Harry Trüller

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Harry Trüller (* 20. Dezember 1868; † 13. August 1934 in Celle) war ein deutscher Keks- und Zwiebackfabrikant, Bürgervorsteher und Senator in Celle; er war der Initiator der Straßenbahn Celle.[1] Die Keksfabrik Trüller war „seinerzeit weltweit mit die größte ihrer Art.“[2]

Werbemarke aus dem Jahr 1910

Trüller-Werke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Harry Trüller, Sohn eines Bäckers[3], erhielt im Jahr 1891 ein Patent für seine Zwiebackschneidemaschine. 1896 wurde in Celle eine Fabrik errichtet, die sich auf die Herstellung von Keksen, Waffeln und Zwieback spezialisierte.[4] 1901 kam eine Waffel- und 1908 eine Schokoladenfabrik hinzu. Die erste Eintragung in das Handelsregister fand im Jahre 1907 unter "Harry Trüller" statt. Von 1917 bis 1921 wurden im Werk Nudeln hergestellt. Nach Harry Trüllers Tod 1934 übernahm sein Sohn Gustav und die Töchter Elli Kraft, Martha Haller und Ilse Steinberg die Leitung.[5] 1964 wurde die Harry Trüller GmbH von Nabisco für 20 Millionen DM übernommen.[6] Das von Nabisco aufgekauft Werk XOX wurde Anfang 1977 geschlossen, und die Produktion zu Trüller nach Celle verlagert.[7] Auch Trüller wurde am 15. Juli 1977 geschlossen und ist seitdem ein Teil des Kölner Unternehmens Intersnack Knabber-Gebäck GmbH & Co. KG.

Der Nachlass der Trüller-Werke wird im Stadtarchiv Celle aufbewahrt. In der Abteilung „Leistung, Streik und Gastarbeit – Perspektiven der Arbeit“ im Bomann-Museum sind Teile der Produktionsanlagen ausgestellt.[8]

Haus Trüller[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Trüller-Haus in Celle

Das Wohn- und Geschäftshaus in der Westcellertorstr. 15A in Celle wurde 1908–1909 erbaut und 1924 eröffnet.[9] Der Architekt Otto Haesler errichtete den Bau an der Grenze zur Altstadt auf dem Eckgrundstück am Rande des Schloßparks am Stadtgraben. Der Eckbau mit seinen vier Geschossen überragt die Nachbargebäude und ist mit einem Turmerker akzentuiert. An den Seitenfronten wird der Bau von Risaliten begrenzt. Haesler gliederte die Geschosse mit Lisenen, Voll- und Halbsäulen, sowie verschiedenen Fensterüberdachungen. Es wurden Mosaikbänder an den Pfeilern und zwischen den Fensterfronten des Ladengeschosses angebracht, beim Firmenschild kamen farbige Fliesen zum Einsatz.[10][11]

Auszeichnungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Jahr 1929 wurde Harry Trüller wegen seiner Verdienste zum Ehrenbürger von Celle ernannt.[12]

„‚Er war der Einzige, der während der Fahrt mit der Straßenbahn auf dem Tritt stehen durfte und nicht vom Schaffner von dort verwiesen wurde‘, erinnert sich eine Zeitzeugin. ‚Dieses Privileg flößte uns Kindern mehr Respekt vor ihm ein als alle seine Titel.‘“

Rolf-Dieter Diehl in Cellesche Zeitung

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Harry Trüller – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. celle.de: Die Celler Strassenbahn. Abgerufen am 11. Oktober 2017
  2. Cosima Bellersen Quirini: 100 besondere Orte in Celle. epubli 2014, ISBN 3-844-2906-13.
  3. HAZ vom 23. Oktober 2013: Bomann-Museum in Celle Die große in der kleinen Welt
  4. Juliane Schmieglitz-Otten: 700 Jahre junges Celle. Stadt Celle 1991, ISBN 3-925-9021-20, S. 135.
  5. Andreas Babel,: 6: Zeitzeugen zu "Trüller" gesucht. In: cellesche-zeitung.de. 12. Mai 2015, abgerufen am 11. Oktober 2017.
  6. Der Spiegel, Band 20, R. Augstein 1966, S. 50.
  7. Werner Stalder: 100 Jahre knabbern mit XOX. In: rp-online.de. 25. März 2008, abgerufen am 11. Oktober 2017.
  8. bomann-museum.de: „Leistung, Streik und Gastarbeit – Perspektiven der Arbeit“
  9. deutschlandfunkkultur.de: "Neues Bauen für alle!" von Adolf Stock
  10. Christopher Menge: Trüllerhaus. In: cellesche-zeitung.de. 29. März 2014, abgerufen am 11. Oktober 2017.
  11. Wolfgang Webermann, Lorenz Knieriem, Christoph Schmidt: Zeitsprünge Celle. Sutton Verlag GmbH 2011, ISBN 3-866-8090-50, S. 63.
  12. Rolf-Dieter Diehl: Harry Trüllers originelle Zwiebackschneidemaschine schrieb Geschichte. In: cellesche-zeitung.de. 7. April 2017, abgerufen am 12. Oktober 2017.