Harry Potter und der Feuerkelch (Film)

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Harry Potter und der Feuerkelch ist ein Fantasyfilm und die Verfilmung des gleichnamigen Bestseller-Romans der englischen Autorin Joanne K. Rowling aus dem Jahr 2005 unter der Regie von Mike Newell. Die Weltpremiere war am 6. November 2005 in London. In Deutschland und Österreich startete er am 16. November 2005. Dieser vierte Teil der Harry-Potter-Reihe spielte weltweit über 896,9 Millionen US-Dollar ein und belegt Platz 43 (Stand: 20. April 2017) auf der Liste der weltweit erfolgreichsten Filme und mit über 8 Millionen Zuschauern Platz 29 auf der Liste der erfolgreichsten Filme in Deutschland (Stand: 16. Februar 2014).

Handlung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Film beginnt mit einem wiederkehrenden Albtraum Harrys, in dem ein Hausmeister sich nachts in ein verlassenes Haus begibt. Dort belauscht er zufällig ein Gespräch zwischen Lord Voldemort, seinem Diener Wurmschwanz und einem weiteren, bisher unbekannten Todesser. Die Schlange Nagini verrät den Lauschenden, woraufhin Voldemort diesen tötet.

Hermine weckt Harry und er wacht im Fuchsbau, dem Haus der Weasleys, auf. Gemeinsam brechen sie mit der Weasley-Familie zum Finale der Quidditchweltmeisterschaft auf, wo Harry den Siebtklässler Cedric Diggory kennenlernt. Nach der Weltmeisterschaft werden die in Zelten übernachtenden Zuschauer von Todessern angegriffen. Der Anhänger Voldemorts, den Harry in seinem Traum gesehen hatte, beschwört das Dunkle Mal, Voldemorts Zeichen, in den Nachthimmel.

Kurze Zeit später beginnt Harrys viertes Schuljahr in Hogwarts. Während der alljährlichen Eröffnungszeremonie verkündet Schulleiter Albus Dumbledore, dass in diesem Jahr das Trimagische Turnier in Hogwarts stattfindet, ein Wettbewerb zwischen den drei europäischen Zauberschulen Hogwarts, Beauxbatons und Durmstrang. Jede Schule stellt einen Champion, der sie im Rahmen des Wettbewerbs vertritt und drei Aufgaben erfüllen muss. Außerdem erscheint der Auror Alastor „Mad-Eye“ Moody als neuer Lehrer für das Fach „Verteidigung gegen die dunklen Künste“.

Aufgrund der Gefährlichkeit der geplanten Aufgaben ist es nur Schülern ab 17 Jahren erlaubt, sich für das Trimagische Turnier zu bewerben. Hierzu muss derjenige einen Zettel mit seinem Namen in den Feuerkelch werfen, um den Dumbledore eine Altersgrenzlinie gezaubert hat. Der Feuerkelch wählt danach die drei Champions aus: Viktor Krum für Durmstrang aus Bulgarien, Fleur Delacour für Beauxbatons aus Frankreich und Cedric Diggory für Hogwarts. Obwohl Harry erst 14 Jahre alt ist und beteuert, sich nicht beworben zu haben, spuckt der Feuerkelch noch einen vierten Zettel aus, auf dem sein Name steht. Barty Crouch, der Ministeriumsbeauftragte für das Turnier, besteht auf Harrys Teilnahme, da die Entscheidung des Feuerkelches bindend ist. Die meisten Schüler sehen Cedric als den wahren Champion und Harry als Betrüger an. Selbst sein bester Freund Ron spricht eine Zeit lang nicht mehr mit Harry. Durch die heimliche Hilfe von Professor Moody, Hagrid sowie durch die Unterstützung seiner Freunde gelingt es Harry die ersten beiden Aufgaben zu erfüllen.

Zwischenzeitlich verliebt Harry sich in die schüchterne Cho Chang, traut sich aber zu spät, sie zu einem Tanzball einzuladen. Diese ist bereits mit Cedric Diggory verabredet. Zudem wird angedeutet, dass Hermine mehr als nur freundschaftliche Gefühle für Ron hegt, da sie sich verletzt darüber zeigt, dass Ron sie nur aus der Not heraus zu demselben Ball einladen wollte.

Als Barty Crouch sen. auf den vermeintlichen Lehrer „Mad Eye“ Moody trifft, fühlt er sich durch dessen Mimik an seinen Sohn erinnert. Bei einem Spaziergang mit Hagrid, Ron und Hermine findet Harry später die Leiche von Crouch im Verbotenen Wald. Als Harry seinem Schulleiter Professor Dumbledore einen Besuch abstatten will, verlässt dieser zunächst kurz sein Büro, und Harry erfährt durch Dumbledores Denkarium, dass Crouchs Sohn Barty Crouch jr als Todesser entlarvt wurde und Jahre später im Zauberergefängnis Askaban starb. Professor Snape war ebenfalls ein Todesser, lief aber später zu Dumbledore über und agierte als dessen Spion.

Die letzte Aufgabe für die vier Schulchampions ist es, den Trimagischen Pokal innerhalb eines Labyrinths zu finden. Harry und Cedric erreichen gleichzeitig den Pokal und sie entscheiden sich, ihn gemeinsam zu berühren und somit gemeinsame Sieger für Hogwarts zu werden. Als sie ihn anfassen, entpuppt sich der Pokal als Portschlüssel, der sie zu einem Friedhof teleportiert. Harry erkennt den Friedhof aus seinem Traum wieder. Wurmschwanz erscheint, tötet Cedric und verschafft mit einem Zauberritual Voldemort einen neuen Körper. Bei dem anschließenden Zauberduell zwischen Harry und Voldemort treffen sich Voldemorts Todesfluch und Harrys Entwaffnungszauber in der Luft. Dabei erscheinen die Geister derer, die Voldemort ermordet hat. Sie halten Voldemort kurzzeitig auf, damit Harry mit Cedrics Leiche mit Hilfe des Portschlüssels entkommen kann.

Zurück in Hogwarts bringt Moody den verstörten Harry in sein Büro und gesteht, Harrys Namen in den Feuerkelch geworfen und ihm bei den Aufgaben immer wieder geholfen zu haben, um ihn an Voldemort auszuliefern. Noch rechtzeitig kommen Dumbledore, McGonagall und Snape ins Büro, um den vermeintlichen zu überwältigen. Sie entdecken in einer Truhe den echten Moody. Der Doppelgänger verwandelt sich langsam in den totgeglaubten Barty Crouch jr.

Am Ende wird in der Abschlussfeier von Hogwarts um Cedric getrauert; die Schüler von Beauxbatons und Durmstrang verabschieden sich und machen sich auf die Heimreise.

Musik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Filmmusik wurde bei diesem Film nicht mehr von John Williams, der die Musik zu den ersten drei Filmen geschrieben hat, sondern von Patrick Doyle eingespielt. Dieser hat sich dabei an Williams' Vorlagen orientiert. Der Soundtrack lässt jedoch Teile von Williams' eingängigem Thema vermissen, das zu einem der bekanntesten Filmthemen geworden ist. Der Regisseur des darauffolgenden Films (Harry Potter und der Orden des Phönix), David Yates, verscherzte es sich mit John Williams, der daraufhin seinen Vertrag mit Warner Brothers kündigte. Da dies schon vor Harry Potter und der Feuerkelch geschah, steuerte Williams die Musik nicht bei.

Die fiktive Zauberer-Rockband Weird Sisters, die beim Weihnachtsball aufspielt, wurde mit Jarvis Cocker, dem Frontmann von Pulp, sowie Phil Selway und Jonny Greenwood, Schlagzeuger und Gitarrist von Radiohead, besetzt. Das Auftreten der Band wurde von Rowling abgesegnet. Die im Film verbliebene Sequenz ist deutlich kürzer. Eine ungeschnittene, rund drei Minuten lange Version von 'Do The Hippogriff' mit einer besseren Überleitung von den Walzerpaaren sowie dem unfreiwilligen Stagediving Professor Flitwicks (Warwick Davis) zu dem Rock-Gig ist als nicht verwendete Szene auf der Doppel-DVD-Edition sowie der HD DVD und Blu-ray-Ausgabe enthalten. Außerdem sind alle drei für den Film geschriebenen Titel der Weird Sisters ('Do The Hippogriff', 'This Is The Night' und 'Magic Works') in voller Länge auf der Soundtrack-CD enthalten.

Synchronisation[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die deutsche Synchronbearbeitung entstand bei FFS Film- & Fernseh-Synchron in München und Berlin.[3] Frank Schaff verfasste das Dialogbuch.[3]

Rolle Darsteller Synchronsprecher[3]
Hauptfiguren
Harry Potter Daniel Radcliffe Nico Sablik
Ron Weasley Rupert Grint Max Felder
Hermine Granger Emma Watson Gabrielle Pietermann
Lehrkörper von Hogwarts
Albus Dumbledore Michael Gambon Klaus Höhne
Minerva McGonagall Maggie Smith Edith Schneider
Severus Snape Alan Rickman Bernd Rumpf
Rubeus Hagrid Robbie Coltrane Hartmut Neugebauer
Alastor „Mad-Eye“ Moody Brendan Gleeson Roland Hemmo
Filius Flitwick Warwick Davis Mogens von Gadow
Argus Filch David Bradley Fred Maire
Todesser
Lord Voldemort Ralph Fiennes Udo Schenk
Peter Pettigrew Timothy Spall Gudo Hoegel
Lucius Malfoy Jason Isaacs Wolfgang Müller
Barty Crouch Junior David Tennant Manou Lubowski
Zauberwelt
Rita Kimmkorn Miranda Richardson Dagmar Dempe
Sirius Black Gary Oldman Pierre Peters-Arnolds
Arthur Weasley Mark Williams Leon Rainer
Cornelius Fudge Robert Hardy Norbert Gastell
Bartemius Crouch Roger Lloyd-Pack Frank Engelhardt
James Potter Adrian Rawlins Udo Wachtveitl
Lily Potter Geraldine Somerville Sonja Reichelt
Rolle Darsteller Synchronsprecher
Figuren von Beauxbatons
Fleur Delacour Clémence Poésy Tatjana Pokorny
Gabrielle Delacour Angelica Mandy
Olympe Maxime Frances de la Tour France Arnaud
Figuren von Durmstrang
Igor Karkaroff Predrag Bjelac Arthur Galiandin
Viktor Krum Stanislaw Janewski Oleg Borissiv
Schüler von Hogwarts
Cedric Diggory Robert Pattinson Clemens Ostermann
Cho Chang Katie Leung Farina Brock
Fred Weasley James Phelps Stefan Günther
George Weasley Oliver Phelps Stefan Günther
Ginny Weasley Bonnie Wright Marcia von Rebay
Draco Malfoy Tom Felton Moritz Petramer
Neville Longbottom Matthew Lewis Fabian Rohm
Seamus Finnigan Devon Murray Daniel Haidinger
Vincent Crabbe Jamie Waylett Moritz Wagner
Gregory Goyle Joshua Herdman Lukas Borcherding
Parvati Patil Shefali Chowdhury Martina Krause
Padma Patil Afshan Azad Malika Bayerwaltes
Angelina Johnson Tiana Benjamin Angela Wiederhut
Andere
Die Maulende Myrte Shirley Henderson Sabine Bohlmann
Frank Bryce Eric Sykes

Kritiken[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Film erhielt überwiegend positive Kritiken und erreichte bei Rotten Tomatoes eine Bewertung von 88 %, basierend auf 246 Kritiken.[4] Bei Metacritic konnte ein Metascore von 81, basierend auf 38 Kritiken, erzielt werden.[5]

  • „‚Harry Potter und der Feuerkelch‘ ist eben nicht nur ein Gruselfilm, sondern erzählt auch eine andere Geschichte: die der leidenden, pubertierenden Teenager. Die seltenen Momente, die die Beziehung der Protagonisten untereinander behandeln, sind liebevoll und zum Brüllen komisch. Tanzstunden sind für Jungen eine Qual, und dann noch mit der alten Lehrerin – schlimmer geht’s nicht. Die erste Liebe ist unbeholfen, aufregend und irgendwie lächerlich – Regisseur Newell versteht es, diesen Zustand umzusetzen. Treue Potter-Film-Fans haben im Übrigen große Freude an den körperlichen Veränderungen der Hauptdarsteller – die breiten Kreuze, die Muskeln und der beginnende Bartwuchs sind deutlich sichtbar. Immerhin hatten Daniel Radcliffe und Co. seit dem ersten Film fünf Jahre Zeit, zu wachsen.“Stern[6]
  • „Während seines vierten Jahres auf der Zauberschule Hogwarts muss Harry einige lebensgefährliche Prüfungen überstehen. Das wird zum Teil so drastisch gezeigt, dass Kinder in diesem Film rein gar nichts verloren haben.“Cinema[7]
  • „Magische Kelche, feuerspeiende Drachen, böse Zauberer – alles schön und gut. Was aber könnte verhexter sein als die Pubertät? In Mike Newells Adaption des vierten Harry-Potter-Bandes kämpft der Jungmagier für Liebe und Anerkennung – und gegen sein Image.“Der Spiegel[8]
  • „Auch wenn Newell nicht ganz so inspiriert inszeniert wie Cuarón, bleibt ein süffiger Film, der erstmals echtes Internatsfeeling in die Zauberwelt einbringt und die Figuren mehr in der Realität denn einer Fantasywelt verwurzelt. Die Umsetzung der Questen sowie die finale Konfrontation sind solide umgesetzt und ist mit Fiennes als Voldemort auch entsprechend schwergewichtig besetzt.“Moviepilot[9]

Auszeichnungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Preise:

Nominierungen:

Die Deutsche Film- und Medienbewertung (FBW) zeichnete den Film mit dem Prädikat „wertvoll“ aus.

Sonstiges[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Film Harry Potter und der Feuerkelch war der bislang umfangreichste Film der Harry-Potter-Reihe. Die Idee, aus dem Buch zwei Filme zu machen, lehnte Regisseur Mike Newell strikt ab. So wurden, um den Rahmen eines Spielfilms nicht zu sprengen, einige Figuren und Szenen aus der Handlung gestrichen.

Für die umfangreichen Tauchszenen musste Daniel Radcliffe tauchen lernen und rund einen Monat jene Szenen in einer sechs Meter tiefen Bluescreen-Tauchbox filmen. Zum Abschluss dieser separaten Dreharbeiten bekam er von den Tauchlehrern ein Tauchlogbuch geschenkt, in dem fein säuberlich die ca. 42 Stunden Tauchgänge verzeichnet waren.

Die Spezialeffekte kommen von ILM (Industrial Light and Magic).

Schwierigkeiten gab es bei der Aussprache des Wortes „Durmstrang“. Während Rufus Beck in seinen Hörbuchversionen die englische Aussprache bevorzugt, nimmt der Synchronsprecher von Dumbledore in den Filmen die deutsche. Ähnlich verhält es sich bei der Aussprache von Professor Snapes Vornamen „Severus“. Dumbledore betont im Film die erste Silbe, während Rufus Beck in den Hörbüchern die zweite Silbe stärker betont. Letzteres erscheint jedoch logisch, da es zur Aussprache des englischen Wortes „severe“ passt, welches übersetzt etwa streng, rau oder ernst bedeutet; es könnte sich aber auch auf das lateinische Wort „severus“ beziehen, welches man genauso ausspricht und dasselbe wie severe bedeutet.

Im Abspann wird – zusätzlich zum normalerweise am Filmende stehenden Siegel „No animals were harmed …“ – scherzhaft darauf hingewiesen, dass bei den Dreharbeiten kein Drache zu Schaden gekommen sei.

Nach dem Abspann ist kurz der Schriftzug „Mary Selway 1936–2004“ zu sehen, der einen Nachruf an die noch während der Dreharbeiten an Krebs verstorbene Casting-Direktorin des Filmes darstellt.

Die Free-TV-Premiere im deutschen Fernsehen fand am 2. Januar 2009 im ZDF statt.

Filmbesucherzahlen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Land Besucher 2005 Besucher 2006 Insgesamt 2005/2006
USA 43.226.701 1.974.027 45.200.728
Großbritannien 10.035.788 370.117 10.405.905
Deutschland 7.312.059 636.294 7.948.353
Frankreich 6.730.000 631.678 7.361.678
Spanien 3.604.492 274.833 3.879.325
Italien 3.577.799 152 011 3.729.810
Polen 1.373.747 121.283 1.495.030
Niederlande 1.016.097 336.919 1.353.016
Belgien 1.106.322 - 1.106.322
Schweden 753.039 108.221 861.260
Türkei 749.704 - 749.704
Österreich 699.372 43.776 743.148
Tschechien 467.182 239.675 706.857
Schweiz 612.090 79.935 692.025
Dänemark 623.656 58.783 682.439

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Freigabebescheinigung für Harry Potter und der Feuerkelch. Freiwillige Selbstkontrolle der Filmwirtschaft, Oktober 2005 (PDF; Prüf­nummer: 104 139 K).
  2. Alterskennzeichnung für Harry Potter und der Feuerkelch. Jugendmedien­kommission.
  3. a b c Harry Potter und der Feuerkelch. In: synchronkartei.de. Deutsche Synchronkartei, abgerufen am 23. Oktober 2014.
  4. Harry Potter und der Feuerkelch bei Rotten Tomatoes (englisch)
  5. Harry Potter und der Feuerkelch bei Metacritic (englisch)
  6. Stern: Fürchtet euch, ihr Zauberkinder
  7. Cinema: Harry Potter und der Feuerkelch
  8. Spiegel: Die Bürde des Auserwählten
  9. moviepilot.de: Harry Potter und der Feuerkelch – Filmkritik