Hartmut Dorgerloh

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Hartmut Dorgerloh (* 31. Mai 1962 in Berlin) ist ein deutscher Kunsthistoriker und Denkmalpfleger. Seit 2002 ist er Generaldirektor der Stiftung Preußische Schlösser und Gärten Berlin-Brandenburg.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ausbildung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hartmut Dorgerloh, Sohn des Pfarrers Fritz Dorgerloh, wuchs in Potsdam auf und machte dort 1980 an der Helmholtz-Oberschule (altsprachlicher Zweig) sein Abitur.

Nach dem Grundwehrdienst studierte er von 1982 bis 1987 Kunstgeschichte und Klassische Archäologie an der Humboldt-Universität zu Berlin und schloss sein Studium mit der Diplomarbeit Die museale Inszenierung der Kunstgeschichte – Das Bild- und Ausstattungsprogramm des Neuen Museums in Berlin ab. 1997 wurde er an der Humboldt-Universität Berlin mit der Arbeit Die Nationalgalerie in Berlin. Zur Geschichte des Gebäudes auf der Museumsinsel 1841–1970 promoviert.

Beruf[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Von 1977 bis 1984 arbeitete Dorgerloh freiberuflich als Schloss- und Parkführer bei den Staatlichen Schlössern und Gärten Potsdam-Sanssouci. Nach dem Studium war er von 1987 bis 1990 als Konservator am Institut für Denkmalpflege der DDR, Arbeitsstelle Berlin, tätig, wo er sich vor allem mit aktuellen denkmalpflegerischen Fragen auf der Berliner Museumsinsel befasste.

Nach der Wiedervereinigung wechselte Dorgerloh zum Jahresbeginn 1991 in das Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kultur des kurz zuvor wieder begründeten Landes Brandenburg. Dort leitete er das Referat für Denkmalschutz, das die Aufgaben der Obersten Denkmalschutzbehörde des Landes wahrnahm und u. a. das erste Denkmalschutzgesetz (1991) in den ostdeutschen Ländern verantwortete. Von 1997 bis 1999 zählte zu seinen Aufgaben auch die Stiftungsaufsicht und der Vorsitz der Referentenkommission der Stiftung Preußische Schlösser und Gärten Berlin-Brandenburg. 1999 wurde Dorgerloh im Auftrag des Landes Gründungsbeauftragter für das Haus der Brandenburgisch-Preußischen Geschichte (HBPG) in Potsdam und verantwortete dessen Eröffnungsausstellung „Marksteine – Eine Entdeckungsreise durch Brandenburg-Preußen“ im Rahmen von PREUSSEN 2001.

Seit dem 1. August 2002 ist Hartmut Dorgerloh Generaldirektor der Stiftung Preußische Schlösser und Gärten Berlin-Brandenburg.

Er ist seit 2004 Honorarprofessor an der Humboldt-Universität Berlin und hat Lehraufträge an der Universität Bern und der Fachhochschule Potsdam wahrgenommen.

Sein Bruder ist Stephan Dorgerloh, 2011–2016 Kultusminister von Sachsen-Anhalt.[1]

Aktuelle Gremien- und sonstige Mitgliedschaften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Schlösser und Gärten in Deutschland e.V. (seit 2012 1. Vorsitzender)
  • Arbeitsgemeinschaft Schlösser und Gärten in Deutschland (2002–2009 und erneut seit 2011 stellv. Vorsitzender)
  • ARRE – Association of European Royal Residences (seit 2010 Vizepräsident)
  • ICOM Committee for Historic House Museums – DemHist (2005–2011 Board Member)
  • Konferenz National bedeutender Kultureinrichtungen – KNK (2005–2010 Sprecher)
  • Kuratorium Kulturstiftung der Länder (KSL)
  • Haus der Brandenburgisch-Preußischen Geschichte GmbH (Mitglied des Aufsichtsrats)
  • Kuratorium Kammeroper Schloss Rheinsberg
  • Historische Kommission zu Berlin e. V.
  • Hochschulbeirat Kunsthochschule Berlin-Weißensee Bis Juni 2016
  • Ehrendomherr Domstift Brandenburg
  • Jury Kulturpreis des BDI
  • Wissenschaftlicher Beirat Staatliches Museum und Kunstsammlung Schwerin
  • Advisory Committee Museumslandschaft Hessen-Kassel
  • Verband Deutscher Kunsthistoriker e. V.

Veröffentlichungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Zu Baugeschichte und Wiederaufbau des Neuen Museums in Berlin. In: Kunstchronik. Deutsche Zeitschrift für Kunst, Nr. 2/1991, S. 112–221
  • Die Nationalgalerie in Berlin. Zur Geschichte des Gebäudes auf der Museumsinsel 1841–1970. (Die Bauwerke und Kunstdenkmäler von Berlin Beiheft 13) Gebr. Mann, Berlin 1999, ISBN 3-7861-1754-3 (= Dissertation 1997)
  • mit Michael Scherf: Preußische Residenzen. Königliche Schlösser und Gärten in Berlin und Brandenburg. Deutscher Kunstverlag, München/Berlin 2005, ISBN 3-422-06493-1 (engl., ital. und chin. Ausgaben 2005)

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Interview mit Stephan D. auf Welt Online, 2. Oktober 2011; Zitat: „Ihr Bruder Hartmut […] ist Generaldirektor der Stiftung Preußische Schlösser und Gärten.“