Hasloh

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Hasloh
Hasloh
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Hasloh hervorgehoben
Koordinaten: 53° 42′ N, 9° 55′ O
Basisdaten
Bundesland: Schleswig-Holstein
Kreis: Pinneberg
Verwaltungs­gemeinschaft: Quickborn
Höhe: 24 m ü. NHN
Fläche: 11,07 km2
Einwohner: 3568 (31. Dez. 2015)[1]
Bevölkerungsdichte: 322 Einwohner je km2
Postleitzahl: 25474
Vorwahl: 04106
Kfz-Kennzeichen: PI
Gemeindeschlüssel: 01 0 56 021
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Rathausplatz 1
25451 Quickborn
Webpräsenz: www.hasloh.de
Bürgermeister: Bernhard Brummund (SPD)
Lage der Gemeinde Hasloh im Kreis Pinneberg
Appen Barmstedt Bevern Bilsen Bokel Bokholt-Hanredder Bönningstedt Borstel-Hohenraden Brande-Hörnerkirchen Bullenkuhlen Ellerbek Ellerhoop Elmshorn Groß Nordende Groß Offenseth-Aspern Halstenbek Haselau Hasloh Heede Heidgraben Heist Helgoland Hemdingen Hetlingen Holm Klein Nordende Klein Offenseth-Sparrieshoop Kölln-Reisiek Kummerfeld Langeln Lutzhorn Moorrege Neuendeich Osterhorn Pinneberg Prisdorf Quickborn Raa-Besenbek Rellingen Schenefeld Seester Seestermühe Seeth-Ekholt Tangstedt Tornesch Uetersen Wedel Westerhorn Haseldorf Schleswig-Holstein Hamburg Niedersachsen Kreis Segeberg Kreis Steinburg ElbeKarte
Über dieses Bild

Hasloh ist eine Gemeinde im Kreis Pinneberg in Schleswig-Holstein.

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hasloh liegt nördlich der Hansestadt Hamburg, westlich von Norderstedt, östlich von Pinneberg und südlich von Quickborn.

Hasloh liegt direkt an der Bundesstraße 4. Östlich des Ortes verläuft die Bundesautobahn 7. Durch den Ort führt die Bahnstrecke Hamburg-Altona–Neumünster der AKN. Der Ort hat somit Anschluss an das Verkehrsnetz des HVV. Bis zum Flughafen Hamburg sind es rund 20 Minuten, in die Innenstadt von Hamburg 25 Minuten mit dem Pkw.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die erste urkundliche Erwähnung geht auf 1253 zurück, als sich das Dorf noch Herslo nannte. Herslo geht auf einen indogermanischen Wortstamm zurück und bedeutet „sumpfige, ebene Fläche“. Damals trat ein Dominus Hartmannus de Herslo, also Herr Hartmann von Herslo als Zeuge auf. Im 16. Jahrhundert gehörte Hasloh dem Amtsregister des Amtmanns Clamer Heine zur Waldvogtei, zusammen mit Lokstedt, Niendorf, Garstedt, Quickborn, Renzel, Winzeldorf, Bönningstedt, Schnelsen und Hummelsbüttel.

Am 6. September 1971 musste unmittelbar nach dem Start vom Flughafen Hamburg eine Maschine der Paninternational mit 121 Menschen an Bord bei Hasloh auf der Bundesautobahn 7 notlanden. Die BAC One-Eleven kollidierte mit einer Autobahnbrücke und zerbrach in mehrere Teile, wobei 22 Personen getötet wurden. In die Tanks für die Wassereinspritzung zur Steigerung der Startleistung der Triebwerke war anstelle von reinem demineralisiertem Wasser versehentlich zusätzlich Kerosin gefüllt worden (siehe Flugzeugunglück von Hasloh).

Religion[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hasloh hat eine evangelisch-lutherische Kirche, die der Kirchengemeinde Quickborn-Hasloh angehört. Fünf Kilometer von Haslohs Zentrum befindet sich die katholische Kirche St. Marien, Quickborn.

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zum 1. Januar 2013 verließ Hasloh das Amt Pinnau, hat jetzt den Status einer amtsfreien Gemeinde und wird seither im Rahmen einer Verwaltungsgemeinschaft durch die Stadt Quickborn verwaltet.[2]

Gemeindevertretung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Sitzverteilung in der Gemeindevertretung
   
Von 17 Sitzen entfallen auf:

Ergebnis der Kommunalwahl vom 26. Mai 2013

Partei Prozent Sitze
SPD 54,3 % 9
CDU 34,4 % 6
FDP 11,3 % 2

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Blasonierung: „Von Gold und Blau schräglinks geteilt. Oben eine rot geaderte schwarze Rose mit goldenem Kelch und grünen Blattspitzen, unten an abgeschnittenem goldenen Zweig ein aufrecht stehendes goldenes Eichenblatt, darunter am gleichen Zweig ein Stengel mit einer goldenen, aufrecht stehenden Eichel und einer nach unten zeigenden Eichelschale.“[3]

Der Ortsname Hasloh deutet an, dass der Ort in einer „sumpfigen Waldgegend“ (Loh) gegründet worden ist, in welcher der Hirsch (Has = Ableitung von Hertes oder Hartes = Hirsch) heimisch war. Die verwaltungsrechtliche Zugehörigkeit der Gemeinde zur späteren Waldvogtei der Herrschaft Pinneberg bestätigt diese auf den Ortsnamen gestützte Annahme. Die charakteristischen Eichenwälder hatten lange Bestand. Noch gegen Ende des 19. Jahrhunderts wurde hier Eichenrinde zum Gerben von Fellen und Häuten gewonnen. Eichenblatt und Eichel im Wappen von Hasloh erinnern an die Bedeutung der Eichenwälder für den Ort. Eine schwarze Rose züchtete erstmals Anfang der 1930er-Jahre der Hasloher Rosenzüchter Max Krause. Sie wurde unter dem Namen „Nigrette“ weltbekannt. An dieses floristische Verdienst eines Hasloher Bürgers erinnert die Figur der Rose im Wappen.[3]

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Parks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einen eigentlichen Park im Ortskern hat Hasloh nicht. Doch an der Straße nach Tangstedt befindet sich der Pfingstwald. Alljährlich am Pfingstsonntag treffen sich dort die Einwohner des Ortes, um bei kühlen Getränken und unter den Klängen des Musikzugs der Freiwilligen Feuerwehr Hasloh gemeinsam das Pfingstfest zu feiern.

Sport[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Größter Sportverein ist der TuS Hasloh von 1928. Der Verein hat 846 Mitglieder, davon rund 400 Jugendliche und bietet Sport in mehr als 20 Sparten an. Darunter Fußball, Leichtathletik, Karate und Volleyball. Zwei Rasen-Sportplätze und eine große Sporthalle werden vom TuS genutzt. 1998 wurde das Sportlerheim mit Umkleideräumen, Sporträumen, Büros und einem Klubraum fertiggestellt.

Öffentliche Einrichtungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Volksspielbühne Hasloh führt regelmäßig Stücke im Saal des Landgasthofes Schadendorf an der Kieler Straße auf.

Bildung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die einzige Schule vor Ort ist die Peter-Lunding-Schule, eine Grundschule. Sie wurde am 15. Januar 1952 ihrer Bestimmung übergeben. Weiterführende Schulen befinden sich in Bönningstedt und in Quickborn.

Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seit dem Jahr 2013 betreibt die azv Breitband GmbH ein eigenes Glasfasernetz. Die zu Grunde liegende Technik basiert auf Fibre to the Home und bietet eine Datenübertragungsrate von derzeit 50 Mbit/s (symmetrisch).

Verschiedenes[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hasloh ist Partnergemeinde der Stadt Liebenwalde in Brandenburg.

Der in Hasloh wohnende Sprinter Jobst Hirscht gewann 1972 eine Bronzemedaille im Finale der 4-mal-100-Meter-Staffel bei den Olympischen Spielen in München.

Willy Fresch (* 1. April 1927 in Hamburg; † 18. Januar 2010 ebenda) lebte seit 1976 in Hasloh und gründete die ortsansässige Volksspielbühne.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Hasloh – Unsere Dorfgeschichte. von Liselotte Groppel, Gemeinde Hasloh 1989
  • Hasloh – 1948. von Kurt Lütjohann, Prüfungsarbeit des Lehrers Kurt Lütjohann zur 2. Lehrerprüfung 1950. Herausgegeben als Reproduktion von der Geschichtswerkstatt Hasloh e. V. 2006

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Hasloh – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Statistikamt Nord – Bevölkerung der Gemeinden in Schleswig-Holstein 4. Quartal 2015 (XLSX-Datei) (Fortschreibung auf Basis des Zensus 2011) (Hilfe dazu).
  2. Pinneberger Tageblatt, 14. September 2012
  3. a b Kommunale Wappenrolle Schleswig-Holstein