Hasenburg (Eichsfeld)

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Hasenburg
Die Hasenburg (1940)

Die Hasenburg (1940)

Alternativname(n): Asenberg, Asenburg
Entstehungszeit: um 1070
Burgentyp: Höhenburg
Erhaltungszustand: Wall- und Grabenreste
Ständische Stellung: Adlige, Kaiser, Klerikale
Ort: Buhla
Geographische Lage 51° 27′ 1″ N, 10° 18′ 10″ O51.45027777777810.302777777778481Koordinaten: 51° 27′ 1″ N, 10° 18′ 10″ O
Höhe: 481 m ü. NN
Hasenburg (Eichsfeld) (Thüringen)
Hasenburg (Eichsfeld)

Die Hasenburg, auch Asenberg oder Asenburg genannt, war eine bedeutende Reichsburg auf dem Gebiet der Ortschaften Buhla, Haynrode und Neustadt im Landkreis Eichsfeld in Thüringen.

Burgtor der Hasenburg (2000)

Lage[Bearbeiten]

Die Höhenburg liegt auf einem isolierten Berggipfel am Nordrand der Bleicheröder Berge, etwa 10 km (Luftlinie) nordöstlich von Worbis. Vom Gipfel des Berges, der sich etwa 160 m über den Talgrund erhebt, waren wichtige Straßen, welche den Südrand des Harzes mit dem Mühlhäuser Becken verbanden, zu überwachen.

Beschreibung[Bearbeiten]

Das in etwa dreieckige Bergplateau wird durch hochmittelalterliche Befestigungsreste der Reichsburg Heinrich IV. als Festungsanlage angesprochen. Die an diesem exponierten Platz konzipierte Anlage war bereits durch Steilhänge natürlich gesichert, in Ergänzung wurde dazu ein System aus Wällen und Gräben angelegt, der einzige Zugang erfolgte von Süden. Im Zugangsbereich wurde ein Kammertor von 6×2 m Ausdehnung freigelegt. Die Reichsburg konzentrierte sich auf den südlichen Teil des Berges, die ebenfalls von einer Befestigungsanlage eingefasste nördlich anschließende Fläche war dagegen mit Wohn- und Versorgungsbauten (teilweise schon mit Steinfundamenten) bestanden, die ebenfalls als Burg angesprochen werden können. Datierung: Die ergrabenen Befunde wurden als jene mit dem Sachsenkrieg überlieferte Burg gedeutet. Die Hasenburg hat viel zum Verständnis des hochmittelalterlich Festungsbaues beigetragen.

Geschichte[Bearbeiten]

Die archäologische Erforschung der Hasenburg begann bereits in den 1960er Jahren. Im Zuge der Ausgrabungen wurden zahlreiche Funde geborgen, die den Platz auch als kontinuierlich besiedelte und bereits befestigte Höhensiedlung der Hallstattzeit ausweisen, die immer wieder von nachfolgenden Siedlern für sich in Anspruch genommen wurde. Auch die Randbereiche im Tal und die Hänge der Burg wiesen zahlreiche Fundplätze auf. Die bereits im Spätmittelalter verbreitete Überlieferung eines heidnischen Heiligtumes oder Kultplatzes auf dem Götterberg ließ dies ebenso vermuten. Köhler vermutet hierbei die Entstehung der zahlreichen Höhensiedlungen als Folge innerer Kämpfe zwischen Nachbarn, weniger als ein Indiz für den kriegerischen Konflikt benachbarter Völker.

Seit dem 7. Jahrhundert besetzten die Franken den Berg und nutzten ihn als Grenzfestung gegen die Sachsen. Die hochmittelalterlichen Funde bestätigen die in der Chronik des Lambert von Hersfeld erwähnten Kämpfe König Heinrich IV. mit den aufständischen Thüringern und Sachsen. Die Hasenburg diente hierbei als ein Baustein in einem System von Befestigungsanlagen zur Sicherung des Krongutes um den Harz und zur Stärkung der Zentralgewalt. Der Zeitpunkt der Zerstörung der Burg lässt sich aus der Befundlage auf das Jahr 1074 eingrenzen.

Nach der Zerstörung der Burg durch einen Großbrand (die Mehrzahl der Bauwerke bestand aus Holz und Fachwerk) wurde die Burg noch bis in das 13. Jahrhundert belegt, was auf einen teilweisen Wiederaufbau hindeutet. Auch in späterer Zeit nutzten die Einwohner den Ort noch als Fluchtburg bei Überfällen.

Heutige Nutzung[Bearbeiten]

Die Burgstelle ist ein geschütztes Bodendenkmal. Das betreffende Gelände wird land- und forstwirtschaftlich genutzt und ist für Besucher frei zugänglich.

Literatur[Bearbeiten]

  •  Paul Grimm, Wolfgang Timpel: «(42) Hasenburg» - Die ur- und frühgeschichtlichen Befestigungen des Kreises Worbis. In: Eichsfelder Heimathefte. Sonderausgabe (1966), Heiligenstadt 1966.
  •  Thomas Bienert: «Ruine Hasenburg» - Mittelalterliche Burgen in Thüringen. Wartberg Verlag, Gudensberg-Gleichen 2000, ISBN 3-86134-631-1, S. 36-37.
  •  Michael Köhler: «Hasenburg» - Thüringer Burgen und befestigte vor- und frühgeschichtliche Wohnplätze. Jenzig-Verlag, Jena 2001, ISBN 3-910141-43-9, S. 128-129.
  •  Michael Köhler: Eisenzeitliche und mittelalterliche Siedlungsreste von der Ostseite der Hasenburg bei Haynrode, Kr. Worbis. In: Eichsfelder Heimathefte. Heft 2, Heiligenstadt 1990, ISBN 3-910141-43-9, S. 99-115.
  •  Historische Kommission für Hessen (Hrsg.): «(81) Hasenburg» - Hessen und Thüringen. Von den Anfängen bis zu Reformation.. In: Katalog zu Ausstellung des Landes Hessen. Marburg 1992, ISBN 3-89258-018-9, S. 98-99.
  • Hermann Größler: Ein in den Felsen gehauenes Stammbuch bei Naumburg. In: AfLVK Provinz Sachsen etc. Bd. l, 1891, S. 150 ff. - LV 258,
  • Karl Peter Lepsius: Beiträge zur thüringisch-sächsischen Geschichte und deutschen Kunst und Altertumskunde. 2 Bdd. 1854, S. 195
  • Beschreibende Darstellung der älteren Bau- und Kunstdenkmäler der Provinz Sachsen etc. Dd. 1/4, S. 122 - 125. 1882 ff.
  • Erich Heinze: Die Entwicklung der Pfalzgrafschaft Sachsen. In: Sachsen-Anhalt I, 1925
  • Pörtner, Rudolf: Das Römerreich der Deutschen. München 1970.
  • Volker Schimpff, Bemerkungen zum frühmittelalterlichen Hasenburgumland, in: Alt-Thüringen 41 (2008/9), S. 229-239. (pdf; 976 kB)

Weblinks[Bearbeiten]