Hasbara

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche

Der Begriff Hasbara (hebräisch הַסְבָּרָה hasbará, „Erklärung“ o. "Public Diplomacy[1]") beschreibt ein Instrument der Öffentlichkeitsarbeit der Regierung Israels, um international eine positive Berichterstattung über Israel und seine politischen Anliegen zu fördern.

Organisation[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach einem Bericht der New York Times aus dem Jahr 1986 wurde das Programm in den 1970er-Jahren gegründet, um insbesondere auf amerikanische Unternehmen Einfluss zu nehmen. Hierbei beriet die Werbeagentur Backer and Spielvogel unter Carl Spielvogel, der später unter Bill Clinton US-amerikanischer Botschafter in der Slowakei wurde, die israelische Regierung.[2] Die Strategie stützte sich auf das Buch Battleground: Fact and Fantasy in Palestine von Schmuel Katz aus dem Jahr 1974.[3] Das Programm untersteht dem israelischen Außenministerium.

Im Jahr 2009 wurde bekannt, dass Israel unter Einwanderern Freiwillige mit Fremdsprachenkenntnissen für das Programm suche, um als Gegengewicht zu zahlreichen antizionistischen Webseiten im Internet die israelische Perspektive auf die politischen Konflikte darzustellen.[4]

Im Rahmen der Hasbara werden außerdem gezielt Internetnutzer angeworben. Sie werden vom israelischen Außenministerium mit Argumentationshilfen versorgt und aufgefordert in internationalen Medien, darunter auch deutschsprachigen, gezielt Kommentare mit der israelischen Perspektive des Nahostkonflikts zu hinterlassen.[5]

Hasbara in den Medien[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Israel ist es strittig, ob es sich bei Hasbara um ein Mittel der Propaganda handelt. Der Journalist Reuven Ben-Schalom legt die Frage in einem Artikel in der Jerusalem Post so aus, dass für Propaganda zwangsläufig Lügen verwendet würden. Die Hasbara verwende dieses Mittel nicht, es handele sich also nicht um Propaganda.[6]

Jamil Khader, Dekan der Universität Bethlehem, attestierte der Hasbara in einem Artikel für Al Jazeera während des Gaza-Krieges 2014 darin versagt zu haben, ein glaubwürdiges Narrativ zu entwickeln. Als Folge daraus habe es weltweit Proteste gegen den Einsatz der israelischen Armee gegeben.[7]

Studenten-Organisation[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seit 2001 betreibt das Außenministerium Israels in Kooperation mit der jüdisch-orthodoxen Privatstiftung Aish HaTorah („Feuer der Torah“) mit den Hasbara Fellowships ein internationales Studenten-Programm zum Einsatz für die Interessen Israels.[8][9] Im Jahr 2007 rief die Organisation dazu auf, auch in der Wikipedia tätig zu werden.[10]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Dr. Shivi Greenfield: Israeli Hasbara: Myths and Facts. Abgerufen am 23. August 2016.
  2. To Help Israel Improve Public Relations. In: New York Times, 6. Juni 1986
  3. Op-Ed: Shmuel Katz’s Legacy Arutz Sheva – Israelnationalnews.com, 22. Mai 2008
  4. Cnaan Liphshiz:Israel recruits ‘army of bloggers’ to combat anti-Zionist Web sites. In: Haaretz, 19. Januar 2009
  5. Richard Silverstein: Hasbara spam alert. Guardian.co.uk, 9. Januar 2009
  6. Reuven Ben-Shalom: Hasbara, public diplomacy and propaganda. The Jerusalem Post, 6. Dezember 2014
  7. Jamil Khader: The grand failure of Israeli hasbara Al Jazeera, 22. August 2014
  8. About Aish International, Webseite von Aish HaTorah, abgerufen am 4. Juli 2016 (englisch)
  9. Gideon Meir: What hasbara is really about. Israeli Ministry of foreign Affairs, 24. Mai 2005
  10. Hasbara Fellowships Newsletter (Memento vom 5. Juli 2007 im Internet Archive) 31. Mai 2007