Harald Vilimsky

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Harald Vilimsky (2014)

Harald Vilimsky (* 22. Juli 1966 in Wien) ist ein österreichischer Politiker (FPÖ). Vilimsky war von Oktober 2006 bis Ende Juni 2014 Abgeordneter zum Österreichischen Nationalrat. Er ist Generalsekretär der FPÖ und wechselte nach der EU-Wahl 2014 ins EU-Parlament.[1]

Leben[Bearbeiten]

Seine Mutter war Krankenschwester und zog ihn gemeinsam mit seinem Stiefvater, einem Versicherungsmarkler, im Wiener Bezirk Favoriten auf. Seinen leiblichen Vater hat er nie kennengelernt. Von 1972 bis 1976 besuchte er die Volksschule und von 1976 bis 1981 das Gymnasium. Als Vilimsky 16 Jahren alt war, verstarb seine Mutter. Nach der Unterstufe besuchte er eine Handelsakademie und machte dort seine Matura. Anschließend begann er Wirtschaft zu studieren, was er jedoch abbrach. Von 1988 von 1990 absolvierte er einen Hochschullehrgang für Öffentlichkeitsarbeit an der Universität Wien.[2]

Vilimsky ist verheiratet und Vater einer Tochter.[2]

Politik[Bearbeiten]

Nach der Absolvierung des Hochschullehrgangs 1990 arbeitete er in verschiedenen Positionen als Pressereferent. Zunächst war er für ein Jahr für das Kuratorium für Verkehrssicherheit tätig, anschließend war Vilimsky ab 1991 als Pressereferent im Nationalratsklub der FPÖ. 1995 holte ihn der damalige FPÖ-Landesparteiobmann Rainer Pawkowicz in den Klub der FPÖ-Landtags- und Gemeinderatsfraktion ins Wiener Rathaus. Dort lernte er auch seinen späteren Mentor und Freund Heinz-Christian Strache kennen. Nach der Wahl Straches zum Wiener FPÖ-Obmann im März 2004 wurde Harald Vilimsky Landesparteisekretär der Wiener FPÖ und lenkte von nun an die Schritte der FPÖ Wien in ganz wesentlichem Ausmaß. So war Vilimsky der ideologische und inhaltliche Kopf des Wahlprogramms „Wien weiterdenken“.

Dieses Wahlprogramm brachte Vilimsky den zweifelhaften Ruhm als Schöpfer einer Wortkreation ein. Eine sechsköpfige Jury rund um den Rudolf Muhr wählte „Negativzuwanderung“ - einen Terminus, der von Vilimsky geprägt wurde - 2005 zum „Unwort des Jahres“.

Ab November 2005 war Vilimsky Bundesrat und damit der erste neue bundespolitische Mandatar der FPÖ nach der Spaltung FPÖ/BZÖ. Nach der Nationalratswahl am 1. Oktober 2006 wechselte Vilimsky vom Bundesrat in den Nationalrat und war seitdem Verkehrs- und Konsumentenschutzsprecher der FPÖ. Seit Februar 2006 ist Harald Vilimsky auch Generalsekretär der FPÖ.

Im Dezember 2008 sorgte Vilimsky durch einen umstrittenen Selbstversuch, an dem auch ein Journalist teilnahm, für Aufsehen. In Gegenwart eines Notarztes ließ er sich von Justizwachebeamten mit einer Elektroschockpistole, die in Gefängnissen eingesetzt wird, um beispielsweise aggressive Häftlinge vorübergehend wehrunfähig zu machen, beschießen, um damit die Öffentlichkeit von dem, laut Vilimsky, harmlosen Gerät zu überzeugen.[3]

2009 äußerte sich Vilimsky zur Operation Gegossenes Blei und nannte „das Schweigen der westlichen Staatengemeinschaft zur israelischen Aggression im Gaza-Streifen blamabel.“ Diese seien „Lobbyorganisationen der Israeli“ und verurteilten „den Blutzoll an einer Zivilbevölkerung anders, nämlich gar nicht, wenn er von Israel ausgeht.[4] Diesen Aussagen wirft der Autor Anton Maegerle antizionistische Motive vor.[5]

Bei der Europawahl 2014 wurde Vilimsky gemeinsam mit Andreas Mölzer als Spitzenkandidat der FPÖ präsentiert, nach Mölzers Rücktritt aus dieser Funktion war Vilimsky alleiniger Spitzenkandidat. Die FPÖ konnte bei der Wahl sieben Prozent zulegen und entsandte damit vier Abgeordnete ins europäische Parlament. Vilimsky wurde zum Delegationsleiter der FPÖ gewählt.

Vilimsky ist Schatzmeister der Europapartei Bewegung für ein Europa der Nationen und der Freiheit und stellvertretender Vorsitzender der Fraktion Europa der Nationen und der Freiheit im europäischen Parlament.[6][7]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Harald Vilimsky – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Fußnoten[Bearbeiten]

  1. Kärntner Angerer übernimmt Vilimsky-Mandat. Salzburger Nachrichten, 4. Juni 2014
  2. a b Oliver Pink: Vilimsky: Straches Mann fürs Grobe geht nach Brüssel. In: Die Presse. 7. Januar 2014, abgerufen am 20. Juni 2015.
  3. Kurier: „Hochspannung nach Taser-Test“, 7. Dezember 2008
  4. Vilimsky verurteilt blamables Schweigen Österreichs zu israelischer Aggression. www.ots.at, 2. Jänner 2009
  5. Anton Maegerle: Vom Obersalzberg bis zum NSU: Die extreme Rechte und die politische Kultur der Bundesrepublik 1988-2013. Edition Critic, Berlin 2013, S. 264 f.
  6. http://www.menleuropa.eu/members-2/
  7. http://www.europarl.europa.eu/meps/de/125001/HARALD_VILIMSKY_home.html