Harbachtalbahn

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Sibiu–Cornățel–Agnita–Sighișoara
Cornățel–Vurpăr
Strecke der Harbachtalbahn
Kursbuchstrecke (CFR):41: Sibiu–Cornățel–Sighișoara (1957)
42: Cornățel–Vurpăr (1957)
204: Sibiu–Agnita (2000/2001)
Streckenlänge:Sibiu–Sighișoara: 109 km;
Cornățel–Vurpăr: 13 km
Spurweite:760 mm (Bosnische Spur)
BSicon .svgBSicon STR.svg
Hauptbahn Richtung Copșa Mică bzw. Vințu de Jos
BSicon exKBHFa.svgBSicon BHF.svg
109 Sibiu Hermannstadt
BSicon eBS2l.svgBSicon BS2r.svg
Haltepunkt, Haltestelle
107 Atelier Zona
Strecke – geradeaus
Dreischienengleis 760/1435 mm
Haltepunkt, Haltestelle
106 Sibiu Triaj
BSicon eBS2+l.svgBSicon BS2+r.svg
BSicon exBHF.svgBSicon BHF.svg
104 Șelimbăr Schellenberg
BSicon eBS2l.svgBSicon BS2r.svg
Strecke – geradeaus
Dreischienengleis 760/1435 mm
BSicon eBS2+l.svgBSicon BS2+r.svg
BSicon exABZgr.svgBSicon STR.svg
Abzweig der Nebenbahn (1435 mm) nach Cisnădie
BSicon exSKRZ-Au.svgBSicon SKRZ-Au.svg
Autobahn A1, Schmalspurgleis hier unterbrochen
BSicon exBHF.svgBSicon BHF.svg
101 Mohu Moichen
BSicon xKRZu.svgBSicon STRr.svg
Unterführung unter Hauptbahn Richtung Avrig/Brașov
BSicon exBS2c1.svgBSicon exBS2+r.svgBSicon .svg
   
98 Canton Bolovani
   
92 Cașolț Kastenholz
   
86
0
Cornățel (Trennungsbahnhof) Harbachsdorf
BSicon .svgBSicon eABZgl.svgBSicon exSTR+r.svg
BSicon .svgBSicon STR.svgBSicon exHST.svg
4 Roșia Rothberg
BSicon .svgBSicon STR.svgBSicon exKBHFe.svg
13 Vurpăr Burgberg
   
79 Hosman Holzmengen
   
75 Țichindeal
   
72 Nocrich Leschkirch
   
68 Alțâna Alzen
   
61 Benești Bägendorf
   
54 Vărd (zuletzt nicht bedient) Werd
   
52 Coveș (zuletzt nicht bedient) Käbisch
   
51 Agnita (1969–2001) Agnetheln
   
Strecke von hier bis Sighișoara abgebaut
   
48 Agnita Tîrg Agnetheln Markt
   
47 Agnita (1898–1969) Agnetheln
   
43 Ruja Roseln
   
40 Stejărișu Probstdorf
   
37 Iacobeni Jakobsdorf
   
31 Netuș Neithausen
   
27 Brădeni Henndorf
   
Grenze Kreis (Județ) Sibiu und Mureș
   
17 Apold Trappold
   
10 Șaeș Schaas
   
2 Sighișoara Obor
BSicon BS2l.svgBSicon exBS2lc.svgBSicon exBS2c3.svg
Hauptbahn Richtung Brașov
BSicon BHF.svgBSicon exKBHFe.svg
0 Sighișoara Schäßburg
BSicon STR.svgBSicon .svg
Hauptbahn Richtung Copșa Mică
Sonderfahrt in Cornățel (dt. Harbachsdorf). September 2015
Brachliegende Gleise der Schmalspurbahn „Wusch“ im Harbachtal. Juni 2009

Als Harbachtalbahn, im Volksmund meist Wusch[1] genannt, wird eine Schmalspurbahn in Siebenbürgen im heutigen Rumänien bezeichnet. Zwischen Hermannstadt (rum. Sibiu) und Agnetheln (rum. Agnita) verkehrten 2001 die letzten Schmalspurzüge der rumänischen Staatsbahn (CFR). Die Asociația Prietenii Mocăniței (dt. Verein der Freunde der Schmalspurbahn) bemüht sich um eine Reaktivierung und führt seit September 2015 Sonderfahrten auf einer Teilstrecke bei Harbachsdorf (rum. Cornățel) durch[2][3].

Das Streckennetz (Spurweite 760 mm, sogenannte Bosnische Spurweite) dieser Schmalspurbahn umfasste in voller Ausdehnung einst folgende Strecken:

  • Schäßburg (rum. Sighișoara)–Agnetheln (rum. Agnita): Eröffnung am 16. November 1898[4], Länge etwa 47 Kilometer.
  • Hermannstadt (rum. Sibiu)–Harbachsdorf (rum. Cornățel)–Agnetheln: Eröffnung am 26. September 1910[5], etwa 62 Kilometer.
  • Harbachsdorf–Burgberg (rum. Vurpăr): Eröffnung am 26. September 1910[5], etwa 13 Kilometer.

Der Regelbetrieb wurde auf diesen Strecken zwischen 1965 und 2001 von der CFR eingestellt.

Bezeichnung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der eingangs genannte Kosename Wusch stammt von den deutschsprachigen Siebenbürger Sachsen, durch deren Siedlungsgebiet die Strecke verläuft. Die Wusch wird auch in den Romanen des Siebenbürger Autors Eginald Schlattner unter diesem Namen mehrfach erwähnt[6]. Weitere aus der Sprache der Siebenbürger Sachsen überlieferte Kosenamen sind Wicka oder Kaffeemühle[7], wobei letzterer keine spezifische Bezeichnung für die hier behandelte Schmalspurbahn ist, sondern auch bei anderen Strecken oder Eisenbahnfahrzeugen im deutschen Sprachraum vorkam[8].

Der Name Harbachtalbahn ist in der Region hingegen lange Zeit ungebräuchlich gewesen und offenbar erst im 21. Jahrhundert entstanden[9]. Vermutlich taucht der Name Harbachtalbahn zum ersten Mal im Jahr 2002 in Zusammenhang mit der geplanten Reaktivierung auf[10].

Die aufgrund des Bestrebens örtlicher Wald- und Großgrundbesitzer entstandene Zweiglinie nach Burgberg wurde auch Jägerstrecke (rum. linia vânătorilor) genannt[11]. Für den zunächst eröffneten Abschnitt Schäßburg–Agnetheln ist im Deutschen außerdem die Bezeichnung Schaaserbahn überliefert[12], da die Schmalspurbahn südlich von Schäßburg durch das Schaaser Tal führte.

Im Rumänischen bezeichnet man Schmalspurbahnen oftmals mit dem Kosenamen mocănița.

Streckenverlauf[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zwischen Hermannstadt und Schäßburg folgt die Strecke über einen langen Abschnitt dem Verlauf des Harbachtals (rum. Valea Hârtibaciului) – von der Mündung des Harbachs in den Zibin bei Moichen (rum. Mohu) bis nach Henndorf (rum. Brădeni). Ab hier führt die ursprüngliche Trasse hinüber ins Schaaser Tal, um in Schäßburg das Tal der Großen Kokel (rum. Târnava Mare) zu erreichen.

Südlich von Hermannstadt benutzten die Züge der Schmalspurbahn bis 2001 abschnittsweise die Hauptbahn nach Kronstadt mittels Dreischienengleis. Auch die regelspurige Nebenbahn nach Heltau zweigte in diesem Bereich von der Hauptbahn ab.

In Agnetheln und Schäßburg gab es früher längere Ortsdurchfahrten, wo die Schmalspurbahn den öffentlichen Straßenraum mit benutzte.

Aufgrund der historischen Entwicklung beginnt die Kilometrierung der Gesamtstrecke in Schäßburg. Die entsprechenden Angaben für das Streckendiagramm wurden dem rumänischen Kursbuch vom Sommer 1957[13] entnommen und durch Angaben aus der Ausgabe 2000/2001 ergänzt. Zu beachten ist, dass die damals im Kursbuch verwendete Schreibweise nicht immer den heutigen rumänischen Ortsbezeichnungen entsprach wie z. B. „Nochrich“ (statt Nocrich) bzw. „Vird“ (statt Vărd). Zuweilen wurden die Stationen damals auch noch angelehnt an die deutschen Ortsnamen bezeichnet, z. B. hieß der Bahnhof von Henndorf (rum. Brădeni) im Kursbuch von 1957 noch „Hendorf“.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Als die Strecken der Harbachtalbahn gebaut wurden, gehörte Siebenbürgen zu Ungarn. Der erste Abschnitt zwischen Schäßburg und Agnetheln wurde von der Segesvár–Szentágotai Vasút (S.Sz.V.) errichtet, wobei der Name der Lokalbahngesellschaft von der ungarischen Bezeichnung der verbundenen Orte abgeleitet ist. Mit dem Bahnbau begann man Ende 1895, doch widrige Witterungsverhältnisse führten immer wieder zu Unterspülungen bereits fertiggestellter Abschnitte[14]. Erst 1898 war die Strecke durchgängig betriebsbereit. Die feierliche Eröffnung fand am 16. November 1898 statt[4], Güterverkehr war bereits zuvor möglich. Der Personenverkehr zwischen Schäßburg und Agnetheln nahm einen Tag später, am 17. November 1898, seinen Regelbetrieb auf[15]. Anfangs standen drei von der Wiener Neustädter Lokomotivfabrik gebaute Schlepptenderlokomotiven (S.Sz.V. 1 bis 3, später 388 001 bis 003) zur Verfügung.

Bis 1908 führte die Lokalbahngesellschaft S.Sz.V. den Betrieb eigenständig, bevor die Betriebsführung an die Ungarischen Staatsbahnen (MÁV) überging. Im selben Zeitraum begann der Weiterbau in Richtung Hermannstadt[16].

Die „kommisionelle Begehung“[5] und die Jungfernfahrt der 62 Kilometer langen Verlängerung von Agnetheln durch das Harbachtal nach Hermannstadt fanden am 26. September 1910 statt. Die Aufnahme des Regelbetriebs erfolgte einen Tag nach den Feierlichkeiten. Gleichzeitig ging die 13 km lange „Jägerstrecke“ von Harbachsdorf nach Burgberg in Betrieb[17].

Nach dem Ersten Weltkrieg musste Ungarn in Folge des Friedensvertrages von Trianon Siebenbürgen an Rumänien abtreten. Die Betriebsführung der Schmalspurbahn ging daraufhin an die rumänische Staatsbahn Căile Ferate Române (CFR) über. Nach der kommunistischen Machtübernahme in Rumänien erfolgte 1948 auch die Verstaatlichung der Infrastruktur[18].

Im Jahr 1965 legte die CFR den Abschnitt von Schäßburg nach Agnetheln still[4]. Im rumänischen Kursbuch war diese Strecke bereits letztmals 1963/1964 erschienen[19]. Vor den Toren Agnethelns entstand bis 1969 ein neuer Bahnhof für die Züge von und nach Hermannstadt. Die Stadtstrecke durch Agnetheln zur alten Station war am 10. April 1969 letztmals in Betrieb[20]. Fortan betrug die Streckenlänge von Hermannstadt bis Agnetheln nur noch 58 Kilometer.

Im Jahr 1993 verlor die Stichstrecke nach Burgberg ihren planmäßigen Verkehr[21]. Sie wurde jedoch nicht abgebaut, wuchs in den folgenden Jahren allerdings komplett zu[22]. Auf der Strecke von Hermannstadt nach Agnetheln reduzierte die CFR Ende der 1990er-Jahre das Angebot auf nur noch ein täglich verkehrendes Zugpaar. Nachdem der Gütertransport im Sommer 1998 zum Erliegen kam, wurden zuletzt nur noch Personen befördert[21]. Mit dem Ausfall der letzten betriebsfähigen Lokomotive im September 2001 wurde der verbliebene Planverkehr eingestellt[23].

Die ursprüngliche Strecke Schäßburg–Agnetheln wurde nach der Einstellung abgebaut[18]. Die Strecken Hermannstadt–Harbachsdorf–Agnetheln (Sibiu–Cornățel–Agnita) und Harbachsdorf–Burgberg (Cornățel–Vurpăr) sind hingegen noch weitgehend vollständig erhalten. Beim Bau der 2010 eröffneten Autobahn um Hermannstadt wurde jedoch ein Brückenpfeiler genau auf der Trasse der Schmalspurbahn errichtet, so dass das Gleis hier unterbrochen ist[24].

Eröffnungs- und Einstellungsdaten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Abschnitt Offizielle
Eröffnung
Inbetriebnahme
Güterverkehr
Inbetriebnahme
Personenverkehr
Einstellung
durch CFR
Abbau Streckenlänge
(in km, ca.)
Schäßburg–Trappold
Sighișoara–Apold
16.11.1898 [4] 28.05.1898 [14] 17.11.1898 [15] Juni 1965 [4]; 1963/1964 letztmals im Kursbuch [19] anschließend 17
Trappold–Agnetheln
Apold–Agnita
16.11.1898 [4] 27.07.1898 [14] 17.11.1898 [15] Juni 1965 [4]; 1963/1964 letztmals im Kursbuch [19] anschließend 30
Agnetheln–Harbachsdorf–Hermannstadt
Agnita–Cornățel–Sibiu
26.09.1910 [5] 27.09.1910 27.09.1910 [5] siehe unten siehe unten 62
Harbachsdorf–Burgberg
Cornățel–Vurpăr
26.09.1910 [5] 27.09.1910 27.09.1910 [5] Mai 1993 [21] kein Abbau 13
Agnetheln (alter Bahnhof)–Agnetheln (neuer Bahnhof)
Agnita (gară veche)–Agnita (gară nouă)
siehe oben siehe oben siehe oben 10.04.1969 [20] anschließend 4
Hermannstadt–Agnetheln
Sibiu–Agnita
siehe oben siehe oben siehe oben September 2001 [23] kein Abbau 58

Fahrzeuge[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die 1896 in Wiener Neustadt gebaute und später von der CFR als 388 002 bezeichnete Dampflok ist die einzige erhaltene Lok aus der Erstausstattung der Schmalspurbahn. Heute befindet sie sich in desolatem Zustand in Hermannstadt. September 2015

Zunächst beförderten Dampflokomotiven die Personen und Frachten auf der Harbachtalbahn. Ihre Nachfolge traten in den sechziger und siebziger Jahre modernere Dieselloks an (FAUR-Typ L45H, spätere Reihe 87 der CFR). Dampfloks kamen nur noch im Winter, um die Personenwagen zu heizen, und bei Sonderfahrten zum Einsatz[25]. Die letzte Dampflok aus der Erstausstattung (CFR 388 002) der Harbachtalbahn kann man heute im Dampflokmuseum von Hermannstadt besichtigen, nachdem sie zuvor am Dampfbad in Schäßburg als Denkmal ausgestellt war. Vor dem Bahnhof von Schäßburg erinnert inzwischen eine andere Dampflok (CFR 764 158) an die Zeit der Schmalspurbahn.

Reaktivierung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Bahnhofsgelände von Cornățel (dt. Harbachsdorf). Juni 2009
Überwucherte Gleise zwischen Mohu (dt. Moichen) und Cașolț (dt. Kastenholz). Juli 2011

Seitdem 2001 der Restverkehr zwischen Hermannstadt und Agnetheln eingestellt wurde, gab es immer wieder vereinzelte Bestrebungen, den Betrieb auf der Schmalspurbahn im Harbachtal für Tourismus- und Ausflugsfahrten zu reaktivieren. Selbst die Wiederherrichtung der Strecke nach Schäßburg ist Teil derartiger Überlegungen[24].

Die Bahnanlagen werden von der SAAF, einer Tochter des staatlichen Eisenbahnunternehmens (CFR), verwaltet; das Rollmaterial (Lokomotiven, Waggons etc.) durch die für Touristisches zuständige CFR-Tochter SFT. Der Hermannstädter Kreisrat bemühte sich mit einem bei der SFT und dem Verein Sibiu 2007 eingereichten Projekt um die Wiederaufnahme des Betriebes anlässlich der Veranstaltungen zur Europäischen Kulturhauptstadt 2007 in Hermannstadt.

In den Monaten Februar und März 2006 erarbeitete ein Ingenieurbüro aus Klausenburg (rum. Cluj-Napoca) eine Machbarkeitsstudie im Auftrag des Mihai Eminescu Trust, um das Vorhaben einer breiten Öffentlichkeit bekannt zu machen.

Nachdem Anfang April 2006 von mehreren Interessenten einer Wiederinbetriebnahme der Strecke - u.a. Mihai Eminescu Trust, Verein Valea Hârtibaciului - die Einstufung der Strecke als Denkmal beantragt worden war, teilte die Hermannstädter Kreisdenkmalkommission am 12. Juni 2007 schließlich die positive Beantwortung dieses Ansuchens mit. Offiziell wurde dies mit der amtlichen Veröffentlichung im Amtsblatt Monitorul Oficial vom 14. Januar 2008. Die Harbachtalbahn ist somit auf dem gesamten Streckenverlauf als Denkmal der Kategorie B klassifiziert[2].

Im Januar 2008 wurde die Gründung eines Zweckverbandes der an der Strecke liegenden Gemeinden in die Wege geleitet, vorerst bestehend aus den Gemeinden Stadt Agnetheln, Alzen (rum. Alțâna), Leschkirch (rum. Nocrich) und Rothberg (rum. Roșia). Dieser schloss mit der SAAF im April 2008 einen mehrjährigen Konzessionsvertrag ab, um die Strecke in Stand setzen und wiederbeleben zu können. Sprecher des Zweckverbands ist der Hermannstädter Unternehmer Lucian Dumitra.

Bei einer Verschrottungsaktion des in Hermannstadt verbliebenen Fahrzeugmaterials wurde im August 2008 ein Großteil des Fahrzeugparks zerstört[2]. Immerhin konnte diese Aktion jedoch vor der Zerstörung der historischen Dampfloks gestoppt werden. Einige Fahrzeuge wurden später allerdings zum Schmalspurnetz von Neumarkt (rum. Târgu Mureș) verbracht, darunter die Dampflok 764 052[2].

Es konnten außerdem vier Personenwagen vor der Verschrottung gerettet und in der Region erhalten werden. Sie wurden zunächst in Agnetheln hinterstellt, um weiteren Materialverlust zu verhindern[26]. Bei einem dieser Waggons begann in den darauffolgenden Jahren die Aufarbeitung durch den Förderverein Asociația Prietenii Mocăniței, im September 2015 war das Fahrzeug jedoch noch nicht wieder einsatzbereit[2].

Inzwischen treibt die Asociația Prietenii Mocăniței die Bemühungen zum Erhalt der Strecke weiter voran und konnte bereits Sonderfahrten auf einigen Streckenabschnitten durchführen.

Fahrbetrieb seit 2010[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Am 25./26. September 2010 führte der Förderverein erste Sonderfahrten auf etwa zwei Kilometer der Strecke von Agnetheln Richtung Hermannstadt bis in die Nähe des früheren Haltepunkts Käbisch (rum. Coveș) durch[27]. Zum Einsatz gelangte die von der CFI Brad geliehene Dampflok 764 243[2].
  • Im August 2012 wurde ein Werbefilm mit Fahrzeugen im Stil der Frühzeit der Eisenbahnen (Puffing Billy) im Harbachtal gedreht[28].
  • Am 26./27. September 2015 wurden unter dem Motto Tage der Schmalspurbahn (rum. Zilele Mocăniței) von Harbachsdorf (rum. Cornățel) ausgehend Sonderfahrten in Richtung Holzmengen (rum. Hosman) durchgeführt[29]. Dabei wurde eine ca. 3,2 km lange Strecke befahren[30]. Erneut kam die Dampflok 764 243 zum Einsatz. Sie verkehrte mit einem aus Ungarn stammenden Personenwagen des MÁV-Types Bax[2].
  • Am 14./15. Mai 2016 wurden wiederum von Harbachsdorf ausgehend Sonderfahrten durchgeführt. Nun konnte eine ca. 4,2 km lange Strecke in Richtung Holzmengen (rum. Hosman), und somit ein etwa ein Kilometer längerer Abschnitt als im September 2015, befahren werden[31]. Die Dampflok 764 243 verkehrte im Rahmen dieser Fahrten mit einem geschlossenen Personenwagen (Ca 04; ursprünglich aus Österreich) und einem offenen Aussichtswagen, die beide ebenfalls zur CFI Brad gehören.
  • Zwischen 24.-26. Juni 2016 wurden ab Harbachsdorf Sonderfahrten unter dem Motto Trenul CopilarIEI durchgeführt.
  • Am 17./18. September 2016 fanden die zweiten Tage der Schmalspurbahn (rum. Zilele Mocăniței) mit Sonderfahrten ausgehend von Harbachsdorf statt.
  • Am 7. August 2017 fuhren anlässlich des Sachsentreffens, das zu diesem Zeitpunkt in Hermannstadt stattfand, Züge auf einem ca. 6 km langen Abschnitt von Harbachsdorf bis unterhalb des früheren Haltepunkts von Holzmengen. Wieder kam 764 243 zum Einsatz.
  • Am 16./17. September 2017 wurde die ca. 7 km lange Strecke zwischen Harbachsdorf und Holzmengen erstmals wieder vollständig befahren. Zum Einsatz kam 764 243 mit einem offenen, einem halboffenem sowie einem geschlossenen Personenwagen. Dank instandgesetzter Weichen konnte die Lok an beiden Endpunkten umgesetzt werden.

Gelegentlich verkehren zwischen Harbachsdorf und Holzmengen Fahrrad- und Motordraisinien[32].

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Paul Engelbert: Schmalspurig durch Ungarn II: die ehemals ungarischen Gebiete (de). Stenvalls, Malmö 2011.
  • Konrad Klein: Grüße aus dem Bärenland: Siebenbürgen in alten Ansichtskarten (de). Südostdeutsches Kulturwerk, München 1998, ISBN 9783883561271.
  • Șerban Lacriţeanu: The Narrow Gauge Lines of the Romanian State Railway (CFR). In: Keith Chester (Hrsg.): East European narrow gauge (en). Channel View Publications, Clevedon 1995, ISBN 1873150040, S. 82-94.
  • Andreas Mausolf: 110 Jahre seit der Inbetriebnahme: Die Schmalspurbahn Schäßburg - Agnetheln - Hermannstadt. In:Schäßburger Nachrichten Nr. 29. (de). Heimatortgemeinschaft Schäßburg, Heilbronn 2008, S. 20-23.
  • Julian Nolte: Neues von der alten Eisenbahn. Die Schmalspurbahn Sibiu - Agnita (- Sighișoara). In:LOK Report 12/15. (de). LOK Report-Verlag GmbH, Berlin 2015, S. 10-15.
  • Erich Phleps: Des Kantors elftes Gebots. Anekdoten aus Siebenbürgen (de). Hans Meschendörfer, München 1964.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Phleps 1964: S. 91
  2. a b c d e f g LOK Report 12/15: S. 13
  3. sibiuagnitarailway.com: News (Știri). Abgerufen am 5. Juni 2016.
  4. a b c d e f g Mausolf 2008: S. 21
  5. a b c d e f g Klein 1998: S. 84
  6. Beispielsweise in Schlattners Roman Das Klavier im Nebel, Kapitel 12
  7. Siebenbuerger.de: Die „Wusch“, ein Stück Agnetheln. Abgerufen am 28. Oktober 2015.
  8. Beispielsweise bei den österreichischen Dampfloks der kkStB-Reihe 97
  9. vgl. hierzu die Diskussionsseite dieses Artikels
  10. LOK Report 10/02: S. 51
  11. Engelbert 2011: S. 129
  12. eisenbahn magazin 9/95, S. 36-37
  13. vgl. Mersul Trenurilor 2.VI.1957-28.IX.1957
  14. a b c Mausolf 2008: S. 20
  15. a b c Engelbert 2011: S. 127
  16. Engelbert 2011: S. 128
  17. LOK Report 12/15: S. 10
  18. a b LOK Report 12/15: S. 11
  19. a b c vgl. Mersul Trenurilor 26.V.1963-30.V.1964 (mit Schäßburg–Agnetheln) und 31.V.1964-29.V.1965 (ohne Schäßburg - Agnetheln); beide verfügbar unter Arhiva Mersul Trenurilor. Abgerufen am 7. Dezember 2015.
  20. a b Siebenbürgische Zeitung vom 31. Juli 1998: S. 7
  21. a b c Engelbert 2011: S. 136
  22. Eisenbahn Amateur 11/99
  23. a b LOK Report 10/02: S. 50
  24. a b LOK Report 12/15: S. 15
  25. Lacriţeanu 1995: S. 94
  26. The Agnita Express, No. 6 (November 2012): SAR Rescued Coaches (S. 9). Abgerufen am 30. März 2016.
  27. youtube.com: The Sibiu - Agnita Narrow Gauge Line 100 Years Old Anniversary. Abgerufen am 28. Oktober 2015.
  28. forum.lokomotiv.ro: Recmala (sic!) whiskey pe linia ingusta Sibiu - Agnita (Foreneintrag vom 18.04.2013). Abgerufen am 3. Januar 2016.
  29. Tribuna.ro: Lungul şi nesfârşitul drum al Mocăniţei hârtibăcenilor. Abgerufen am 28. Oktober 2015.
  30. sibiuagnitarailway.com: News (Știri) 2015. Abgerufen am 5. Juni 2016.
  31. sibiuagnitarailway.com: News (Știri) 2016. Abgerufen am 5. Juni 2016.
  32. sibiuagnitarailway.com: Tourism offers on the Sibiu-Agnita Railway. Abgerufen am 6. November 2016.