Hardthöhe

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Hardthöhe
Bundesstadt Bonn
Koordinaten: 50° 41′ 57″ N, 7° 2′ 25″ O
Höhe: ca. 150–160 m ü. NHN
Eingemeindung: 1. August 1969
Postleitzahl: 53125
Vorwahl: 0228
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Lage des Ortsteils Hardthöhe im Bonner Stadtbezirk Hardtberg

Die Hardthöhe ist ein Ortsteil des Stadtbezirks Hardtberg[1] der Bundesstadt Bonn. Die Hardthöhe ist Hauptsitz des Bundesministeriums der Verteidigung (BMVg), liegt am Südwestrand des Ortsteils Duisdorf und wird auf seiner gesamten Fläche vom Bundesverteidigungsministerium eingenommen, welches dort ab 1960 errichtet wurde. Auf der Hardthöhe arbeiten ca. 1500 Mitarbeiter des Bundesministeriums, mit nachgeordneten Dienststellen insgesamt etwa 5000 in 113 Gebäuden[2]. Der Ortsteil war bis 1968 kein Teil Bonns, sondern gehörte zum Amt Duisdorf und wurde 1969 zusammen mit Duisdorf und Lengsdorf dem Bonner Stadtbezirk Hardtberg zugeordnet.

Erschließung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Hauptzugang zur Liegenschaft Hardthöhe ist die Nordwache am Fontainengraben. Daneben bestehen als weitere Zugänge die Südwache am Brüser Damm und die Ostwache an der Pascalstraße. Die Straßen und Plätze auf dem Gelände selbst tragen seit Herbst 1990 eigene Namen nach deutschen Städten.[3][4]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Als 1960 das Bundesverteidigungsministerium mit den Planungen zu seiner Verlegung von der Ermekeilkaserne auf die Hardthöhe begann, bestanden dort bereits ein ehemaliger Standortübungsplatz und eine nach Form einer Siedlung angelegte Kaserne. Dieser ab 1956 entstandenen, auch „Wagenburg“ genannten „1000-Mann“-Kaserne benachbart waren in Reihenbauweise vier Bürohäuser, gedeckt mit Satteldächern. Neugebaut wurden bis Mitte der 1960er-Jahre durch die Bundesbaudirektion für insgesamt etwa 3500 Beschäftigte fünf sechsgeschossige und miteinander verbundene Bürohäuser („200er Häuser“), ein zehnstöckiges Hochhaus, ein dreigeschossiger so genannter „Ministerbau“, ein Kasinogebäude sowie ein zweigeschossiger Sitzungssaalbau. Von 1966 bis 1968 folgte im Süden der Bau der damaligen Hauptstelle des Maschinentechnischen Berichtswesens, im Westen von 1967 bis 1968 ein Sanitätsbereich (Architekt: u.a. Ernst van Dorp).[5] Das zentrale Eingangs- und Wachgebäude (Nordwache) entstand 1969 im Norden des Geländes.[6] 1971 wurde der Truppenbereich für das Stabs- und Versorgungsbataillon ausgebaut.[7]

Eine umfangreiche Erweiterung erfuhr der Standort Hardthöhe in Folge eines 1973 ausgelobten Hochbauwettbewerbs von 1979 bis 1987, als den Bestandsbauten mit dem Inneren Dienst (bis 1983) und dem sogenannten Zentralbereich (bis 1987) eine Bürofläche von 50.000 Quadratmetern hinzugefügt wurde. Verantwortlich für diese Bauten war die im Wettbewerb erstplatzierte Planungsgruppe Groth und Lehmann-Walter. In einem weiteren Bauabschnitt folgten auf Grundlage eines erneuten Architektenwettbewerbs im Jahre 1986[8] bis 1997 das neue Ministergebäude und ein pyramidenförmiges Südkasino, geplant vom Bad Nauheimer Architekten Johannes Peter Hölzinger. In den 1990er-Jahren wurde mit der Sanierung der zum Teil denkmalgeschützten Gebäude aus den 1950er- und 1960er-Jahren begonnen. Im März 1997 wurde mit dem Bau einer neuen direkten Straßenanbindung der bisher nur provisorisch angeschlossenen Südwache begonnen und im April 1998 eröffnet.[9][10] Im Jahre 2000 wurde die Standortschießanlage auf der Hardthöhe geschlossen.[11][12] Von 2000 bis 2002 wurde das nicht mehr zeitgemäße Sanitätszentrum der Bundeswehr durch einen Neubau erweitert und bis 2006 auch der Bestandsbau umgebaut.[5][13] Die sogenannte Nordwache wurde 2006–08 und 2010–11 erneuert.[6] Anfang 2013 zog das Bundesamt für Infrastruktur, Umweltschutz und Dienstleistungen von der Ermekeilkaserne auf die Hardthöhe.[14]

Dienststellen in der Liegenschaft (außer BMVg)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hubschrauberlandeplatz[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am Südrand der Hardthöhe (50° 41′ 47″ N, 7° 2′ 42″ O) befindet sich ein Hubschrauberlandeplatz (ICAO-Code: ETHH). Er wurde ursprünglich in den 1960er-Jahren für einen gelegentlichen Betrieb eingerichtet und später als Flugplatz mit Landebefeuerungsanlage, Feuerwehr und eigenem Abfertigungsgebäude mit Zollabfertigung[2] ausgebaut. Im Jahre 1989 verzeichnete er 2012 Starts und Landungen. Um die Lärmbelästigung für das naheliegende Wohngebiet Brüser Berg und die dortigen Schulen zu reduzieren, wurde 1990 an der Ostseite des Landeplatzes ein Lärmschutzwall aufgeschüttet; für 1992 war zur Reduzierung der Flugbewegungen die Einrichtung einer Tankstelle geplant.[15] Da er nur als Außenlandeplatz nach dem Luftverkehrsgesetz eingeordnet war bzw. ist, musste der noch im Jahr 2000 bestehende regelmäßige Flugbetrieb als illegal gelten.[16][17][12] Heute wird der Flugplatz nicht mehr im früheren Ausmaße betrieben.[2]

Wohn- und Dienstgebäude des Ministers[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1964 entstand am nördlichen Rand der Liegenschaft Hardthöhe (50° 42′ 14″ N, 7° 2′ 27″ O) nach Entwurf und unter Gesamtleitung der Bundesbaudirektion das Wohn- und Dienstgebäude für den Bundesminister der Verteidigung. Noch für den Amtsinhaber Franz Josef Strauß geplant, bezog in Folge dessen Rücktritts letztlich als erster Minister Kai-Uwe von Hassel den Bungalow.[2] Das Gebäude gliedert sich in einen eingeschossigen Wohn-, Arbeits- und Repräsentationsteil und einen dem Tal zugewandten, versetzt angeordneten zweigeschossigen privaten Wohntrakt, der Schlaf- und Kinderzimmer beinhaltete.[18] Nach dem Attentat auf den damaligen Bundesinnenminister Wolfgang Schäuble bezog dieser aus Sicherheitsgründen den Bungalow, der für ihn barrierefrei umgebaut wurde. Schäuble bewohnte ihn auch ohne Ministeramt noch bis über die Bundestagswahl 1998 hinaus.[19] Seit dessen Auszug in Folge des Umzugs von Parlament und Regierung nach Berlin ist der Bungalow ungenutzt.[20]

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Karl Heinz van Kaldenkerken, Oberstadtdirektor Bonn (Hrsg.): Ausbau der Bundeshauptstadt. 10 Jahre Hauptstadtvereinbarung 1975–1985. Bonn 1986, S. 108–110.
  • Ursel und Jürgen Zänker: Bauen im Bonner Raum 49–69. Versuch einer Bestandsaufnahme. In: Landschaftsverband Rheinland (Hrsg.): Kunst und Altertum am Rhein. Führer des Rheinischen Landesmuseums Bonn. Nr. 21. Rheinland-Verlag, Düsseldorf 1969, S. 137–142.
  • Bredenbeck, Moneke, Neubacher (Hrsg.): Bauen für die Bundeshauptstadt. (=Edition Kritische Ausgabe, Band 2). Weidle Verlag, Bonn 2011, ISBN 978-3-938803-41-7, S. 57–60.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Hardthöhe – Sammlung von Bildern

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Zur Geschichte des Stadtbezirks Hardtberg. In: Hardtberg – Zahlen, Daten, Fakten. Der Oberbürgermeister der Bundesstadt Bonn, , S. 1; abgerufen am 15. Januar 2015.
  2. a b c d Hardthöhe: 60 Jahre "Pentabonn", Westdeutscher Rundfunk, 13. September 2016
  3. Lageplan Hardthöhe (PDF), Soldatenhilfswerk der Bundeswehr, 2012
  4. Die Straßen auf dem Gelände der Hardthöhe bekommen Namen, General-Anzeiger, 30. Juli 1990, Stadtausgabe Bonn, S. 7
  5. a b Erweiterung/Neubau des Bundeswehrsanitätszentrums, Bundesamt für Bauwesen und Raumordnung
  6. a b Erweiterung/Umbau der Nordwache, Bundesamt für Bauwesen und Raumordnung
  7. Museum der 1000 Orte – Bundesministerium der Verteidigung, Bundesamt für Bauwesen und Raumordnung
  8. Bundesministerium der Verteidigung – Ministerflügel, Museum der 1000 Orte (Bundesamt für Bauwesen und Raumordnung)
  9. Volker Rühe bekommt bald neuen Anschluß, Rhein-Zeitung, 19. März 1997
  10. Weder Hintereinfahrt noch Paradezufahrt, General-Anzeiger, 25. April 1998, Bonner Stadtausgabe, S. 10
  11. Schießanlage steht mal wieder vor der Schließung, General-Anzeiger, 24. Januar 2000, Bonner Stadtausgabe, S. 10
  12. a b "Ungenehmigter Sonderflughafen", General-Anzeiger, 28. Dezember 2000
  13. Bundeswehrsanitätszentrum Bonn, TLBS Architekten
  14. a b In der Ermekeilkaserne geht das Licht aus, General-Anzeiger, 22. Dezember 2012
  15. Deutscher Bundestag, 12. Wahlperiode, Drucksache 12/1080, 23. August 1991, S. 32/33
  16. Bundeswehr kündigt Überprüfung des Hubschrauber-Landeplatzes an, General-Anzeiger, 12. Oktober 1991, Stadtausgabe Bonn, S. 10
  17. Neuer Anhaltspunkt für illegalen Flugbetrieb der Hardthöhe, General-Anzeiger, 29. November 1991, Stadtausgabe Bonn, S. 10
  18. Ursel und Jürgen Zänker: Bauen im Bonner Raum 49–69. Versuch einer Bestandsaufnahme. In: Landschaftsverband Rheinland (Hrsg.): Kunst und Altertum am Rhein. Führer des Rheinischen Landesmuseums Bonn. Nr. 21. Rheinland-Verlag, Düsseldorf 1969, S. 79–80.
  19. Cohabitation in Bonn, Der Spiegel, 9. November 1998
  20. Geburtstag ohne Ministerin, General-Anzeiger, 14. September 2016