Harzgerode

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Stadt Harzgerode
Harzgerode
Deutschlandkarte, Position der Stadt Harzgerode hervorgehoben
Koordinaten: 51° 38′ N, 11° 8′ O
Basisdaten
Bundesland: Sachsen-Anhalt
Landkreis: Harz
Höhe: 395 m ü. NHN
Fläche: 164,66 km2
Einwohner: 8068 (31. Dez. 2015)[1]
Bevölkerungsdichte: 49 Einwohner je km2
Postleitzahl: 06493
Vorwahlen: 039484, 039488 (Güntersberge, Siptenfelde), 039489 (Straßberg)Vorlage:Infobox Gemeinde in Deutschland/Wartung/Vorwahl enthält Text
Kfz-Kennzeichen: HZ, HBS, QLB, WR
Gemeindeschlüssel: 15 0 85 145
Adresse der
Stadtverwaltung:
Marktplatz 1
06493 Harzgerode
Webpräsenz: www.harzgerode.de
Bürgermeister: Marcus Weise (CDU)[2]
Lage der Stadt Harzgerode im Landkreis Harz
BallenstedtBlankenburg (Harz)DitfurtFalkenstein/HarzGroß QuenstedtHalberstadtHarslebenHarzgerodeHederslebenHuyIlsenburg (Harz)NordharzOberharz am BrockenOsterwieckQuedlinburgSchwanebeckSelke-AueThaleWegelebenWernigerodeKarte
Über dieses Bild

Harzgerode ist eine Stadt im Landkreis Harz im Land Sachsen-Anhalt. Gemeinsam mit den Ortsteilen Alexisbad, Mägdesprung und Silberhütte wurde Harzgerode im Dezember 1998 ein staatlich anerkannter Erholungsort.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gemeindegliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]


Klima[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Klimadiagramm von Harzgerode[3]

Die durchschnittliche Lufttemperatur in Harzgerode beträgt 6,9 °C.

Der Jahresniederschlag beträgt 553 mm. Der Niederschlag liegt im unteren Drittel der Messstellen des Deutschen Wetterdienstes. Nur 22 % zeigen niedrigere Werte an. Der trockenste Monat ist der Oktober; am meisten regnet es im Juni. Im niederschlagreichsten Monat fällt ca. 1,6-mal mehr Regen als im trockensten Monat. Die jahreszeitlichen Niederschlagschwankungen liegen im unteren Drittel. In nur 1 % aller Orte schwankt der monatliche Niederschlag weniger.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Rathaus
Zerfallene Silberhütte im Ortsteil Silberhütte

Harzgerode[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Aus der ersten urkundlichen Erwähnung Harzgerodes geht hervor, dass in Hasacanroth (Harzgerode) das Hagananrothe (Hagenrode) im Selketal 993 von König Otto III. verliehene Markt-, Münz- und Zollrecht ausgeübt wurde. Beide Siedlungen befanden sich im Besitz des Benediktinerklosters Nienburg. Für Harzgerode wurde die Verleihung des Marktrechtes zur Voraussetzung seiner Entwicklung zum wirtschaftlichen Mittelpunkt des Unterharzes. Gleichzeitig war es Gerichtsort für eine Reihe von benachbarten Dörfern. Der mit 50 Hufen ausgewiesene Klosterbesitz lässt eine Villikation (Fronhof) des Klosters in Harzgerode vermuten. Ein Präfekt als Vertreter des Abtes führte die Aufsicht über den Besitz der Benediktiner und wahrte deren Rechte. Über die Ausübung des Münzrechtes, das ab 1035 für rund zwei Jahrhunderte auf Nienburg übertragen war, liegen für das Mittelalter keine Informationen vor.

Die weltlichen Schutzvögte des Klosters Nienburg, die Fürsten von Anhalt, verdrängten allmählich den Abt aus der landesherrlichen Position und erhielten in der Mitte des 14. Jahrhunderts die Vogtei zu Harzgerode als kaiserliches Lehen. 1326 erwähnt Fürst Bernhard III. erstmals sein slot (Schloss)in Harzgerode. Wahrscheinlich verlieh er Harzgerode auch das erstmals 1338 bezeugte Stadtrecht. Einige in Harzgerode ansässige von den Fürsten belehnte Ministeriale wie von Harz, von Harzrode, von Röder und von Zweidorf standen im Dienst der neuen Herren.

1398 verpfändete Fürst Otto III. das Schloss und seinen Anteil an der Stadt an einen Mansfelder Grafen. Erst 1536 konnten die vier damals in Anhalt regierenden Fürsten das Gebiet der Ämter Harzgerode und Güntersberge wieder aus der Pfandschaft lösen, das sich nach mehrfachem Wechsel des Pfandinhabers zuletzt in der Hand des Stolberger Grafen befand. In der Zwischenzeit hatte sich die Gemarkung der Stadt ganz oder teilweise um die Flächen einiger in der Nähe gelegener wüst gefallener Dörfer, deren Einwohner nach Harzgerode verzogen waren wie Osterndorf, Eberschwende, Anhalt, Mizziloke, Bölkendorf und Abtsföhrde vergrößert. Am Ende des 15. Jahrhunderts wurde die eventuell erste Pflasterung einer Straße als "Steinweg" erwähnt. Ein zu dieser Zeit auch schon vorhandenes Rathaus deutet auf die Existenz einer kommunalen Selbstverwaltung hin. 1525 hatten sich Harzgeröder im Rahmen des Bauernkrieges an einem Plünderungszug beteiligt, der die Propstei Hagenrode und das Ballenstedter Kloster betraf.

Nach Übernahme der Landesherrschaft 1536 durch Anhalt wurde die Stadt Verwaltungssitz des Doppelamtes Harzgerode/Güntersberge. In dieser Zeit setzte sich die Reformation durch und erste lutherische Prediger erhielten ihre Anstellung. Mit der 1538 ausgerufenen Bergfreiheit hofften die Fürstren, die desolate wirtschaftliche Situation ihrer Harzbesitzungen schnell überwinden zu können. Harzgerode wurde zum Zentrum bergbaulicher Aktivitäten. Die Stadt wuchs um die Vorstädte Freiheit und Ehrenberg, im Selketal errichtete man eine neue Schmelzhütte, am Ende des Jahrhunderts war auch eine Münzstätte in Betrieb. Nach einem Pestausbruch wurde um 1550 außerhalb der Stadt ein Hospital eingerichtet und daneben ein Friedhof neu angelegt, wohingegen der neben der Kirche befindliche geschlossen wurde. 1549 begann auf Anordnung des Landesherren Fürst Georg III der Neubau des Schlosses einschließlich eines Vorwerks (Domäne). Die Einbeziehung Anhalts in den Schmalkaldischen Krieg (1546/47) beeinträchtigte vorerst den wirtschaftlichen Aufschwung. Der am Ende des Jahrhunderts von den Fürsten angeordnete Glaubenswechsel, die Annahme des Kalvinismus, stieß anfangs auf heftigen Widerstand der Harzgeröder.

Durch seine geschützte Lage litt Harzgerode selbst wenig unter kriegerischen Auseinandersetzungen, dafür wurde die Stadt immer wieder durch Feuer verwüstet. Um 1500 kam es zu einer ersten überlieferten großen Feuersbrunst. 1635 (am Johannistag) brannten bis auf sieben Häuser alle Gebäude der Stadt ab, 1659 folgte schon das nächste Großfeuer. Am 30. Juni 1722 wurden 42 Häuser ein Raub der Flammen und am 23. Oktober 1817 nochmals 52 Gebäude.

Zu spüren bekam Harzgerode sehr frühzeitig die Auswirkungen des 30-jährigen Krieges. 1623 war die Stadt Sammelplatz eines zur Landesverteidigung aufgestellten Fähnleins, das schnell zur Belastung der Bevölkerung wurde. In den folgenden Jahren litt die Stadt unter Truppendurchzügen, Einquartierungen, nicht abreißenden Forderungen des Militärs und zusätzlichen Plünderungen. Nur im Sommer 1631 gelang es den Bürgern, zweimal Angriffe abzuwehren. Zwanzig Jahre nach dem Krieg waren auf Grund der Bevölkerungsverluste 20 Hausstellen in den Vorstädten noch nicht wieder besetzt.

Von 1635 bis 1709 war die Stadt Residenz des Fürstentums Anhalt-Harzgerode. Sitz des Fürsten war das Mitte des 16. Jh. ausgebaute Harzgeröder Schloss. Bergbau auf silberhaltigen Bleiglanz (Galenit) erfolgte in der Grube Albertine. In Harzgerode befand sich der Sitz des Amtsgerichts Harzgerode.

Im Jahr 2011 begannen Schüler der Sekundarschule von Harzgerode mit der Restaurierung des ehemaligen jüdischen Friedhofes im Ort. Mit einem Gedenkstein sollte der jahrelangen jüdischen Geschichte gedacht werden.[4]

Ortsteile[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Siedlungsgeschichtlich reicht das Alter der meisten Ortsteile mehr als 1000 Jahre zurück, so Siptenfelde bereits im Jahre 936. Jüngster Ortsteil ist Alexisbad, vor 200 Jahren von Herzog Alexius als Kurbad gegründet. Architektur und Ortsplanung gehen auf den Architekten Karl Friedrich Schinkel zurück. Bekanntester Kurgast war 1820 Carl Maria von Weber.

Güntersberge und Harzgerode besaßen Stadtrecht. Die meisten der Ortsteile gehörten während der überwiegenden Zeit zum Herzogtum Anhalt, Straßberg jedoch zur Grafschaft Stolberg-Stolberg. In Harzgerode, Silberhütte, Mägdesprung, Straßberg und Neudorf wurde über Jahrhunderte Bergbau betrieben, waren Hüttenwerke ansässig. Heute noch liegen im Gebiet der Stadt viele Schächte. Erlebt werden kann die Bergbaugeschichte heute noch in der Grube Glasebach im Ortsteil Straßberg. Das bergbauliche Wasserwirtschaftssystem des mittleren Unterharzes, das Unterharzer Teich- und Grabensystem, liegt vollständig im heutigen Stadtgebiet von Harzgerode auf den Gemarkungen Straßberg und Neudorf. Die Spuren der Bergbaugeschichte sind über drei Bergbaulehrpfade zu erkunden. Sowohl Teile des Teich- und Grabensystems als auch die Standorte der meisten Gruben und der bergbaulichen Folgeindustrie sind heute durch Bergbautannen gekennzeichnet.

Aber auch das Schloss in Harzgerode sowie die Burgruinen der Burg Anhalt (zwischen Harzgerode und Mägdesprung) und der Güntersburg (beim Ortsteil Güntersberge) zeugen vom Ursprung der Region mit einer wechselvollen Geschichte.

Am 1. August 2009 schlossen sich die Städte Güntersberge (mit den damaligen Ortsteilen Friedrichshöhe und Bärenrode), Harzgerode (mit den damaligen Ortsteilen Alexisbad, Mägdesprung und Silberhütte) sowie die Gemeinden Dankerode, Königerode, Schielo, Siptenfelde und Straßberg zur neuen Stadt Harzgerode zusammen.[5] Am 1. September 2010 wurde Neudorf eingemeindet.[6]

Am 1. Juli 2014 ist das neue Kommunalverfassungsgesetz des Landes Sachsen-Anhalt in Kraft getreten. In dessen §14 (2) wird den Gemeinden die Möglichkeit gegeben, den Ortsteilen, die vor der Eingemeindung Städte waren, diese Bezeichnung zuzuerkennen.[7] Die Stadt Harzgerode hat von dieser Regelung Gebrauch gemacht. In ihrer im Jahr 2017 gültigen Hauptsatzung werden im §1 (2) die Ortsteile mit ihren amtlichen Namen aufgeführt.[8]

Religionen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die evangelischen Christen in Harzgerode gehören zur Kirchengemeinde St. Marien in Harzgerode (Harzgerode, Alexisbad, Mägdesprung) im Kirchenkreis Ballenstedt der Evangelischen Landeskirche Anhalts.

Die römisch-katholischen Christen in Harzgerode gehören zur katholischen Pfarrei St. Elisabeth in Ballenstedt (Gemeinden in Ballenstedt mit der Kirche St. Elisabeth, Gernrode (Nutzung der evangelischen Stiftskirche) und Harzgerode mit der Kirche St. Johannes Baptist) im Dekanat Halberstadt des Bistums Magdeburg.

Es gibt außerdem eine Evangelisch-Freikirchliche Gemeinde (Baptisten) in Harzgerode.

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gemeindewahl 2014 [9]
Wahlbeteiligung: 45,8 % (-11,4 %p)
 %
40
30
20
10
0
39,3 %
37,5 %
12,5 %
10,8 %
Gewinne und Verluste
im Vergleich zu 2009
 %p
 12
 10
   8
   6
   4
   2
   0
  -2
  -4
  -6
  -8
-10
+10,9 %p
-10,0 %p
+3,5 %p
-1,6 %p
Vorlage:Wahldiagramm/Wartung/Anmerkungen
Anmerkungen:
b verschiedene Wählergruppen
Sitzverteilung im Stadtrat
        
Insgesamt 20 Sitze
  • Linke: 2
  • SPD: 2
  • Bürgerverein Unterharz: 3
  • FWG: 2
  • UWS: 1
  • Unabh. Bürgergemeinschaft Schielo: 1
  • Unabh. Bürgergemeinschaft Siptenfelde: 1
  • CDU: 8

Stadtrat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Dem Stadtrat gehören 20 Mitglieder und zusätzlich der Bürgermeister Marcus Weise (CDU) an.

Zusammensetzung (in Klammern Veränderung zur Wahl 2009):

  • CDU: 8 Sitze (+2)
  • Wählergruppen: 8 Sitze (−2)
  • Die Linke: 2 Sitze
  • SPD: 2 Sitze

(laut amtlichem Endergebnis der Wahl zum Stadtrat Harzgerode am 25. Mai 2014)

Die Wählergruppen setzen sich zusammen aus: Bürgerverein Unterharz (BVU; 3 Sitze), Freie Wählergemeinschaft (FWG; 2 Sitze), Unabh. Wählergemeinschaft Straßberg (UWS; 1 Sitz), Unabh. Bürgergemeinschaft Schielo (1 Sitz) und Unabh. Bürgergemeinschaft Siptenfelde (1 Sitz)

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Wappen wurde am 19. November 2010 durch den Landkreis genehmigt.

Blasonierung: „In Silber ein grüner Berg belegt mit silbernem Schlägel und Eisen, darauf wachsend vorn eine grüne Tanne und hinten eine grüne Linde, mittig ein offenes schwarz gefugtes rotes Stadttor mit links und rechts angesetzter Stadtmauer und Zinnenturm mit Fensteröffnung und golden beknauftem blauem Spitzdach.“

Die Farben der Stadt Harzgerode sind Weiß-Rot.

Flagge[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Flagge ist weiß-rot (1:1) gestreift (Längsform: Streifen senkrecht verlaufend) und mittig mit dem Stadtwappen belegt.

Städtepartnerschaften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Ortsteil Harzgerode mit Leval (Frankreich) seit 1999
  • Ortsteil Güntersberge mit Bockenem (Niedersachsen)
  • Ortsteil Straßberg mit Straßberg (Vogtl.)

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Schlosshof
Rathaus und ev. St.-Marien-Kirche
Katholische Kirche St. Johannes Baptist

Museen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kirchen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • evangelische St.-Marien-Kirche (OT Harzgerode, Am Marktplatz)
  • evangelische Kirche St. Petrus und Paulus (OT Neudorf, Hauptstraße)
  • evangelische Petruskapelle Alexisbad (1815 nach Plänen von K. F. Schinkel als Teehäuschen erbaut).
  • katholische Kirche St. Johannes Baptist (OT Harzgerode, Alexisbader Straße 6) von 1953 (gehört zur Pfarrei St. Elisabeth Ballenstedt)

Profanbauten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Geschichtsdenkmale[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kultur und Vereine[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Sport[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Schanzenanlage Harzgerode

Der Wintersportverein (WSV Harzgerode) ist der größte Verein der Stadt und unterteilt sich in mehrere Abteilungen. Er unterhält auch eine Schanzenanlage. Der traditionsreiche Sprungschanzenkomplex wird derzeit modernisiert. Es können bereits wieder zwei Mattenschanzen (K 5 und K 16) sowie eine Winterschanze (K 12) genutzt werden. Die K-16-Schanze wurde am 26. April 2008 im Rahmen eines Weihesprunglaufes eingeweiht und nach dem Harzgeröder Sportlehrer und Skisprung-Trainer Ernst Bremmel benannt. Neben dem WSV gibt es auch den SV Concordia 08 Harzgerode, der die Abteilungen Fußball und Floorball (Unihockey) vereint. Der Verein wurde 1908 gegründet und gehört im Fußball zu einem der erfolgreicheren im Harz. Auch in der Abteilung Unihockey ist der Verein bereits in Erscheinung getreten: 2009 wurde er Deutscher Meister in der U13 und U15.

Klippenlauf[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In jedem Jahr findet am ersten Sonntag im Juni der traditionsreiche Harzgeröder Klippenlauf statt. Neben dem 15-km-Hauptlauf stehen noch eine 5-km-Strecke und eine 2,5-km-Strecke zur Wahl. Auch ein Schnupperlauf (1 km) für junge LäuferInnen sowie eine Wander-/Nordic-Walking-Route werden angeboten. Anspruchsvolle Strecken, eine gute Organisation und ein buntes Rahmenprogramm lassen die Teilnehmerzahlen stetig wachsen und locken Läufer/-innen aus ganz Deutschland in die Kleinstadt im Unterharz.

Kultur- und Heimatbund (OT Harzgerode)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Dieser 1990 gegründete Verein organisiert in enger Zusammenarbeit mit dem Kulturausschuss der Stadt jährlich mehrere Ausstellungen im Schloss mit Podiumsdiskussionen.[15]

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bahnhof Harzgerode, Endpunkt einer Strecke der Selketalbahn

Die Stadt hat sich zu einem wichtigen Industrie- und Gewerbestandort entwickelt. Neben Unternehmen mit internationaler Bedeutung wie der Trimet Aluminium (Zulieferer der Autoindustrie, Herstellung von Druckgußteilen), der Pyrotechnik Silberhütte, einem Betrieb der Rheinmetall AG, und der Swisspor haben sich viele kleinere Unternehmen und Gewerbebetriebe hauptsächlich im Industriegebiet Harzgerode Ost und im Gewerbegebiet Augustenhöhe, aber auch in den Ortsteilen Dankerode, Neudorf, Königerode, Straßberg und Güntersberge angesiedelt.

In den Industrie- und Gewerbegebieten in Harzgerode dominieren Betriebe des traditionellen Metallsektors mit dem Gießereiwesen. Ein überregionales Netzwerk wird dabei durch das Creativitäts-und-Competenz-Centrum Harzgerode (CCC), ein Technologie- und Gründerzentrum des Landes Sachsen-Anhalt, verwirklicht. Betreiber des CCC ist die Gesellschaft für Wirtschaftsförderung und Innovation mbH. Herzstück ist eine automatisierte Druckgusszelle sowie hochwertige Laboreinrichtungen für die Analyse und Bewertung von Bauteilen, Formen und Werkstoffen.

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Stadt ist über die Bundesstraßen 242 und 185, per Zug mit der Selketalbahn über die Stichstrecke aus Alexisbad sowie mit verschiedenen Buslinien der Harzer Verkehrsbetriebe zu erreichen. Vor dem Bahnhof Harzgerode befindet sich ein kleiner Busbahnhof als Umsteigepunkt unter und zwischen den verschiedenen öffentlichen Verkehrsmitteln.

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Söhne und Töchter der Stadt[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gedenkstein des jüdischen Friedhofes in Harzgerode
  • Johann Georg I. (Anhalt-Dessau) (1567–1618)
  • August Friedrich Sack (1703–1786), Philosoph und Theologe
  • Johann Philipp Sack (1722–1763), Komponist und Tastenspieler
  • Immanuel Wohlwill (1799–1847), Pädagoge und jüdischer Publizist
  • Johann Friedrich Ludwig Thiele (1816–1848), Organist und Komponist
  • Friedrich Ernst von Busse (1828–1916), Politiker, Mitglied des Reichstages
  • Carl Reuß (1844–1918), Forstmann, Schöpfer der ersten Wanderwege im Harz
  • Wilhelm Otto (1871–1943), Bronzegießer und Bildhauer, Professor an der Städtischen Kunstgewerbeschule Berlin
  • Kurt Müller (1876–1952), Jurist, Politiker und anhaltischer Staatsminister (1924–1929)
  • August Wolf (1889–1945), Drucker und sozialdemokratischer Widerstandskämpfer, Opfer der NS-Herrschaft
  • Ernst Bremmel (1903–1992), Sportlehrer, über 30 Jahre Initiator für das sportliche Leben in der Stadt, Schaffung des Sprungschanzenkomplexes und aufopferungsvoller Einsatz für den Sprunglauf in Harzgerode. Ehrungen: Friedrich-Ludwig-Jahn-Medaille in Gold, Ehrennadel des DTSB in Gold, Verdienstmedaille des DSLV, Ehrenbürger der Stadt Harzgerode
  • Veronika Hesse, geb. Schmidt (* 1952), Weltmeisterin und Olympiasiegerin im Skilanglauf

Weitere Personen, die mit Harzgerode in Verbindung stehen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Friedhelm Linemann, Andreas Friebe: Harzgerode und das Selketal, ISBN 3-938579-22-6
  • Berent Schwineköper (Hrsg.): Provinz Sachsen Anhalt. In: Handbuch der Historischen Stätten Deutschlands. Band 11. Alfred Kröner Verlag, Stuttgart 1987, S. 197–198, ISBN 3-520-31402-9
  • Heinrich Lindner: Geschichte und Beschreibung des Landes Anhalt, S. 505 ff. Digitalisat
  • Karl-Heinz Börner: Kurze Geschichte der Stadt Harzgerode. Harzgeroder Hefte 3, Harzgerode 2008.
  • Emil Pfennigsdorf: Geschichte der Stadt Harzgerode. Festschrift zur Einweihung des Rathauses am 6. März 1901. Harzgerode 1901, Reprint 2008
  • Siegfried Ottilie: Bekannte, berühmte und verdiente Töchter und Söhne der Stadt Harzgerode. Harzgeroder Heft 7, Quedlinburg 2015, ISBN 978-3-942975-13-1.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Harzgerode – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Statistisches Landesamt Sachsen-Anhalt, Bevölkerung der Gemeinden – Stand: 31. Dezember 2015 (PDF) (Fortschreibung) (Hilfe dazu).
  2. Amtliches Endergebnis, abgerufen am 9. Januar 2017.
  3. Deutscher Wetterdienst, Normalperiode 1961–1990
  4. Schulklasse pflegt jüdischen Friedhof, Mitteldeutsche Zeitung vom 7. Juli 2011
  5. StBA: Änderungen bei den Gemeinden Deutschlands, siehe 2009, 2. Liste
  6. StBA: Änderungen bei den Gemeinden Deutschlands, siehe 2010
  7. Kommunalverfassungsgesetz des Landes in der Fassung vom 1. Juli 2014
  8. Hauptsatzung der Harzgerode in der Fassung 2017
  9. https://daten.verwaltungsportal.de/dateien/news/2/3/9/9/5/1/ebd5faa23de0e02f10bf4db78e3f23f5_stadtrat.pdf Ergebnis der Stadtratswahl
  10. Hüttenmuseum Carlswerk. In: Harzgerode.de, abgerufen am 11. Mai 2014
  11. Eckart Roloff und Karin Henke-Wendt: Hoch hinaus: Pharmazeutisches im Kirchturm. In: Besuchen Sie Ihren Arzt oder Apotheker. Eine Tour durch Deutschlands Museen für Medizin und Pharmazie. Band 1, Norddeutschland. Verlag S. Hirzel, Stuttgart 2015, S. 223–224, ISBN 978-3-7776-2510-2
  12. Ausführliche Darstellung zur Geschichte des Harzgeröder Rathauses
  13. Kurzinformation zum Waldhof
  14. Ulrike Puvogel, Martin Stankowski: Gedenkstätten für die Opfer des Nationalsozialismus: Berlin, Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen-Anhalt, Sachsen, Thüringen. Band 2. Bundeszentrale für Politische Bildung, 1999, ISBN 978-3-8933-13914
  15. MZ-Web.de: Findet die 200-Jahr-Feier zwischen Ruinen statt?; abgerufen am 18. Mai 2010