Harzer Wandernadel

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Stempelstelle 141 der Harzer Wandernadel an der Lasfelder Tränke
Stempelstelle 6 an der Bremer Hütte
Stempelstelle 41 an der Ruine Königsburg
Stempel im Wanderpass

Die Harzer Wandernadel ist ein System zur Auszeichnung von aktiven Wanderern. Diese können durch Erreichen und Dokumentieren von Wanderzielen Wandernadeln verschiedener Grade erlangen. Mit 222 Stempelstellen in drei Bundesländern bzw. in fünf Landkreisen im Harz und einer fünfstelligen Teilnehmerzahl hat das System eine hohe überregionale Bedeutung erlangt.

Zweck[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mit der Wandernadel soll Harzurlaubern ein attraktives Ziel gesteckt und deren Aufenthaltsdauer verlängert werden. Urlauber wie Einheimische sollen zum Wandern animiert werden.[1]

Darüber hinaus hilft das System den Wanderern, verschiedene besonders attraktive Wanderziele und Wanderwege kennenzulernen. Hierzu hat man sich bemüht, die Stempelstellen an besonders sehenswürdigen Aussichtspunkten, geologischen oder botanischen Besonderheiten, kulturellen oder geschichtsträchtigen Orten zu platzieren. Bis auf wenige Ausnahmen befinden sich die Stempelstellen an Orten, die nur zu Fuß oder mit dem Fahrrad erreicht werden können.[2]

Auszeichnungen durch die Wandernadel[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Harzer Wandernadel kann in mehreren Stufen erwandert werden:

  • 008 Stempel: Harzer Wandernadel in Bronze
  • 016 Stempel: Harzer Wandernadel in Silber
  • 024 Stempel: Harzer Wandernadel in Gold
  • 050 Stempel: Harzer Wanderkönig
  • 111 Stempel: Harzer Steiger (111 verschiedene Stempelstellen, davon 22 spezielle Bergbaustellen)
  • 150 Stempel: Harzer Kaiserschuh
  • 222 Stempel: Harzer Wanderkaiser

Es ist zulässig, die Auszeichnung nach und nach zu steigern. Es gibt keine Zeitlimitierung, innerhalb derer die Stempel zu sammeln sind. Seit 2011 gibt es für jüngere Wanderer die Auszeichnung als Wanderprinzessin bzw. Wanderprinz für Kinder bis elf Jahre nach Nachweis von elf erwanderten Stempelstellen.

Des Weiteren gibt es noch eine Wandernadel „Harzer Hexenstieg“, für die seit 2014 insgesamt 20 Stempel im Zusammenhang mit dem Harzer Hexenstieg vorzuweisen sind. Seit 2010 existieren außerdem die Wandernadeln „Harzer Grenzweg“ (20 Stempel) und „Goethe im Harz“ (28 Stempel). Um diese zu erwerben, müssen die betreffenden Stempel sowohl im normalen Wanderpass als auch in dem jeweiligen Begleitheft nachgewiesen werden.

Zudem ist es möglich, neben den regulären 222 Stempeln jedes Jahr verschiedene Sonderstempel zu sammeln, die am Ende des Wanderpasses vermerkt werden. Diese Sonderstempel haben jedoch nur Sammlerwert und sind nicht ausschlaggebend für das Erhalten einer Auszeichnung.[2] Eine Ausnahme stellt die im Frühjahr 2017 neu geschaffene Wandernadel „Harzer Klosterwanderweg“ dar. Zum Erhalt des kupfernen Pilgerkreuzes müssen neun Sonderstempel entlang des entsprechenden Harzer Klosterwanderweges nachgewiesen werden.[3]

Ablauf zum Erwerb der Wandernadel[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Vor der ersten Wanderung muss ein Wanderpass erworben werden, den man für einen geringen Betrag in den Tourismus- und Kureinrichtungen der Harzorte, teilweise auch im Buchhandel erhält. Empfehlenswert ist auch eine Karte, in der die Stempelstellen vermerkt sind, doch können diese auch auf andere Art (u. a. Internetpräsenz des Veranstalters) recherchiert werden.

An jeder Stempelstelle ist der Wanderpass zu stempeln. Sollte der Stempel fehlen, kann ersatzweise eine Nummer notiert werden, so dass Vandalismus dem System keinen grundsätzlichen Schaden antun kann.

Mit Erreichen der erforderlichen Stempelzahl wird der Wanderpass bei einer der Ausgabestellen vorgelegt und das Abzeichen nach entsprechender Prüfung für einen geringen Betrag erworben.

Besonderheiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Harzer Wandernadel hebt sich von vergleichbaren Wandernadelsystemen deutlich ab: So wird es nur wenige Systeme geben, die 222 Stempelstellen über Bundesländer- und Landkreisgrenzen hinweg enthalten. Darüber hinaus ist das System relativ gut gegen Vandalismus gesichert und kann daher überall im Gelände installiert werden, während bei anderen Systemen die Stempelstellen an Gaststätten, Geschäfte oder ähnliche Einrichtungen gebunden sind, so dass der Benutzer auf Öffnungszeiten angewiesen ist.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Initiator und Betreiber ist der Verein „Gesund älter werden im Harz e. V.“ mit Sitz in Blankenburg, der Unterstützung durch verschiedene öffentliche Institutionen erhält. Die ersten Stempelstellen wurden um 2004 angelegt. Bereits zum Auftakt 2006 wurden rund 5000 Wanderpässe ausgegeben.[4] Seit April 2007 steht in etwa das heutige System mit den 222 Stempelstellen,[5] welche nicht erhöht werden sollen. Die Orte der Stempelstellen können sich jedoch in geringem Umfang verändern. So gibt es seit der Saisoneröffnung im April 2012 elf neue Stempelstellen, wofür elf bestehende Stempelkästen umgestellt worden sind.[6]

Resonanz[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das System erfreut sich außerordentlich großer Beliebtheit, und die Nachfrage steigt weiterhin an.[7] Allein im Jahre 2006 wurden etwa 10.000 Wanderpässe verkauft.[8] Im Jahr 2015 wurden fast 20.000 Wanderpässe neu ausgegeben.[9] Bemerkenswert ist auch, dass es in jedem Jahr eine dreistellige Anzahl von Wanderern gibt, die sich den „Harzer Wanderkaiser“ erwandern.[10] Ende 2015 wurden über 3100 Wanderkaiser seit Einführung der Harzer Wandernadel gezählt.[11] Da die Stempelstellen auf eine etwa 2500 Quadratkilometer große Fläche verteilt sind,[12] sind zum Erwerb dieses Titels umfangreiche Wanderungen erforderlich.

Verzeichnis der Stempelstellen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Reguläre Stempelstellen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ehemalige Stempelstellen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Stempelstellen mit Nummern, die doppelt erwähnt werden, wurden bereits zweimal umgestellt.

  • 12 – Toter Weg ()
  • 16 – Spinne ()
  • 16 – Treppenstieg (Abzweig Unterer Brücknerweg) ()
  • 19 – Elendstal ()
  • 29 – Schutzhütte am Lutherstein ()
  • 36 – Waldwirtschaft Büchenberg ()
  • 37 – Dreiherrenstein (bei Elbingerode) ()
  • 37 – Schloßkopf ()
  • 43 – Wilhelmsborn/Holzeneschenweg ()
  • 43 – Steinatalsperre ()
  • 45 – Hotel "Zum Brockenbäcker" ()
  • 47 – Drei-Länder-Stein ()
  • 48 – Bocksplatz ()
  • 56 – Kreuzwegbaude ()
  • 56 – Rappbodeblick (oberhalb Eichenberg) ()
  • 57 – Hohle Eiche ()
  • 58 – Adlereiche ()
  • 59 – Gasthaus Windenhütte ()
  • 61 – Drei Kronen & Ehrt (Besucherbergwerk) ()
  • 75 – Gasthaus Helsunger Krug ()
  • 79 – Gasthaus Ziegenkopf ()
  • 83 – Struvenberg ()

Sonderstempelstellen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Neben dem hier genannten „Wandernden Stempelkasten“ und den Sonderstempelstellen zum 20-jährigen Jubiläum der deutschen Einheit gibt es regelmäßig weitere Sonderstempelstellen, zum Beispiel bei Veranstaltungen, geführten Wanderungen oder anderen Anlässen.

Wandernder Stempelkasten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Wandernde Stempelkasten befindet sich seit der Wandersaison 2010/11 ununterbrochen für jeweils zwei Monate an einem festen Ort, so dass pro Jahr bzw. Saison insgesamt sechs Stationen erwandert werden können. Zum Eintragen der Sonderstempel wird jedes Jahr ein Sonderstempelpass herausgegeben.

Zwischenzeitlich wurden aus einigen zuvor stationären Sonderstempelstellen reguläre Stempelstellen der Harzer Wandernadel (Nr. 83 – Austbergturm, Nr. 100 – Ebersburg, Nr. 147 – Eleonorenblick, Nr. 58 – Pferdchen, Nr. 86 – Wildpark Stangerode (als Bisongehege gelistet)).

Saison 2010/11[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]
  • Station 1 – Gegensteine bei Ballenstedt ()
    (15. Apr. 2010 bis 14. Jun. 2010)
  • Station 2 – Ebersburg bei Nordhausen ()
    (15. Jun. 2010 bis 14. Aug. 2010)
  • Station 3 – Wildpark Stangerode ()
    (15. Aug. 2010 bis 14. Okt. 2010)
  • Station 4 – Pferdchen bei Zorge ()
    (15. Okt. 2010 bis 14. Dez. 2010)
  • Station 5 – Weiße Brücke bei Braunlage ()
    (15. Dez. 2010 bis 14. Feb. 2011)
  • Station 6 – Höhlenwohnungen, Langenstein ()
    (15. Feb. 2011 bis 14. Apr. 2011)
Saison 2011/12[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]
  • Station 1 – Stein 100 bei Stempeda ()
    (16. Apr. 2011 bis 15. Jun. 2011)
  • Station 2 – Bismarckturm Osterwieck ()
    (16. Jun. 2011 bis 15. Aug. 2011)
  • Station 3 – Klosterteiche Walkenried ()
    (16. Aug. 2011 bis 15. Okt. 2011)
  • Station 4 – Waldarbeiterdenkmal, Goslar/Oker ()
    (16. Okt. 2011 bis 15. Dez. 2011)
  • Station 5 – Auerbergblick in Schwenda ()
    (16. Dez. 2011 bis 15. Feb. 2012)
  • Station 6 – Harlyturm, Vienenburg ()
    (16. Feb. 2012 bis 15. Apr. 2012)
Saison 2012/13[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]
Saison 2013/14[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]
Saison 2014/15[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]
Saison 2015/16[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]
Saison 2016/17[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]
  • Station 1 – Ilfelder Burgberg ()
    (16. Apr. 2016 bis 15. Jun. 2016)
  • Station 2 – Hexenbankweg, Hahnenklee ()
    (16. Jun. 2016 bis 16. Aug. 2016)
  • Station 3 – Kaiser-Otto-Höhenweg zwischen Bennungen und Sangerhausen ()
    (17. Aug. 2016 bis 15. Okt. 2016)
  • Station 4 – Kyffhäuser ()
    (16. Okt. 2016 bis 15. Dez. 2016)
  • Station 5 – Luisenblick Aschersleben ()
    (16. Dez. 2016 bis 15. Feb. 2017)
  • Station 6 – Steinway-Park, Seesen ()
    (16. Feb. 2017 bis 15. Apr. 2017)
Saison 2017/18[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]
  • Station 1 – Teufelsteich, Neudorf ()
    (16. Apr. 2017 bis 15. Jun. 2017)
  • Station 2 – Kuckanstal, Bad Sachsa
    (16. Jun. 2017 bis 15. Aug. 2017)
  • Station 3 – Bismarckklippe am Hirtenstieg ()
    (16. Aug. 2017 bis 15. Okt. 2017)
  • Station 4 – Schutzhütte an der Sieber
    (16. Okt. 2017 bis 15. Dez. 2017)
  • Station 5 – Burg Neu-Morungen ()
    (16. Dez. 2017 bis 15. Feb. 2018)
  • Station 6 – Auerhuhngehege, Lonau ()
    (16. Feb. 2018 bis 15. Apr. 2018)

Sonderstempel am Harzer Grenzweg[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Sonderstempelstelle "Jungborn"

Sonderstempel am Harzer Klosterwanderweg[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Jens Langlott: Harzer Wandernadel. Auf Stempeltour durch den Harz. Edition Limosa, Clenze 2013, ISBN 978-3-86037-511-2.
  • Marlies Hahnemann: Die Harzer Wandernadel. Alle 222 Stempelstellen auf einen Blick. Projekte-Verlag Cornelius, Halle 2012, ISBN 978-3-95486-100-2.
  • Offizielle Wanderkarte Harzer Wandernadel. 3-teiliges wetterfestes Kartenset vom gesamten Harz. (Maßstab 1:50.000, je Blatt 69 × 44 cm), Kartographische Kommunale Verlagsgesellschaft, Nordhausen 2012, ISBN 978-3-86973-055-4.
  • Manfred Böhm, Winfried Rasp: Wanderführer Harzer Wandernadel: 14 Wandertouren mit Beschreibung und Karte im Maßstab 1:50.000, Kartographische Kommunale Verlag-Gesellschaft, 2011, ISBN 978-3869730585

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Harzer Wandernadel – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Nicole Wunram: Oberharzer Wasserregal (Oberharzer Wasserwirtschaft), 1. Auflage, Conrad Stein Verlag, 2013, Seite 24
  2. a b Harzer Wandernadel (offizielle Homepage)
  3. Informationen zum Harzer Klosterwanderweg auf der Webseite der Harzer Wandernadel
  4. www.focus.de
  5. Harzklub Heringen: Die Harzer Wandernadel.
  6. Harzer Wandernadel: April 2012 – Saisoneröffnung des Wanderjahres 2012/13.
  7. www.haz.de (Artikel im Online-Angebot der Hannoverschen Allgemeinen Zeitung vom 12. Juli 2013)
  8. nzz: Es darf gewandert werden; 18. April 2007
  9. www.welt.de
  10. Harzer Wandernadel: Listen der Wanderkaiser
  11. Webseite des Veranstalters abgerufen am 2. Dezember 2015
  12. Emil Meynen, Josef Schmithüsen: Handbuch der naturräumlichen Gliederung Deutschlands. Bundesanstalt für Landeskunde, Remagen/Bad Godesberg 1953–1962 (9 Lieferungen in 8 Büchern, aktualisierte Karte 1:1.000.000 mit Haupteinheiten 1960) – Jürgen Hövermann in der 5. Lieferung 1957
  13. http://www.harzer-wandernadel.de/home/aktuelles.php Verlängerung für den 6. Sonderstempel der Saison 2013/14