahn[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Harald Krassnitzer mit Adele Neuhauser bei der Grimme-Preisverleihung 2014
Ann-Kathrin Kramer und Harald Krassnitzer (Romyverleihung 2008 in Wien)

Harald Krassnitzer wuchs in Grödig im Salzburger Land auf. Sein Vater war Schlosser, seine Mutter arbeitete in einer Süßwarenfabrik. Im Alter von zehn Jahren hatte er in einem Hirtenspiel seinen ersten Bühnenauftritt.[1]

Nach der Matura absolvierte Krassnitzer neben einer Lehre zum Speditionskaufmann seine Schauspielausbildung an der Elisabethbühne in Salzburg, wo er von 1984 bis 1988 engagiert war.[1] Danach spielte er zwei Jahre lang am Schauspielhaus Graz. Für jeweils ein Jahr hatte er am Wiener Volkstheater und am Saarländischen Staatstheater in Saarbrücken ein Engagement. Er wirkte er in Bühnenstücken, wie in Henrik Ibsens Peer Gynt, Heiner Müllers Die Hamletmaschine, SophoklesKönig Ödipus, Johann Wolfgang von Goethes Faust I und Faust II oder Friedrich Schillers Die Räuber.[1]

1993 gab Krassnitzer sein Fernsehdebüt in der Fernsehserie Die Oase, in der er die Rolle des Dieter Krause übernahm. 1996 übernahm er dann seine erste feste Serienrolle in der ZDF-Serie Der Bergdoktor, wo er bis 2005 den Dr. Justus Hallstein verkörperte. In Miguel Alexandres Filmdrama Der Pakt – Wenn Kinder töten (1996) gab er in der Rolle des Familienvaters Dieter Koll, der seinen Sohn 15-jährigen Sohn Nikolas (Daniel Brühl) sexuell missbraucht, sein Filmdebüt. 1998 war er in dem Sat.1-Thriller Hurenmord – Ein Priester schweigt erstmals an der Seite von Ann-Kathrin Kramer, die seine Filmschwester spielte, in der Titelrolle des Priesters Thomas Fauser zu sehen, der aufgrund seines Beichtgeheimnis zulassen muss, dass ein Falscher für einen Mord hinter Gittern sitzt. Seit 1999 ist er in der Tatort-Reihe als Ermittler Moritz Eisner für den ORF im Einsatz, teils allein, teils mit wechselnden Kollegen. In den Jahren 2000 und 2008 bekam er die Romy als „Beliebtester Seriendarsteller“ verliehen. Seit seinem 24. Fall arbeitet er mit der von Adele Neuhauser dargestellten Bibi Fellner zusammen. 2014 bekamen sie für ihre in der Folge Angezählt gezeigte schauspielerische Leistung den Grimme-Preis verliehen.

2001 spielte er in dem ARD-Fernsehfilm Allein unter Männern den Reitstall-Besitzer Bernhard Bausch, in den sich in die junge Tierärztin Dr. Tana Fechner (Ann-Kathrin Kramer) verliebt. In Jo Baiers deutsch-österreichischen Fernsehfilm Stauffenberg (2004) spielte er den deutschen General der Nachrichtentruppe und Widerstandskämpfer des 20. Juli 1944 Erich Fellgiebel. Von 2005 bis 2009 agierte er in der österreichischen Fernsehserie Der Winzerkönig in der Hauptrolle des aus Rust stammenden Weinbauerssohn Thomas Stickler, der das Gut seines verstorbenen Vaters übernehmen muss und bis zur Firmenverlegung als Produktionschef bei einer Frankfurter High-Tech-Firma tätig war. Ende Dezember 2008 war er in dem ZDF-Kriminalfilm Marie Brand und der Charme des Bösen in der Rolle des skrupellosen Anwalt Dr. Ulf Tilmann zu sehen. Dieter Wedel besetzte ihn für seinen Zweiteiler Gier in der Rolle des Hajo Novak. In dem dreizehnten Film der Filmreihe Das Traumhotel, Chiang Mai (2010), übernahm er als Holger Rückert, der nach einem Tauchgang im thailändischen Chiang Mai von seiner Frau Susanne (Ann-Kathrin Kramer) vermisst wird, eine Episodenhauptrolle. In dem österreichisch-deutschen Fernsehfilm Der Wettbewerb (2012) war er als Ölmanager Hubert Fischbach ein weiteres Mal an der Seite seiner Frau zu sehen. 2013 übernahm er in der dreizehnteiligen österreichischen Familienserie Paul Kemp – Alles kein Problem die Rolle des titelgebenden Mediator. In Lars Beckers Kriminalfilm Meine fremde Frau verkörperte er an der Seite von Ursula Strauss den Staatsanwalt Bruno Hofer. 2016 war im österreichischem Landkrimi in den zwei Folgen Drachenjungfrau (als Bürgermeister Erlinger) und Höhenstraße (Cameo als Moritz Eisner) zu sehen. Von 2016 bis 2017 war er gemeinsam mit Ann-Kathrin Kramer in der von der ARD neu eingeführten Filmreihe Eltern allein zu Haus als Ehepaar Schröder zu sehen. In dem ARD-Fernsehfilm Hochzeit in Rom (2017) war er als Vater des aus Köln stammenden Architekten Max Hauser zu sehen, der sich in die attraktive Kellnerin Bianca D’Arcadia aus Rom verliebt hat.[2]

Ende Januar 2020 wurde bekannt, dass Krassnitzer im Winterspecial der mit Hans Sigl im Jahr 2008 neu aufgelegten Serie Der Bergdoktor als Rupert Althammer für einen Cameoauftritt vor der Kamera steht.[3] Im April 2020 sah man ihn in der Folge Kleine Fälle der ZDF-Comedyserie Über Land als Richter Hans Bachleitner.

Er ist Mitinhaber des Unternehmens Blinklicht, einer Produktionsfirma für Mobiles Fernsehen, die er in Wien mit zwei Jugendfreunden gründete.

Krassnitzer betätigt sich auch als Moderator. In der Licht-ins-Dunkel-Gala 1998 agierte er neben Peter Rapp als Co-Moderator. Im Sommer 1999 präsentierte Krassnitzer mit der Filmreihe Wunderland eine persönliche Liebeserklärung an Österreich, in der er seine Lieblingsmusik und seine Lieblingsgegenden vorstellte. Seit 2014 moderiert er gemeinsam mit Sonja Weissensteiner die ORF-Vorweihnachtssendung Zauberhafte Weihnacht im Land der Stillen Nacht.

Engagement[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Krassnitzer zeigt gemeinsam mit Ann-Kathrin Kramer ehrenamtliches Engagement für den Verein Dunkelziffer, der sich für sexuell missbrauchte Kinder einsetzt. Darüber hinaus engagiert er sich für das Hilfswerk Austria International und für die Opferschutzorganisation Weißer Ring. Für den sozialen Verein war er 2016 im Rahmen einer Kampagne gemeinsam mit anderen Tatort-Darstellern auf Plakaten[4] und in Interviews[5] zu sehen.

Harald Krassnitzer ist Sozialdemokrat und unterstützt regelmäßig Kampagnen der SPÖ.[1]

Privates[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seit dem Jahr 1999 ist er mit der deutschen Schauspielerin Ann-Kathrin Kramer, die er bei den Dreharbeiten von Hurenmord – Ein Priester schweigt kennenlernte[6], zusammen.[7] Am 7. Juli 2009 heiratete das Paar nach zehn Jahren Beziehung auf einem Schiff auf der Donau in der Wachau.[8][9] Sie leben gemeinsam in Wuppertal und in Krassnitzers Wahlheimat Mieming in Tirol.[10][11]

Werke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Theater[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Filmografie (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hörspiele[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Publikationen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 2019: Raunächte: Wunderbares für eine besondere Zeit, Residenz-Verlag, Salzburg 2019, ISBN 978-3-7017-1725-5

Auszeichnungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Harald Krassnitzer – Sammlung von Bildern

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b c d Harald Krassnitzer – Biografie bei prosieben.de. Abgerufen am 22. Mai 2013.
  2. Das Erste: "Hochzeit in Rom" (AT): Dreharbeiten in Italien mit Harald Krassnitzer und Ann-Kathrin Kramer für eine romantische ARD-Degeto-Komödie vom 12. Oktober 2016 auf presseportal.de
  3. Der Bergdoktor: Harald Krassnitzer kehrt zurück vom 30. Januar 2020 auf Stern.de.
  4. Harald Krassnitzer | WEISSER RING e. V. Abgerufen am 27. Juli 2017.
  5. WEISSER RING: Statement von Fernsehkommissar Harald Krassnitzer. 19. September 2016, abgerufen am 27. Juli 2017.
  6. Hurenmord – Ein Priester schweigt Inhalt und Filmkritik bei tvspielfilm.de
  7. Ehebruch-Drama bei Wetten, dass..? In: B.Z., Online-Ausgabe vom 28. Januar 2006.
  8. Krassnitzer/Kramer: Hochzeit auf der Donau In: Hamburger Abendblatt, Online-Ausgabe vom 15. Juli 2009.
  9. Liebeswalzer auf der blauen Donau In: Bunte Ausgabe Nr. 30/2009.
  10. Jonas Erlenkämper: Krassnitzer schwärmt vom glamourfreien Leben in Wuppertal In: Berliner Morgenpost, Online-Ausgabe vom 2. Dezember 2016.
  11. Ann-Kathrin Kramer und Harald Krassnitzer: Auszeit an Weihnachten In: Gala, Online-Ausgabe vom 25. Dezember 2016.
  12. ORF 2012. In: Nachspann Episode 2 (Die Hölle sind wir), erstausgestrahlt im ORF am 10. Oktober 2013, in Das Erste am 17. Juni 2014.