Haroldstraße

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Haroldstraße
Wappen
Straße in Düsseldorf
Haroldstraße
Haroldstraße mit Düsseldorfer Synagoge (rechts) Postkarte von 1908
Basisdaten
Ort Düsseldorf
Ortsteil Carlstadt, Unterbilk
Angelegt 1831
Anschlussstraßen Neusser Straße
Querstraßen Schwanenmarkt, Poststraße, Horionplatz
Plätze Graf-Adolf-Platz, Johannes-Rau-Platz
Nutzung
Nutzergruppen Fußverkehr, Radverkehr, Autoverkehr, ÖPNV

Die Haroldstraße befindet sich am südlichen Rand des Stadtteils Carlstadt in der nordrhein-westfälischen Landeshauptstadt Düsseldorf. Sie beginnt im Osten am Graf-Adolf-Platz und verläuft von dort zum Rheinufer, wo sie am Johannes-Rau-Platz endet bzw. in die Neusser Straße übergeht.

Lage und Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1831 wurde ein Bebauungsplan aufgestellt, nach dem die Haroldstraße zwischen Berger Allee und Schwanenspiegel entstand. Im Jahr 1841 wurde Düsseldorfs erster Bahnhof am Südende der Königsallee angelegt; ein Anschlussgleis führte entlang der Haroldstraße zum Rhein. Die Straße wurde am 4. Juni 1831 förmlich festgestellt und nach dem königlich bayerischen Generalmajor Edmund von Harold benannt, der das erste Haus im Bereich der Straße hatte errichten lassen. Zunächst wurde lediglich der Abschnitt zwischen Poststraße und Kasernenstraße als Haroldstraße bezeichnet und erst 1843 bis zur Berger Allee ausgedehnt. 1854 wurde die Haroldstraße östlich über die Kasernenstraße hinaus bis zur Königsallee verlängert. Da zu diesem Zeitpunkt der Stadtgraben mit dem Schwanenspiegel noch über einen offenen Wassergraben verbunden war, musste der Graben für die Verlängerung der Straße überwölbt werden.[1][2]

Im Jahr 1891 wurde der neue Hauptbahnhof eröffnet. Im Rahmen des Stübben-Plans wurde der Straßenzug Haroldstraße – Graf-Adolf-Straße neu geordnet.[3]

Von 1933 bis 1945 war die Straße nach Adolf Hitler benannt.[1]

Beschreibung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Haroldstraße zeigt abwechselnd offene und geschlossene Bebauung. In ihrer Nutzung und Erscheinung ist sie eine der typischen Bahnhofsstraßen, die am Ende des 19. Jahrhunderts entstanden.[3]

Bebauung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Vorkriegszeit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Eingang des Hauses Haroldstraße 6a
  • alte Oberpostdirektion Düsseldorf mit Hauptpostamt, erbaut 1856–1859 (nicht erhalten)[4]
  • Dienstvilla des Landeshauptmanns der Rheinprovinz, genannt Villa Horion, erbaut mit dem Landeshaus 1910–1911 von Hermann vom Endt (nach 1945 Staatskanzlei des Landes NRW bzw. Dienstsitz des Landtagspräsidenten)[5]
  • Wohnhaus Haroldstraße 6a
    Das im Jahr 1900 von den Architekten Richard Klein und Richard Dörschel erbaute Haus bestand nur bis 1907. Bauherr und Bewohner während dieses Zeitraums war der Unternehmer Heinrich Schmidt[6] bzw. Henry Smith (in Firma Henry Smith & Co. in Oberhausen, später auf die Düsseldorfer Röhren- und Eisenwalzwerke AG übergegangen[7]). Die Aufteilung der Räume erfolgte nach den Wünschen des Bauherrn.[8][9] So befand sich die Garderobe neben dem breit angelegten Eingang im Sockelgeschoss. Das Erdgeschoss hatte vier zusammenhängende Zimmer, die sich um die Diele gruppierten. Im Obergeschoss befanden sich Salon, Herrenzimmer, Speisezimmer, Wintergarten und Veranda. 1908 entstand an derselben Stelle bereits ein Neubau mit der Hausnummer 6.[10]
  • Wohnhaus Haroldstraße 8 des Unternehmers Wilhelm de Fries, erbaut vor 1905 von Heinrich Salzmann[11]
  • Bürogebäude Haroldstraße 10 der Firma Robert Zapp, erbaut vor 1905 von Ernst Roeting[12]
  • Wohnhaus Haroldstraße 10a, erbaut vor 1905 von Richard Klein und Richard Dörschel[13]

Nachkriegszeit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Als 1949 das Ständehaus für den Landtag umgebaut wurde, beeinflusste dies die gesamte bauliche Entwicklung des Gebietes um die Haroldstraße. So entstanden in kurzer Zeit viele Großbauten für Ministerien und andere Landesbehörden, das Regierungsviertel.[3]

  • Haroldstraße 34
    Das Gebäude wurde nach einem Entwurf von Raimund Zieseniss erbaut und 1954 fertiggestellt. Der Vorbau ist typisch für diese Zeit. Die Fenster wurden erneuert.[14] Die Natursteinfassade wurde vor 2012 vollständig weiß überstrichen.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Werner Hensel: 75 Jahre Vermessungsamt der Stadt Düsseldorf 1885–1960. Düsseldorf 1960.
  • Hugo Weidenhaupt: Kleine Geschichte der Stadt Düsseldorf. Tiltsch-Verlag, Düsseldorf 1970.
  • Günther Zebisch: Die städtebauliche Entwicklung der Königsallee in Düsseldorf. Dissertation, RWTH Aachen 1968/1969.
  • Friedrich Tamms: Düsseldorf. Ja, das ist unstere Stadt. Econ-Verlag, Düsseldorf 1966.
  • Edmund Spohr: Düsseldorf. Stadt und Fenstung. L. Schwann, Düsseldorf 1978.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Haroldstraße (Düsseldorf) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Hermann Kleinfeld: Düsseldorfs Straßen und ihre Benennung. Grupello, Düsseldorf 1996, ISBN 3-928234-36-6, S. 153.
  2. Verwaltungsbericht für das Jahr 1855. In: Etat der Stadt Düsseldorf. 1855/56, S. [7]5. Onlinefassung
  3. a b c Uwe Maas, Hermann Stappmann: Architekturführer Düsseldorf. Quartiere, Straßen, Bauten. Düsseldorf 1988, S. 59.
  4. Architekten- und Ingenieur-Verein zu Düsseldorf (Hrsg.): Düsseldorf und seine Bauten. L. Schwann, Düsseldorf 1904, S. 162 f.
  5. Heimeshoff, S. 106 f.
  6. Düsseldorfer Adressbücher der Jahre 1900 bis 1907
  7. Hugo Weidenhaupt: Geschichte..., S. 553 f.
  8. Architekten- und Ingenieur-Verein zu Düsseldorf (Hrsg.): Düsseldorf und seine Bauten. L. Schwann, Düsseldorf 1904, S. 384 und Abbildungen 557–559.
  9. Hausakte Sign. 0-1-6-1928.0000
  10. Hausakte Sign. 0-1-6-1928.0000
  11. Architekten- und Ingenieur-Verein zu Düsseldorf (Hrsg.): Düsseldorf und seine Bauten. L. Schwann, Düsseldorf 1904, S. 385 und Abbildungen 564–566.
  12. Architekten- und Ingenieur-Verein zu Düsseldorf (Hrsg.): Düsseldorf und seine Bauten. L. Schwann, Düsseldorf 1904, S. 359.
  13. Architekten- und Ingenieur-Verein zu Düsseldorf (Hrsg.): Düsseldorf und seine Bauten. L. Schwann, Düsseldorf 1904, S. 408 und Abbildungen 646–646.
  14. Jörg Heimeshoff: Architektur der fünfziger Jahre des 20. Jahrhunderts in Düsseldorf. Profanbauten ohne Schulen und Brücken. (= Rheinische Kunststätten, Heft 360.) L. Schwann, Düsseldorf 1990, ISBN 3-88094-671-X, S. 15.

Koordinaten: 51° 13′ 7″ N, 6° 46′ 17″ O