Hasenpfanne

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Hasenpfanne aus Steinzeug, Deutschland um 1810, im Museum für Sächsische Volkskunst in Dresden

Eine Hasenpfanne (auch Hasenbrat- oder Hasenbratenpfanne, fränkisch Hosnpfanna[1] oder Hosnbrodnpfanna[2]) ist ein Bratgefäß für Hasenbraten, das bis zum 20. Jahrhundert im deutschsprachigen Gebiet allgemein gebräuchlich war. Heute gibt es Hasenpfannen hauptsächlich nur noch als Sammler- oder Museumsstücke.[3]

Die Hasenpfannen haben eine etwa Achter- oder Ypsilonform, welche passgenau zu einem (zum Braten vorbereiteten) Hasenrücken mit Vorder- und Hinterläufen geformt sind.[4] Der Hase wird so in den Topf hineingelegt, dass die Schlegel in den beiden hinteren Ausbuchtungen der Pfanne liegen.[1] Hasenpfannen haben einen Deckel, um ein gleichmäßiges Garen zu erzielen, manche Deckel sind flach, um sie mit glühenden Kohlen belegen und dadurch Oberhitze erzeugen zu können.[5] Auch Hackbraten wurde in diesen Pfannen zubereitet, woher wohl der Name „falscher Hase“ kommt. So heißt es in Kochbüchern des 19. Jahrhunderts: „... formirt einen Hasen von dem Gehäck, ... legt man ihn langsam in die Hasenpfanne.“[6]

Hasenbraten vorbereiten
Hasenpfanne mit flachem Kohlendeckel, Couven-Museum, Aachen

Hasenpfannen gab es in keramischen, kupfernen, gusseisernen und emaillierten Ausführungen; viele kupferne Gefäße mussten den Kriegsmetallsammlungen während des Ersten Weltkrieges geopfert werden, was auch die Zahl der kupfernen Hasenpfannen reduziert hat.[7][8][9]

Thurnau[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hasenbratenpfanne der Töpferei Freund um 1910 im Töpfermuseum Thurnau (ganz vorne auf dem Ofen)

Hasenpfannen wurden unter anderem[9] in Thurnau, einer Marktgemeinde im oberfränkischen Landkreis Kulmbach in Bayern, hergestellt.

Von den Thurnauer Töpfereien wurde als wichtigstes Produkt der für sie namensgebende Topf, auch Hafen genannt, hergestellt. Für einige Gerichte wurden spezielle Gefäßformen erfunden, so auch die Hasenbratenpfanne.

Die Töpferei Freund produzierte von 1784 bis 1932 in Thurnau.

Die Koch- und Bratentöpfe aus Thurnau blieben unverziert, da sie dem offenen Feuer ausgesetzt wurden. Die Glasur bildet einen sehr harten glasartigen, wasserundurchlässigen Überzug. Die typische honiggelbe, seidenweich glänzende Färbung entsteht durch die Verwendung von Bleierz und Roteisenstein.[1]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b c Pfanne (Gefäß) | bavarikon. Abgerufen am 23. Dezember 2021.
  2. Karl Litzow: Führer durch das Töpfermuseum Thurnau. Thurnau 1990, S. 33.
  3. Sophie Juliane Weiler: Neues Augsburgisches Kochbuch. Beck, 1821 (google.de [abgerufen am 6. Dezember 2017]).
  4. 20130924 _019_DSC_5852 – leben-unterwegs.com. Abgerufen am 6. Dezember 2017 (deutsch).
  5. Aller-Leih. Abgerufen am 6. Dezember 2017 (englisch).
  6. M. D. Funk: Neues Fränkisches Kochbuch oder deutliche und bewährte Anweisung zur vortheilhaftesten und schmackhaften Zubereitung der Speisen und Getränke des Backwerks und der Konfitüren: wie auch Früchte einzumachen und zu trocknen, verschiedene Essige zu verfertigen, Pöckelfleisch zu machen, Schinken einzusalzen und zu sieden, Fleisch zu räuchern u. s. w. : nebst vielen andern zur Koch- und Haushaltungskunst nützlichen Vorschriften. Heyder, 1839, S. 405 (google.de [abgerufen am 6. Dezember 2017]).
  7. Horst Decker: Goldspende zur Finanzierung des 1. Weltkriegs, Beschlagnahme von Buntmetall. Abgerufen am 6. Dezember 2017.
  8. Die Oberpfalz, ein europäisches Eisenzentrum: 600 Jahre große Hammereinung. Katalog. Bergbau- u. Indust, 1987 (google.de [abgerufen am 6. Dezember 2017]).
  9. a b Bräter. Abgerufen am 6. Dezember 2017 (deutsch).