Haslach (Traunstein)

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Haslach
Koordinaten: 47° 51′ 36″ N, 12° 37′ 26″ O
Höhe: 591 m ü. NN
Eingemeindung: 1. Mai 1978
Postleitzahl: 83278
Vorwahl: 0861

Haslach ist ein Ortsteil der großen Kreisstadt Traunstein im gleichnamigen Landkreis. Das Pfarrdorf Haslach liegt im Regierungsbezirk Oberbayern, etwa 10 km südöstlich des Chiemsees und 15 km nördlich der Chiemgauer Alpen auf einer Höhe von 591 m ü. NN.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Haslach war in Nachfolge der Urpfarrei Erlstätt seit spätestens 1263 Pfarrsitz der nördlich gelegenen Stadt Traunstein. 1376/97 wurde unter Pfarrer Conrad Lanzinger der gotische Neubau der Pfarrkirche errichtet. 1525 erscheint als Pfarrherr der Freisinger Domherr Christoph Langenmantel († 1538); er war 1518 der Fluchthelfer Martin Luthers aus Augsburg.[1] Laut einer örtlichen Überlieferung soll er ihn anschließend auch nach Schloss Hohenschwangau geführt haben. Diese Legende ließ König Max II. dort im Schwangauer Zimmer, durch den Maler Wilhelm Lindenschmit, in Form eines romantisierenden Wandgemäldes darstellen, auf dem der spätere Haslacher Pfarrherr in Ritterkleidung verewigt ist.[2]

Zwischen 1683 und 1685 wurde der Innenraum der Pfarrkirche barockisiert. Nach jahrhundertelangen Bemühungen der Stadt Traunstein wurde mit Ministerialentschließung vom 20. Dezember 1850 der Pfarrsitz in die Stadt verlegt. In der Nacht vom 25. zum 26. April 1851 zerstörte ein verheerender Brand nahezu die gesamte Stadt. Seine Ursache konnte nie aufgeklärt werden. Für die Behauptung, es habe sich um einen Racheakt für die Verlegung des Pfarrsitzes von Haslach nach Traunstein gehandelt, fehlt jeglicher Beweis. Schwere Bombenangriffe auf Haslach und Umgebung gab es in den Jahren 1944/45.

Die politische Gemeinde Haslach wurde durch das Gemeindeedikt 1818 errichtet und hatte im Jahr 1933 768 Einwohner. Die Gemeinde wurde am 1. Mai 1978 in die Stadt Traunstein eingemeindet. Gebietsteile kamen nach Siegsdorf und Vachendorf.[3]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Josef Rosenegger: Die Pfarrei Unserer Lieben Frau zu Haslach, Haslach 1963.
  • Anton Kasenbacher: Traunstein, Chronik einer Stadt in Wort und Bild, Traunstein 1980.
  • Karl Rosenegger: Geschichte der Gemeinde Haslach 1818–1978, Traunstein 1988.
  • Karl Rosenegger: Haslach, Häuser, Höfe und ihre Familien, Traunstein 1994.
  • Karl Rosenegger: Die Baugeschichte der Haslacher Pfarrkirche, Chiemgau-Blätter 18/2010, [1]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Stadtarchiv Traunstein: Akten bis 1870, S. 140 u. 141 PDF-Ansicht des Dokuments
  2. Neue Flora (Koversationsblatt), Nr. 13, Augsburg, 22. Januar 1835, S. 49 des Jahrgangs; (Digitalscan)
  3. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. 5. 1970 bis 31. 12. 1982. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart und Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 593.