Harald Seewann

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Harald Seewann

Harald Seewann (* 20. November 1944 in Graz) ist ein österreichischer Studentenhistoriker. Seit Jahrzehnten widmet er sich der Geschichte der Grazer Korporationen und der jüdischen Studentenverbindungen in Österreich.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach der Matura am Realgymnasium Graz studierte Seewann an der Ludwig-Maximilians-Universität München Betriebswirtschaft. Er kehrte 1965 nach Graz zurück und durchlief eine Journalistenausbildung. Er war als Verlagskaufmann bei der Kleinen Zeitung des Katholischen Preßvereins der Diözese Graz-Seckau und nebenbei als freier Journalist tätig. Als Mitglied der Grazer akademischen Burschenschaft Marko-Germania (i. d. ArGe Grazer B!B!) widmet er sich seit 1977 der österreichischen Studentengeschichte. Er gehörte 1979 zu den Gründern des Steirischen Studentenhistoriker-Vereins und ist Mitglied zahlreicher studentengeschichtlicher Vereine. Er gründete 1995 das Archiv Historia Academica Judaica und ist Herausgeber des gleichnamigen Periodikums. Im Mittelpunkt steht das (frühere) jüdisch-nationale Korporationsstudententum.

Ehrungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Alter Herr h. c. der pennalen Burschenschaft Saxo-Libertas Czernowitz
  • Ehrenmitglied der Akademischen Tafelrunde Weststeiermark zu Deutschlandsberg
  • Ehrenmitglied des Rings der Altherrenverbände zionistisch-akademischer Verbindungen (als einziger Nichtjude)
  • Professor (Berufstitel) (2007)
  • Bürger der Stadt Graz

Publikationen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Schriftenreihe des Steirischen Studentenhistoriker-Vereins[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Studentische Umtriebe in Graz in den Jahren 1819–1821 und ihre behördliche Verfolgung. Ein Beitrag zur Geschichte der frühburschenschaftlichen Bewegung in Graz. Graz 1981, 96 Seiten. GoogleBooks
  • Die „Freya“ und das Verbrüderungsfest von 1849. Ein Beitrag zur Grazer Studentengeschichte. Graz 1982, 54 Seiten, 2 Abbildungen (davon 1 Faksimile). GoogleBooks
  • Für Licht und Wahrheit. Daten, Fakten und Unterlagen zur Chronik der Grazer Akademischen Legion 1848. Graz 1983, 156 Seiten, 3 Abbildungen.
  • Der deutsche Student im Jahr der Volkserhebung 1813. Aula (Graz), Nr. X.1983, 159 Seiten, 5 Abbildungen.
  • mit Th. Weichmann: Die Jüdisch-Akademische Verbindung Charitas Graz 1897−1938. Ein Beitrag zur Geschichte des Zionismus auf Grazer Boden. 1986, 106 Seiten, 12 Abbildungen (Faksimilia).
  • Die JAV Charitas Graz 1897−1938 (mit einer Auswahl von Beiträgen zur Geschichte und zur Selbstdarstellung des bis zum Jahre 1938 bestandenen jüdisch-nationalen Waffenstudententums in Österreich). 1987, 54 Seiten, 32 Abbildungen (davon 7 Faksimilia).
  • Die baltischen studentischen Zusammenschlüsse in Graz. Eine Dokumentation. 1988, 42 Seiten, 11 Abbildungen (davon 9 Faksimilia).
  • Die Korporationen an den Höheren technisch-gewerblichen, landwirtschaftlichen und forstlichen Lehranstalten in Österreich. Ein Beitrag zur Geschichte des Korporationswesens an Höheren berufsbildenden Fachschulen. Graz 1989, 148 Seiten, 97 Abbildungen (davon 18 Faksimilia, 5 Zirkeltafeln).
  • Hochschulpolitik in Graz in den Jahren 1919 bis 1938 und das nationale Korporationsstudententum. Eine Quellensammlung. 1999, 96 Seiten, 9 Abbildungen, 31 Faksimilia.
  • mit R. Reimann: 25 Jahre StStV. Der Steirische Studentenhistoriker-Verein 1979/80–2005. 2005, 60 Seiten, 11 Abbildungen, 8 Faksimilia.
  • mit Th. Weichmann (Hg.): Karl Hugelmann: Geschichte der Akademischen Verbindung „Orion“ Graz 1864–1875. Graz 2009, 110 Seiten, 22 Abbildungen. GoogleBooks
  • Das frühe Mensurwesen in (Alt-)Österreich (1860−1880) und das „konservative Prinzip“ – eine Quellensammlung. Graz 2011, 180 Seiten, 39 Abbildungen.

Einst und Jetzt[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Ergänzung zum Beitrag „Das war der Herr von Rodenstein“. Bd. 22 (1977), S. 273.
  • Dem Andenken des Studentenhistorikers Dr. Oskar Scheuer. Bd. 33 (1988), S. 239–242.
  • Teutonia Dorpat/Tübingen – eine Verbindung deutscher studierender Kolonistensöhne aus Rußland (1908–1933). Bd. 34 (1989), S. 197–203.
  • „Mit Wort und Wehr für Judas Ehr!“ Jüdisch-nationale Studentenverbindungen als Wegbereiter des Zionismus auf akademischem Boden in Österreich. Bd. 38 (1993), S. 207–215.
  • Max Aub – Spurensuche nach einem Münchner 1848er. Ein Fallbeispiel incorporierter jüdischer Emanzipation. Bd. 39 (1994), S. 155–162.
  • Die pennale Burschenschaft Quercus in Freistadt/Oberösterreich (1880–1884). Ein Beitrag zur Geschichte des österreichischen pennalen Korporationsstudententums. Bd. 39 (1994), S. 269–280.
  • „Dem Freunde Freund!“ Ein Göttinger Stammbuchblatt aus dem Jahre 1825. 39 (1994), S. 285–292.
  • Das „Waidhofener Prinzip“. Die versuchte Ehrabsprechung Juden gegenüber als Manifestation von studentischem Antisemitismus an österreichischen Hochschulen im Jahre 1896. Bd. 40 (1995), S. 149–190.
  • Das nationale Selbstverständnis der studentischen Korporationen in Polen 1921–1928. Ein Beitrag zur Geschichte nichtdeutschen Farbenstudententums. Bd. 41 (1996), S. 135–154.
  • Tübinger SC-Bierkommission vom Sommersemester 1888. Bd. 42 (1997), S. 157–158.
  • Burschentum in St. Petersburg und Moskau. Eine Übersicht über die ehedem in diesen Städten gegründeten Korporationen. Bd. 43 (1998), S. 157–178.
  • Der Akademische Verein „Nord-Club“ an der Bergakademie Freiberg/Sa. 1902 bis 1935. Bd. 43 (1998), S. 251–260.
  • Theodor Herzl. Vom Burschenschafter zum Vater des Judenstaats. Bd. 45 (2000), S. 121–138.
  • Korporatives im Leben des Nobelpreisträgers Otto Loewi [Burschenschaft Germania Straßburg]. Bd. 49 (2004), S. 251–263.
  • Für Volkes Ehr und Wohl. Die jüdisch-nationale akademische Verbindung Hasmonaea Czernowitz (1891–1940) und der Kampf um die Anerkennung der jüdischen Nationalität. Bd. 61 (2006), S. 163–198.
  • Licaria München (1895–1933). Eine Verbindung deutscher Studenten jüdischen Glaubens im waffenstudentischen Spannungsfeld. Bd. 52 (2007), S. 177–221.
  • Jüdisches Burschentum im Baltikum. Der Couleurcomment der Verbindung jüdischer Studenten Hasmonaea Dorpat. Bd. 61 (2016), S. 103–114.

Historia Academica Judaica[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Folge 1: Zirkel und Zionsstern. Bilder aus der versunkenen Welt des jüdisch-nationalen Korporationsstudententums. Ein Beitrag zur Geschichte des Zionismus auf akademischem Boden. Graz 1990, 283 Seiten.
  • Folge 2: Zirkel und Zionsstern. .... Graz 1990, 372 Seiten.
  • Folge 3: Zirkel und Zionsstern. .... Graz 1992, 418 Seiten.
  • Folge 4: Zirkel und Zionsstern. .... Graz 1994, 651 Seiten.
  • Folge 5: Zirkel und Zionsstern. .... Graz 1996, 654 Seiten.
  • Folge 6: Theodor Herzl und die akademische Jugend. Eine Quellensammlung über die Bezüge Herzls zum Korporationsstudententum. Graz 1998, 223 Seiten.
  • Folge 7: JAV Charitas Graz 1897−1938. Die Geschichte einer jüdischen Studentenverbindung in Worten, Bildern und Dokumenten. Graz 2001, 319 Seiten. GoogleBooks
  • Folge 8: Erloschenes Burschentum in der Bukowina. Streiflichter auf das Leben und Wirken der jüdisch-nationalen akademischen Verbindung Hebronia Czernowitz (1900−1936). Graz 2016, 92 Seiten Text, 23 Seiten Anhang.
  • Folge 9: Korporatives Leben der Czernowitzer jüdisch-akademischen Verbindungen Hasmonaea, Hebronia und Zephira in den Jahren 1897–1914 im Spiegel der Presse. Graz 2016, 133 Seiten.
  • Folge 10: A.V. Kadimah. Fundstücke zur Chronik der ältesten jüdisch-nationalen Studentenverbindung (Wien 1882–1938). Eine Dokumentation, 488 Seiten. Graz 2017.[1]

Sonstiges[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Der Richard-Wagner-Trauerkommers. Wien, 5. März 1883. Eine Dokumentation (134 Seiten). Graz 2016.
  • Die Beschlussfassung des „Waidhofener Prinzips“ von 1896. Eine Dokumentation (189 Seiten). Graz 2017.
  • Bewegte Jahre. Studentische Auseinandersetzungen an der Wiener Universität in der Zeit des ausgehenden 19. Jahrhunderts bis zum Jahre 1925. Eine Dokumentation (261 Seiten). Graz 2018.[1]
  • „Allzeit voran!“ Streiflichter auf die Geschichte der Akademischen Verbindung Libanonia Wien (1894–1938). Eine Dokumentation. Graz 2019.
  • „Freundschaft, Freiheit, Ehre!“ Die Burschenschaft Budovisia im B.C. zu Wien (1894–1938). Ein Beitrag zur Geschichte des deutsch-freiheitlichen Verbindungswesens in Wien, 569 Seiten (mit Abbildungen und Faksimiles). 2019.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b A. V. Kadimah: Harald Seewann legt große, neue Dokumentation vor (bruecklmeierverein.de)