Harsum

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Harsum
Harsum
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Harsum hervorgehoben
Koordinaten: 52° 12′ N, 9° 58′ O
Basisdaten
Bundesland: Niedersachsen
Landkreis: Hildesheim
Höhe: 70 m ü. NHN
Fläche: 49,96 km2
Einwohner: 11.445 (31. Dez. 2015)[1]
Bevölkerungsdichte: 229 Einwohner je km2
Postleitzahl: 31177
Vorwahl: 05127
Kfz-Kennzeichen: HI, ALF
Gemeindeschlüssel: 03 2 54 020
Gemeindegliederung: 9 Ortsteile
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Oststraße 27
31177 Harsum
Webpräsenz: www.harsum.de
Bürgermeister: Marcel Litfin (parteilos)
Lage der Gemeinde Harsum im Landkreis Hildesheim
Landkreis Hildesheim Niedersachsen Landkreis Holzminden Landkreis Northeim Landkreis Goslar Landkreis Wolfenbüttel Salzgitter Landkreis Hameln-Pyrmont Region Hannover Landkreis Peine Freden (Leine) Lamspringe Bockenem Alfeld (Leine) Duingen Sarstedt Algermissen Harsum Giesen Nordstemmen Hildesheim Elze Gronau Eime Diekholzen Diekholzen Schellerten Schellerten Söhlde Bad Salzdetfurth Holle SibbesseKarte
Über dieses Bild

Harsum ist eine Gemeinde im Landkreis Hildesheim in Niedersachsen nördlich der Stadt Hildesheim. Die Gemeinde hat größtenteils Anteil am fruchtbaren Schwarzerde-Ackerboden der Hildesheimer Börde und ist landwirtschaftlich geprägt. Kleinere Waldflächen wie Borsumer und Aseler Wald sowie Subeeksholz und Hollenmeerholz prägen ebenso das Landschaftsbild. Durch den Hauptort Harsum fließt der Unsinnbach.

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Geografische Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Harsum liegt nahe dem Stichkanal Hildesheim und der Autobahn A 7 in der Hildesheimer Börde.

Gemeindegliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Harsum hat neun Ortschaften:

Adlum, Asel, Borsum, Harsum, Hönnersum, Hüddessum, Klein Förste, Machtsum und Rautenberg

Nachbargemeinden[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeinde grenzt im Uhrzeigersinn, beginnend im Nordosten, an Hohenhameln (Landkreis Peine), Schellerten, Hildesheim, Giesen, Sarstedt und Algermissen (alle Landkreis Hildesheim).

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In den ältesten noch vorhandenen Urkunden wurde der Ort als „Hardessem“ bezeichnet. Im Fürstentum Hildesheim war Harsum eines der größten Dörfer. Während der Schlacht von Dinklar am 3. September Im Jahre 1367 kämpften die Harsumer auf der Seite ihres Landesherrn, des Hildesheimer Fürstbischofs Gerhard von Berg, gegen die Braunschweiger und ihre Verbündeten. Aufgrund des für die Hildesheimer Seite siegreichen Ausgangs bekamen die Harsumer Reiheleute (Bauern auf eigenem Land) das Privileg, den Pfarrer des Ortes selbst wählen zu dürfen. Dieses Privileg fiel erst mit dem Zweiten Vatikanischen Konzil weg. Seit den 1970er Jahren ernennt der Bischof von Hildesheim den Pfarrer.

Eingemeindungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 1. März 1974 wurden die Gemeinden Adlum, Asel, Borsum, Hönnersum, Hüddessum, Klein Förste, Machtsum und Rautenberg eingegliedert.[2]

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gemeinderat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Gemeinderat der Gemeinde Harsum besteht aus 28 Ratsfrauen und Ratsherren. Dies ist die festgelegte Anzahl für eine Gemeinde mit einer Einwohnerzahl zwischen 11.001 und 12.000 Einwohnern.[3] Die 28 Ratsmitglieder werden durch eine Kommunalwahl für jeweils fünf Jahre gewählt. Die aktuelle Amtszeit begann am 1. November 2011 und endet am 31. Oktober 2016.

Stimmberechtigt im Rat der Gemeinde ist außerdem der hauptamtliche Bürgermeister Marcel Litfin (parteilos).

Die letzte Kommunalwahl vom 11. September 2011 ergab das folgende Ergebnis:[4]

Bürgermeister[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hauptamtlicher Bürgermeister der Gemeinde Harsum ist der parteilose Marcel Liftin. Bei der letzten Bürgermeisterwahl am 25. September 2016 wurde er in einer Stichwahl mit 70,16 % der Stimmen gewählt. Sein Gegenkandidat Konrad Steinmann (CDU) erhielt 29,84 % der Stimmen. Die Wahlbeteiligung lag bei 58,10 %.[5] Liftin löste den bisherigen Amtsinhaber Gundolf Kemnah (CDU) ab, der nicht erneut angetreten war.

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Wappen der Gemeinde zeigt einen silbernen (weißen) Ring, belegt mit einer goldenen (gelben) Ähre in rotem Wappengrund.[6]

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Harsum von Norden, im Hintergrund der Hildesheimer Wald
St. Cäcilia
  • Die katholische Pfarrkirche St. Cäcilia am Kirchplatz, auch Harsumer Dom genannt, ist eine eindrucksvolle neuromanische Basilika, geweiht 1886.
  • Die evangelisch-lutherische Kirche St. Andreas an der Osterfeldstraße wurde 1911 errichtet.

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Unternehmen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wichtigster Arbeitgeber ist die Transnorm System (Förderanlagenbau), welche hier die Zentrale ihrer Unternehmensgruppe sowie ihren größten Entwicklungs- und Produktionsstandort hält. Ein weiterer großer Arbeitgeber ist die Jensen GmbH (ehemals Jensen-Senking GmbH), welche ihre Produktion (Wäscherei-Technik) im Jahre 2002 von Hildesheim nach Harsum verlagerte. Weiter unterhält die ANZAG (Pharmagroßhandel) hier ein Logistikzentrum und TomTom (digitale Kartografie) eine deutsche Niederlassung (ehemals Tele Atlas). Der Spezialchemikalien-Hersteller Stockmeier hat ein Werk in Harsum. Die LUCHS Medizin OHG (Sauerstoff- und Beatmungstechnologien) sowie die LUCHS Medizin Verwaltungs GmbH haben hier ihren Sitz. Größtes Unternehmen in Harsum war lange Zeit die nicht mehr existierende Zuckerfabrik der Nordzucker AG. Die Laschinger Seafood unterhält am Ort einen Produktionsstandort für die Verarbeitung von Frischfisch.

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Harsum liegt an der Bahnstrecke Lehrte–Hildesheim. Seit 2008 bietet die Linie S 3 der S-Bahn Hannover stündliche Verbindungen über Lehrte nach Hannover Hauptbahnhof sowie nach Hildesheim Hauptbahnhof. Die Binnenerschließung und das Verbinden mit Nachbarorten übernehmen Buslinien des Regionalverkehrs Hildesheim

Die Anschlussstelle 61 „Hildesheim Drispenstedt“ zwischen den Ortschaften Asel und Drispenstedt der A 7 liegt in der Nähe von Harsum. Außerdem führen die Bundesstraße 494 und der Stichkanal Hildesheim durch das Gemeindegebiet. Der Flugplatz Hildesheim liegt wenige Kilometer von Harsum entfernt.

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Johannes Nordhoff (1870–1950), Vorsitzender des Arbeitgeberverbands Deutscher Versicherungs-Unternehmungen
  • Joop Bergsma (1928–2011), römisch-katholischer Geistlicher und Theologe; verbrachte seinen Lebensabend in Harsum
  • Franziska Henze (* 1931), ehemalige Tischtennis-Nationalspielerin
  • Martha Behrens (* 1932), ehemalige Tischtennins-Nationalspielerin
  • Konrad Dettmer (* vor 1940), ehemaliger Tischtennis-Nationalspieler

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Udo Stenger Harsum, Asel und Klein-Förste - Bilder und Geschichten aus vergangenen Tagen, 1984 Geiger-Verlag, Horb a.N.
  • Hildesheimer und Kalenberger Börde. Natur und Landschaft im Landkreis Hildesheim. Mitteilungen der Paul-Feindt-Stiftung Band 5. Hildesheim 2005, ISBN 3-8067-8547-3

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Harsum – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Landesbetrieb für Statistik und Kommunikationstechnologie Niedersachsen, 100 Bevölkerungsfortschreibung – Basis Zensus 2011, Stand 31. Dezember 2015 (Hilfe dazu).
  2. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. 5. 1970 bis 31. 12. 1982. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart/Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 209.
  3. Niedersächsisches Kommunalverfassungsgesetz (NKomVG) in der Fassung vom 17. Dezember 2010; § 46 – Zahl der Abgeordneten, abgerufen am 23. Dezember 2014
  4. Ergebnis Gemeinderatswahl 2011 – Harsum, abgerufen am 23. Dezember 2014
  5. Landeswahlleiter: Vorläufige Ergebnisse der Stichwahl vom 25. September 2016. 26. September 2016, abgerufen am 21. September 2016 (deutsch).
  6. Hauptsatzung der Gemeinde Harsum, abgerufen am 23. Dezember 2014