Harzschützen

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Harzschützen nannten sich Angehörige einer Bewegung im Harzgebiet während des Dreißigjährigen Krieges.

In den Jahren 1624/1625 erhoben sich die Bewohner in der Umgebung des Harzes gegen die Willkür, Requirierungen und Plünderungen der Söldner. Wegen der sich nun ständig wiederholenden Überfälle griff die gepeinigte Bevölkerung zur Selbsthilfe und rottete sich zu kleinen Widerstandsgruppen, bestehend aus Bauern der umliegenden Ortschaften, zusammen. Sie verließen ihre Heimstätten, bildeten kleine Abteilungen und bezogen Stützpunkte in schwer zugänglichen Gebieten des Gebirges. Sie selbst nannten sich "Harzschützen". Ihre Anführer waren meistens Männer, die schon im Kriegsdienst standen und das Kriegshandwerk beherrschten. Die Bewegung konzentrierte sich vor allem im Harzvorland in den Gebieten um Osterode, Benneckenstein, Stolberg, Thale, Blankenburg, Nordhausen und Neustadt unterm Hohnstein.

Nach zeitgenössischen Angaben zählten die Harzschützen etwa 600 Mann. Sie führten einen erfolgreichen Kleinkrieg, wobei sie das waldreiche und gebirgige Gelände geschickt ausnutzten. Sie vernichteten Requirierungstrupps, überfielen Transporte, verjagten Kommandos und zerschlugen schwache Garnisonen. 1626 und 1627 dehnten sie ihre Streifzüge bis nach Halberstadt, Aschersleben und Einbeck aus.

Zwischen den Zentren der Bewegung bestanden allerdings nur lose Kontakte, und selten gab es ein Zusammenwirken. Aber erst Ende der 20er Jahre des 17. Jahrhunderts konnten Truppen diese größte Widerstandsbewegung im mitteldeutschen Raum während des Dreißigjährigen Krieges unterdrücken.

Musical[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

An die Harzschützen erinnert das gleichnamige Rockmusical, das seit August 2007 jeden Sommer im mittelalterlichen Schloss Harzgerode aufgeführt wird. Es spielt im Jahre 1625 und erzählt die Geschichte der Gründung der Harzschützen verbunden mit einer Liebesgeschichte. Veranstalter ist die Harzer Schmalspurbahn, die auch einen Sonderzug, den "Harzschützenexpress", einsetzt, der die Besucher von Quedlinburg nach Harzgerode transportiert. [1][2] Ab Mai 2012 hat das Musical seinen Spielort in Stolberg (Harz).

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Helmut Asmus: Die Harzschützen, eine Volksbewegung im Dreißigjährigen Krieg, in: Nordharzer Jahrbuch 13 (1988), S. 46–48.
  • Frank Boblenz: Aspekte der Harzschützenbewegung 1929 im Unterharz, in: Nordharzer Jahrbuch 18/19 (1995), S. 93–108.
  • Frank Boblenz: Bericht des Oberst David Peckherr vom 14./24. Juli 1627 über die Aktion gegen die Harzschützen und die dabei erfolgte Einäscherung von Benneckenstein, in: Benneckensteiner Heimatheft 45 (2003), S. 79–86.
  • Hans Hoffmann: Harzschützen und die Wirren des 30jährigen Krieges, Bad Harzburg 1992.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Harzer Schmalspurbahn
  2. Homepage des Harzschützen-Musicals