Harnpflicht

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Harnpflicht besteht bei Stoffwechselprodukten, die zwingend mit dem Urin ausgeschieden werden müssen („harnpflichtige Substanzen“). Es fallen vor allem Harnstoff (durch den Proteinstoffwechsel), Harnsäure (durch den Purinstoffwechsel) sowie Kreatinin (durch den Stoffwechsel in der Muskulatur) an. Liegt eine Reduzierung der Nieren­funktion (zum Beispiel akutes Nierenversagen, Niereninsuffizienz oder Schockniere) vor, kann die Ausscheidung dieser Substanzen ungenügend sein und ihr Gehalt im Körper zunehmen, wodurch es zu entsprechenden Beeinträchtigungen der Gesundheit kommen kann (Harnvergiftung – siehe auch Urämie).[1][2]

Über die Nieren (renal) werden gänzlich oder zumindest vorwiegend ausgeschieden:[3]

Substanz renaler Anteil an der Gesamtausscheidung
Wasserstoffionen 100 %
Ammoniumionen 100 %
Kreatinin 95 %
Natriumionen 95 %
Chloridionen 95 %
Harnstoff 80 %
Harnsäure 65 %
Wasser 60 %

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Sieglinde Bogensberge: Hexal Taschenlexikon Medizin. 3. Auflage. Urban & Fischer, Jena 2004, ISBN 3-437-15011-1 (hier online).
  2. Axel Karenberg: Fachsprache Medizin im Schnellkurs. 2. Auflage. Schattauer Verlag, Stuttgart 2006, ISBN 3-7945-2553-1 (hier online).
  3. Willibald Pschyrembel: Klinisches Wörterbuch, de Gruyter, 266. Auflage, Berlin und Boston 2014, ISBN 978-3-11-033997-0, Seite 2050.