Hartmannsdorf-Reichenau

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Hartmannsdorf-Reichenau
Hartmannsdorf-Reichenau
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Hartmannsdorf-Reichenau hervorgehoben
Koordinaten: 50° 49′ N, 13° 35′ O
Basisdaten
Bundesland: Sachsen
Landkreis: Sächsische Schweiz-Osterzgebirge
Verwaltungs­gemeinschaft: Klingenberg
Höhe: 569 m ü. NHN
Fläche: 28,37 km2
Einwohner: 1070 (31. Dez. 2016)[1]
Bevölkerungsdichte: 38 Einwohner je km2
Postleitzahl: 01762
Vorwahl: 037326
Kfz-Kennzeichen: PIR, DW, FTL, SEB
Gemeindeschlüssel: 14 6 28 150
Gemeindegliederung: 2 Ortsteile
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Untere Dorfstraße 82
01762 Hartmannsdorf-Reichenau
Bürgermeister: Reinhard Pitsch (parteilos)
Lage der Gemeinde Hartmannsdorf-Reichenau im Landkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge
Altenberg (Erzgebirge)Bad Gottleuba-BerggießhübelBad SchandauBahretalBannewitzDippoldiswaldeDohmaDohnaDorfhainDürrröhrsdorf-DittersbachFreitalGlashütteGohrischHartmannsdorf-ReichenauHeidenauHermsdorfKlingenbergHohnsteinSebnitzKönigstein (Sächsische Schweiz)KreischaLiebstadtLohmenMüglitztalNeustadt in SachsenPirnaKlingenbergRabenauRathenRathmannsdorfReinhardtsdorf-SchönaRosenthal-BielatalDippoldiswaldeSebnitzSebnitzStadt WehlenStruppenStolpenTharandtWilsdruffSachsenTschechienLandkreis BautzenDresdenLandkreis MeißenLandkreis MittelsachsenKarte
Über dieses Bild

Hartmannsdorf-Reichenau ist eine Gemeinde im Landkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge in Sachsen. Die Gemeinde besteht aus den beiden Ortsteilen Hartmannsdorf und Reichenau. Sie ist Teil der Verwaltungsgemeinschaft Klingenberg.

Ortsteil Reichenau von der Burgruine Frauenstein

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hartmannsdorf-Reichenau liegt im Osterzgebirge, etwa 35 km von Dresden entfernt, in der Nähe der Stadt Frauenstein. Östlich der Gemeinde befindet sich die Talsperre Lehnmühle, die die Wilde Weißeritz staut. Weitere Nachbarorte sind Hennersdorf, Röthenbach und der Geburtsort von Gottfried Silbermann, Kleinbobritzsch.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hartmannsdorf-Reichenau entstand am 1. Januar 1994 durch den Zusammenschluss der bis dahin eigenständigen Gemeinden Hartmannsdorf und Reichenau.[2] Die Gemeindeverwaltung befindet sich seitdem in Reichenau. Die Gemeinde war von 1994 bis 2008 dem Weißeritzkreis angehörig. Seit dem 1. August 2008 ist Hartmannsdorf-Reichenau Teil des Landkreises Sächsische Schweiz-Osterzgebirge.

Hartmannsdorf-Reichenau plant eine Fusion mit der Stadt Frauenstein und der Gemeinde Rechenberg-Bienenmühle im Landkreis Mittelsachsen, allerdings wurde im August 2012 der dazu nötige Wechsel in den Landkreis Mittelsachsen durch das Sächsische Innenministerium nicht genehmigt.[3]

Im Jahr 2000 wohnten 1.332 Menschen in Hartmannsdorf-Reichenau, am 31. Dezember 2009 waren es 1.135.

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gemeinderatswahl 2014[4]
Wahlbeteiligung: 64,5 %
 %
50
40
30
20
10
0
47,4 %
45,0 %
7,6 %
WIR
KBBH

Seit der Gemeinderatswahl am 25. Mai 2014 verteilen sich die 10 Sitze des Gemeinderates folgendermaßen auf die einzelnen Gruppierungen:

  • Wählerinitiative Reichenau (WIR): 5 Sitze
  • Kommunale Bürgerbewegung Hartmannsdorf (KBBH): 5 Sitze

Das Wappen der Gemeinde ziert die Talsperre Lehnmühle.

Gedenkstätten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ausflugsziele[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • St.-Laurentiuskirche Hartmannsdorf

Die Kirche ist wahrscheinlich gleich bei der Besiedelung um 1200 als hölzernes Bauwerk errichtet worden, als schlichtes rechteckiges Gebäude und später dann in Stein ausgeführt. Die Kirche wurde bei Gründung des Ortes sofort mit in den Bebauungsplan aufgenommen, da sie mit in die Reihe der Hufen eingegliedert wurde. Im Jahr 1346 erfolgte die erste urkundliche Erwähnung in einem Matrikel des Bistums Meißen. 1512 gab es einen Anbau der Apsis. 1743 und 1850 folgte der Anbau der Vorhallen.

Östlich von Hartmannsdorf liegt die 1927 bis 1931 errichtete Talsperre, welche aufgrund ihrer geraden Gewichts-Staumauer eine Besonderheit darstellt. Sie dient dem Hochwasserschutz, sowie der Trinkwasserversorgung der Umgebung und auch für Dresden. Ihr Stauinhalt liegt bei 23 Millionen Kubikmetern. Die Staumauer ist 50 m hoch und 520 m lang. Bei extremem Niedrigwasser, so 1975 und 2018, gibt die Talsperre den Blick auf den versunkenen Ort Steinbrückmühle frei, der einst zu Hartmannsdorf-Neubau zählte.

  • Hartmannsdorfer Schweiz

Unterhalb der Talsperre befinden sich bis zu 20 m hohe Felsen, in welchen sich Teile der Dorfbevölkerung im Zweiten Weltkrieg versteckten.

  • Alte Schanze im Weißeritztal

Die Skisprungschanze (Name: Schanze der Zukunft) war in den 1950er Jahren der Treffpunkt der Dorfjugend im Winter. Sie wurde innerhalb mehrerer Jahre von Hans Neubert aus Frauenstein erbaut, der diese mit weiteren Skisprungbegeisterten in den Berg grub.

Wegweisersäule von 1854 im Ortsteil Hartmannsdorf am Richterteich
  • Wegweisersäulen und -steine sowie königlich-sächsische Meilensteine

Fünf historische Wegweisersäulen und -steine befinden sich in der Ortslage sowie zwei Königlich-sächsische Meilensteine aus der Zeit von 1859 bis 1865 an der ehem. Freiberg-Teplitzer Poststraße, ein Abzweigstein Ecke Kammstraße/Butterstraße und ein Halbmeilenstein am Parkplatz Weicheltmühle. Das Original des Halbmeilensteines ist mit zwei originalen Wegweisersteinen aus dem Ortsteil Reichenau im Gemeindeamt eingelagert.

Sport[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In der Umgebung existieren viele Wanderwege, außerdem gibt es viele Strecken zum Freeride-Mountainbiken. Im Winter sind teilweise Langlaufloipen gespurt.

In Hartmannsdorf gibt es den Hartmannsdorfer SV Empor 1922 der seine Heimspiele auf dem Hartmannsdorfer Waldsportplatz absolviert.

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Johann Christoph Arnold (* 10. März 1763 in Hartmannsdorf b. Frauenstein; † 6. August 1847 in Dresden), Buchhändler, Verleger

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Hartmannsdorf-Reichenau – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Aktuelle Einwohnerzahlen nach Gemeinden 2016 (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu).
  2. Gemeinden 1994 und ihre Veränderungen seit 01.01.1948 in den neuen Ländern, Verlag Metzler-Poeschel, Stuttgart, 1995, ISBN 3-8246-0321-7, Herausgeber: Statistisches Bundesamt
  3. Erzgebirgsdorf strebt Fusion mit Frauenstein an – Trotz des Vetos aus Dresden Pläne nicht begraben (Memento vom 10. Februar 2013 im Webarchiv archive.is). In: Dresdner Neueste Nachrichten, 17. August 2012.
  4. Ergebnisse der Gemeinderatswahl 2014