Harscheid (bei Adenau)

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Ortsgemeinde Harscheid
Harscheid (bei Adenau)
Deutschlandkarte, Position der Ortsgemeinde Harscheid hervorgehoben
Koordinaten: 50° 28′ N, 6° 54′ O
Basisdaten
Bundesland: Rheinland-Pfalz
Landkreis: Ahrweiler
Verbandsgemeinde: Adenau
Höhe: 414 m ü. NHN
Fläche: 3,13 km2
Einwohner: 145 (31. Dez. 2017)[1]
Bevölkerungsdichte: 46 Einwohner je km2
Postleitzahl: 53520
Vorwahl: 02695
Kfz-Kennzeichen: AW
Gemeindeschlüssel: 07 1 31 026
Adresse der Verbandsverwaltung: Kirchstraße 15
53518 Adenau
Website: www.adenau.de
Ortsbürgermeister: Günther Hilterscheid
Lage der Ortsgemeinde Harscheid im Landkreis Ahrweiler
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Über dieses Bild
Harscheid (bei Adenau), Luftaufnahme von 2015
Kapelle St. Donatus

Harscheid ist eine Ortsgemeinde im Landkreis Ahrweiler in Rheinland-Pfalz. Sie gehört der Verbandsgemeinde Adenau an.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Neben dem Hauptort gehört der Ortsteil Am Steinkreuz zur Gemeinde.[2]

Harscheid liegt unmittelbar an der Grenze zu Nordrhein-Westfalen. Nachbargemeinden sind Sierscheid, Schuld und Rupperath.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Name Harscheid setzt sich zusammen aus den beiden Wörtern „haris“ und „scheid“. Die Endsilbe „scheid“ kommt von „scit“ und bedeutet „bewaldeter Bergrücken“. 1501 wird Harscheid zum ersten Mal urkundlich erwähnt. Der Kölner Domhof in Schuld besaß Güter in Harscheid, wovon Abgaben zu leisten waren. Im Jahre 1673 wird berichtet, dass die Harscheider eine Bittschrift an den Kurfürsten richteten: Sie wollten von den Abgaben befreit werden, da sie von französischen Truppen überfallen worden seien, die „alle Früchte,Tiere und Möbelstücke an sich gerissen“ hätten. Der Landesherr wies die Nürburger Kellnerei an, auf das Geld zu verzichten. Harscheid gehörte bis 1794 zum Schultheißenamt der vier „Honschaften“ von Schuld im kurkölnischen Amte Nürburg.[3]

Harscheid war immer Filiale der Pfarrei Schuld. Seit 1754 steht im Ort die Kapelle, die dem heiligen Jodokus und dem heiligen Donatus geweiht ist. Der Pfarrer von Schuld besaß in Harscheid ein Drittel des Zehnten. Gemäß Visitationsprotokoll gab es 1830 in Harscheid 15 Familien = 83 Seelen und 48 Kommunikanten. Die Kapelle befand sich damals in gutem Zustand. Der Schuldner Pfarrer musste an den Festtagen der Kapellenpatrone jeweils ein Hochamt mit Predigt halten.

Die Schüler in Harscheid mussten bis 1961 wegen des fehlenden Schulgebäudes die Schule in Schuld besuchen. Dieser Zustand wurde nach Fertigstellung einer neuen Schule in Harscheid beendet. Durch die Schulreform 1971/72 wurde sie jedoch wieder aufgelöst; seitdem ist die Schule in Antweiler für die Grundschulkinder aus Harscheid zuständig. Die meisten der übrigen Schüler sind an Adenauer Schulen angemeldet. Das frühere Schulgebäude Harscheids diente lange Jahre als Ferienheim. 2008 ging das Gebäude in privaten Besitz über und wird heute als Privatwohnsitz genutzt.

Bevölkerungsentwicklung

Die Entwicklung der Einwohnerzahl von Harscheid, die Werte von 1871 bis 1987 beruhen auf Volkszählungen: [4][1]

Jahr Einwohner
1815 82
1835 85
1871 89
1905 78
1939 76
1950 91
Jahr Einwohner
1961 76
1970 115
1987 119
1997 134
2005 153
2017 145

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gemeinderat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Gemeinderat in Harscheid besteht aus sechs Ratsmitgliedern, die bei der Kommunalwahl am 25. Mai 2014 in einer Mehrheitswahl gewählt wurden, und dem ehrenamtlichen Ortsbürgermeister als Vorsitzendem.[5]

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wappen von Harscheid
Blasonierung: „Schildhaupt durch ein schwarzes Kreuz auf Silber geviert. Im schwarzen Kreuz ein silberner Pilgerstab. Im rechten oberen roten Schildteil ein silberner links gewendeter Löwenkopf, im oberen linken grünen Schildteil ein goldener Blitz. Im linken unteren grünen Schildteil eine goldene Axt und im rechten unteren roten Schildteil ein silbernes Johanniterkreuz.“[6]

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Im Jahre 1754 wurde eine Kapelle zu Ehren der Heiligen Donatus und Jodok errichtet. Das Innere der Kapelle beherbergt einen Barockaltar und zehn Bänke aus dem 18. Jahrhundert. In einer Nische, die von zwei gedrehten Säulen flankiert wird, befindet sich eine Holzfigur des heiligen Jodok. 1838 wurde eine neue Kirchenglocke eingebaut, die 1919 nochmals durch eine andere ersetzt wurde. 1857 wurden neue Fenster eingebaut. Zu Beginn des Jahres 1970 wurde das Dach der Kapelle erneuert.
  • Rundwanderwege in und um Harscheid[7]

Siehe auch: Liste der Kulturdenkmäler in Harscheid (bei Adenau)

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeinde ist durch die K 25 und die K 26 erschlossen.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Harscheid (near Adenau) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz – Bevölkerungsstand 2017, Gemeindeebene (Hilfe dazu).
  2. Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz (Hrsg.): Amtliches Verzeichnis der Gemeinden und Gemeindeteile. Stand: Januar 2018[Version 2019 liegt vor]. S. 4 (PDF; 2,2 MB).
  3. Geschichte von Harscheid. Abgerufen am 10. August 2017.
  4. Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz – Regionaldaten
  5. Der Landeswahlleiter Rheinland-Pfalz: Kommunalwahl 2014, Stadt- und Gemeinderatswahlen
  6. Wappenbeschreibung. Abgerufen am 10. August 2017.
  7. Rundwanderweg Schuld-Sierscheid-Harscheid. Abgerufen am 10. August 2017.