Hargesheim

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Ortsgemeinde Hargesheim
Hargesheim
Deutschlandkarte, Position der Ortsgemeinde Hargesheim hervorgehoben
Koordinaten: 49° 52′ N, 7° 50′ O
Basisdaten
Bundesland: Rheinland-Pfalz
Landkreis: Bad Kreuznach
Verbandsgemeinde: Rüdesheim
Höhe: 145 m ü. NHN
Fläche: 2,58 km2
Einwohner: 2899 (31. Dez. 2017)[1]
Bevölkerungsdichte: 1124 Einwohner je km2
Postleitzahl: 55595
Vorwahl: 0671
Kfz-Kennzeichen: KH
Gemeindeschlüssel: 07 1 33 040
Adresse der Verbandsverwaltung: Nahestraße 63
55593 Rüdesheim
Website: www.hargesheim.de
Ortsbürgermeister: Werner Schwan (CDU)
Lage der Ortsgemeinde Hargesheim im Landkreis Bad Kreuznach
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Über dieses Bild

Hargesheim ist eine Ortsgemeinde im Landkreis Bad Kreuznach in Rheinland-Pfalz. Sie gehört der Verbandsgemeinde Rüdesheim an und ist einwohnermäßig deren größte Gemeinde. Hargesheim ist ein staatlich anerkannter Fremdenverkehrsort.[2]

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Geographische Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hargesheim liegt am Gräfenbach in einem Seitental der Nahe. In 5 km Entfernung befindet sich Bad Kreuznach. Somit ist Hargesheim an der Grenze zwischen Rheinhessen und dem Hunsrück gelegen. Ein großer Teil der Fläche ist bebaut (48 ha), nur ein sehr geringer Teil wird forstwirtschaftlich genutzt. Die restliche Fläche wird landwirtschaftlich und für den Weinbau genutzt.

Zu Hargesheim gehört auch der Wohnplatz Baumdicker Mühle.[3]

Nachbargemeinden[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Angrenzende Gemeinden sind Roxheim, Guldental, Gutenberg und die Stadt Bad Kreuznach im Landkreis Bad Kreuznach.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Durch archäologische Funde kann Hargesheim nachweislich in die Reihe der besiedelten Gegenden der Jungsteinzeit (ca. 5000 v. Chr.) im Nahegebiet eingereiht werden.

Hargesheim bildete sich seit 600 als Nebenort des Ur- und Altortes Roxheim. Um das Jahr 1100 kam der Ort zur Grafschaft Sponheim.

Hargesheim wurde 1158 erstmals in einem Besitzverzeichnis des Klosters Rupertsberg erwähnt. Durch die Teilung der Grafschaft Sponheim kam Hargesheim 1232 zu der vorderen Grafschaft Sponheim-Kreuznach.

Bewohner von Hargesheim wurden 1400 Ausbürger der Stadt Kreuznach. Das heißt: Die Stadt gewährte ihnen Schutz und befreite sie vom Pfortenzoll, verlangte dafür aber Hand- und Spanndienste beim Bau der Stadtmauer. Nach vielen Erbauseinandersetzungen in der Sponheimer Familie kam Hargesheim 1601 zum Oberamt Kreuznach mit Sitz auf der Kauzenburg.

Die Hargesheimer Kapelle, Sankt Valentin, wurde 1622 durch einen Brand zerstört. Ab 1707 gehörte Hargesheim mit Kreuznach zum Gebiet der Kurpfalz. 1730 war Baubeginn der katholischen Kirche und 1731 der evangelischen Kirche. Beide Kirchen bilden eine Doppelkirche, die durch eine Mauer getrennt ist. Der Teil rechts vom Eingang wird durch die katholische Gemeinde genutzt der linke von der Evangelischen. 1969/73 wurde, bedingt durch den Zuzug vieler Katholiken, die St. Bernhard-Kirche erbaut. Seitdem wird der katholische Teil als Sängerheim genutzt. Die (ev.) Orgel war das erste Werk der Firma Gebr. Oberlinger Orgelbau aus dem nahen Windesheim.

Im Jahre 1799 gehörte Hargesheim zur Mairie Mandel und von 1801 bis 1814 zum französischen Département de Rhin-et-Moselle. Nach dem Zusammenbruch der Herrschaft Napoleons fiel Hargesheim 1815 an das Königreich Preußen und kam durch die Neugliederung zum Kreis Kreuznach im Regierungsbezirk Koblenz.

Hargesheim besaß von 1895 bis 1936 einen Bahnhof an der schmalspurigen Bahnstrecke Bad Kreuznach–Wallhausen. Omnibusse und ein Lastkraftwagen lösten deren Verkehr ab. 1912 erhielt der Ort eine Wasserleitung und 1913 Elektrizität.

Bei einem Luftangriff auf das Dorf wurden 1945 fünf Häuser zerstört, mehrere Häuser beschädigt und ein Menschenleben war zu beklagen. Am 17. März 1945 rollte der erste amerikanische Panzer durch das Dorf.

Einwohnerentwicklung

Die Entwicklung der Einwohnerzahl von Hargesheim, die Werte von 1871 bis 1987 beruhen auf Volkszählungen:[2]

Einwohnerentwicklung von Hargesheim von 1788 bis 2017 nach nebenstehender Tabelle
Jahr Einwohner
1788 168
1815 212
1835 440
1871 574
1900 8401
1905 892
1939 886
Jahr Einwohner
1950 946
1961 1.219
1970 1.909
1987 2.443
2003 2.947
2008 2.854
2017 2.899
1 477 Evangelische, 354 Römisch-Katholische und 9 Jüdische

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gemeinderat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Gemeinderat in Hargesheim besteht aus 20 Ratsmitgliedern, die bei der Kommunalwahl am 25. Mai 2014 in einer personalisierten Verhältniswahl gewählt wurden, und dem ehrenamtlichen Ortsbürgermeister als Vorsitzendem.

Die Sitzverteilung im Gemeinderat:[4]

Wahl SPD CDU FDP FWG BfH Gesamt
2014 5 7 - 4 4 20 Sitze
2009 6 7 - 4 3 20 Sitze
2004 7 6 3 4 - 20 Sitze
  • FWG = Freie Wählergemeinschaft Hargesheim e. V.
  • BfH = Bürger für Hargesheim e. V.

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Gemeindewappen zeigt im rechten oberen Viertel den Würdenstab des Hl. Bernhard und den überlaufenden Becher aus der Armeseelen-Geschichte, sowie das blau-goldene Schachbrettmuster der Grafen von Sponheim.

Gemeindepartnerschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seit 1986 besteht eine Partnerschaft mit der Gemeinde Oetz in Tirol.

Religionen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeinde hat eine katholische und eine evangelische Kirchengemeinde.

Bildung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Grundschule Hargesheim
  • Alfred-Delp-Schule Hargesheim (kooperative Gesamtschule d. h. getrennte Schulzweige, die auch eine gymnasiale Oberstufe, die Mainzer Studienstufe aufweist)
  • Kindertagesstätte

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Hargesheim – Sammlung von Bildern

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz – Bevölkerungsstand 2017, Gemeindeebene (Hilfe dazu).
  2. a b Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz – Regionaldaten
  3. Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz (Hrsg.): Amtliches Verzeichnis der Gemeinden und Gemeindeteile. Stand: Januar 2018[Version 2019 liegt vor]. S. 16 (PDF; 2,2 MB).
  4. Der Landeswahlleiter Rheinland-Pfalz: Kommunalwahl 2014, Stadt- und Gemeinderatswahlen