Hasenberg (Overath)

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Hasenberg
Stadt Overath
Koordinaten: 50° 54′ 38″ N, 7° 16′ 46″ O
Höhe: 186 m ü. NN
Hasenberg (Overath)
Hasenberg

Lage von Hasenberg in Overath

Hasenberg ist ein Ortsteil von Overath im Rheinisch-Bergischen Kreis in Nordrhein-Westfalen, Deutschland.

Lage und Beschreibung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der kleine, durch Landwirtschaft geprägte Ortsteil Hasenberg befindet sich an der Grenze zum Rhein-Sieg-Kreis. Er ist über die Kreisstraße 34 zu erreichen (hier Eulenthaler Straße genannt) und den Weiler Kulhoven. Ortslagen in der Nähe sind Weyerhof und Windhausen. Hasenberg ist Standort eines aufgelassenen Campingplatzes, dem zuweilen Schlagzeilen in regionalen Medien gelten. Auf dem Gelände sollen Wochenendhäuser entstehen.[1]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hasenberg wurde im 13. Jahrhundert als Hauisberg und Haysberg urkundlich erwähnt.[2]

Die Topographia Ducatus Montani des Erich Philipp Ploennies, Blatt Amt Steinbach, belegt, dass der Wohnplatz bereits 1715 eine Hofstelle besaß, die als Hasenberg beschriftet ist. Carl Friedrich von Wiebeking benennt die Hofschaft auf seiner Charte des Herzogthums Berg 1789 als Hasenberg. Aus ihr geht hervor, dass der Ort zu dieser Zeit Teil der Honschaft Heiliger im Kirchspiel Overath war.[3]

Der Ort ist auf der Topographischen Aufnahme der Rheinlande von 1817 als Hasenberg verzeichnet. Die Preußische Uraufnahme von 1845 zeigt den Wohnplatz ebenfalls unter dem Namen Hasenberg. Ab der Preußischen Neuaufnahme von 1892 ist der Ort auf Messtischblättern regelmäßig als Hasenberg verzeichnet.

1822 lebten neun Menschen im als Hof kategorisierten Ort, der nach dem Zusammenbruch der napoleonischen Administration und deren Ablösung zur Bürgermeisterei Overath im Kreis Mülheim am Rhein gehörte.[4] Für das Jahr 1830 werden für den als Hasenberg bezeichneten Ort neun Einwohner angegeben.[5] Der 1845 laut der Uebersicht des Regierungs-Bezirks Cöln als isolirtes Haus kategorisierte Ort besaß zu dieser Zeit ein Wohngebäude mit elf Einwohnern, alle katholischen Bekenntnisses.[6]

Die Liste Einwohner und Viehstand von 1848, die unter anderem der Steuererhebung diente, zählt in Hasenberg 11 Bewohner. Darunter die neunköpfige Familie des Ackerers Heinrich Hürholz, zu der sechs Kinder gehörte. Dazu kamen ein Pflegekind und eine Person Gesinde. Der Viehbestand: 1 Pferd, 3 Kühe, 1 Rind, 1 Kalb, 8 Schweine.[7]

Die Gemeinde- und Gutbezirksstatistik der Rheinprovinz führt Hasenberg 1871 mit einem Wohnhaus und vier Einwohnern auf.[8] Im Gemeindelexikon für die Provinz Rheinland von 1888 werden für Hasenberg ein Wohnhaus mit vier Einwohnern angegeben.[9] 1895 besitzt der Ort ein Wohnhaus mit acht Einwohnern,[10] 1905 werden ein Wohnhaus und acht Einwohner angegeben.[11]

Um 1854 errichtete die Althonrather Bergwerks- und Hüttengesellschaft in der Nähe die Zeche Grubenkittel, die später an die Aggertaler Kupfer-Bergbaugesellschaft ging. 1885 entstand auf einem Grundstück der Overather Kirchengemeinde eine Erzwäsche.[12]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Thomas Rausch: Häuser des Chaletdorfs zum Verkauf. In: Kölner Stadtanzeiger vom 16. November 2019
  2. Heinrich Dittmaier: Siedlungsnamen und Siedlungsgeschichte des Bergischen Landes. In: Zeitschrift des Bergischen Geschichtsvereins. Band 74, Parallele Ausgabe als Veröffentlichung des Instituts für Geschichtliche Landeskunde der Rheinlande an der Universität Bonn. Schmidt, Neustadt a.d. Aisch 1956.
  3. Wilhelm Fabricius: Erläuterungen zum Geschichtlichen Atlas der Rheinprovinz; Zweiter Band: Die Karte von 1789. Einteilung und Entwicklung der Territorien von 1600 bis 1794; Bonn; 1898
  4. Alexander A. Mützell: Neues topographisch-statistisch-geographisches Wörterbuch des preussischen Staats. Band 2. Karl August Künnel, Halle 1821.
  5. Friedrich von RestorffTopographisch-statistische Beschreibung der Königlich Preußischen Rheinprovinz, Nicolai, Berlin und Stettin 1830
  6. Uebersicht der Bestandtheile und Verzeichniß sämmtlicher Ortschaften und einzeln liegenden benannten Grundstücke des Regierungs-Bezirks Cöln : nach Kreisen, Bürgermeistereien und Pfarreien, mit Angabe der Seelenzahl und der Wohngebäude, sowie der Confessions-, Jurisdictions-, Militair- und frühern Landes-Verhältnisse. / hrsg. von der Königlichen Regierung zu Cöln [Köln], [1845]
  7. Berthold Gladbach, Peter Lückerath: Die Overather Bevölkerung in Namens-, Steuer und Einwohnerlisten vom 15. bis zum 20. Jahrhundert. Hrsg.: Geschichtsverein Rhein-Berg, Bergisch Gladbach 2016. ISBN 978-3-932326-75-2, S. 343.
  8. Königliches Statistisches Bureau Preußen (Hrsg.): Die Gemeinden und Gutsbezirke des Preussischen Staats und ihre Bevölkerung. Die Rheinprovinz, Nr. XI. Berlin 1874.
  9. Königliches Statistisches Bureau (Preußen) (Hrsg.): Gemeindelexikon für die Provinz Rheinland, Auf Grund der Materialien der Volkszählung vom 1. Dezember 1885 und andere amtlicher Quellen, (Gemeindelexikon für das Königreich Preußen, Band XII), Berlin 1888.
  10. Königliches Statistisches Bureau (Preußen) (Hrsg.): Gemeindelexikon für die Provinz Rheinland, Auf Grund der Materialien der Volkszählung vom 1. Dezember 1895 und andere amtlicher Quellen, (Gemeindelexikon für das Königreich Preußen, Band XII), Berlin 1897.
  11. Königliches Statistisches Bureau (Preußen) (Hrsg.): Gemeindelexikon für die Provinz Rheinland, Auf Grund der Materialien der Volkszählung vom 1. Dezember 1905 und andere amtlicher Quellen, (Gemeindelexikon für das Königreich Preußen, Band XII), Berlin 1909.
  12. Franz Becher: 900 Jahre Overath 1064–1964. Nachdruck der Ausgabe von 1964. Hrsg. Bergischer Geschichtsverein Overath, Verlag Bücken und Sulzer, Overath 2005. ISBN 3-936405-28-X, S. 259.