Harzschützen

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Zur Navigation springen Zur Suche springen

Harzschützen nannten sich Angehörige einer Bewegung im Harzgebiet während des Dreißigjährigen Krieges.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In den Jahren 1624/1625 erhoben sich die Bewohner in der Umgebung des Harzes gegen die Willkür, Requirierungen und Plünderungen der Söldner. Wegen der sich nun ständig wiederholenden Überfälle griff die gepeinigte Bevölkerung zur Selbsthilfe und rottete sich zu kleinen Widerstandsgruppen, bestehend aus Bauern der umliegenden Ortschaften, zusammen. Sie verließen ihre Heimstätten, bildeten kleine Abteilungen und bezogen Stützpunkte in schwer zugänglichen Gebieten des Gebirges. Sie selbst nannten sich "Harzschützen". Ihre Anführer waren meistens Männer, die schon im Kriegsdienst standen und das Kriegshandwerk beherrschten. Die Bewegung konzentrierte sich vor allem im Harzvorland in den Gebieten um Osterode, Benneckenstein, Stolberg, Thale, Blankenburg, Nordhausen und Neustadt unterm Hohnstein.

Nach zeitgenössischen Angaben zählten die Harzschützen etwa 600 Mann. Sie führten einen erfolgreichen Kleinkrieg, wobei sie das waldreiche und gebirgige Gelände geschickt ausnutzten. Sie vernichteten Requirierungstrupps, überfielen Transporte, verjagten Kommandos und zerschlugen schwache Garnisonen. 1626 und 1627 dehnten sie ihre Streifzüge bis nach Halberstadt, Aschersleben und Einbeck aus.

Zwischen den Zentren der Bewegung bestanden allerdings nur lose Kontakte, und selten gab es ein Zusammenwirken. Aber erst Ende der 20er Jahre des 17. Jahrhunderts konnten Truppen diese größte Widerstandsbewegung im mitteldeutschen Raum während des Dreißigjährigen Krieges unterdrücken.

In Eisdorf, einem Ortsteil der Gemeinde Bad Grund in Niedersachsen, ist die Harzschützenstraße nach der Bewegung benannt.

Musical[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

An die Harzschützen erinnerte ein gleichnamiges Rockmusical, das von August 2007 bis September 2009 im Schloss Harzgerode und von Juli 2012 bis Juni 2013 in Stolberg (Harz)[1][2] aufgeführt wurde. Veranstalter war die Harzer Schmalspurbahn, die auch einen Sonderzug, den Harzschützenexpress, von Quedlinburg nach Harzgerode einsetzte. Das Musical spielte im Jahre 1625 und erzählte die Geschichte der Gründung der Harzschützen verbunden mit einer Liebesgeschichte.[3]

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Helmut Asmus: Die Harzschützen, eine Volksbewegung im Dreißigjährigen Krieg, in: Nordharzer Jahrbuch 13 (1988), S. 46–48.
  • Frank Boblenz: Aspekte der Harzschützenbewegung 1929 im Unterharz, in: Nordharzer Jahrbuch 18/19 (1995), S. 93–108.
  • Frank Boblenz: Bericht des Oberst David Peckherr vom 14./24. Juli 1627 über die Aktion gegen die Harzschützen und die dabei erfolgte Einäscherung von Benneckenstein, in: Benneckensteiner Heimatheft 45 (2003), S. 79–86.
  • Hans Hoffmann: Harzschützen und die Wirren des 30jährigen Krieges, Bad Harzburg 1992.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Homepage des Harzschützen-Musicals
  2. Die Harzschützen - Schlosshof Stolberg (Harz). In: musicalzentrale.de, abgerufen am 16. April 2022
  3. DIE HARZSCHÜTZEN - Das Rockmusical aus dem Selketal – Harzer Schmalspurbahnen (Memento vom 2. Februar 2012 im Internet Archive)