Hasselbachplatz

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Blick von der Otto-von-Guericke-Straße auf den Hasselbachplatz
Aerobiont I
historisches Bild des Hasselbachplatzes
Der Hasselbachplatz bei Nacht zur Hassel Night Line

Der Hasselbachplatz ist ein Platz in Magdeburg, der südlich des Stadtzentrums liegt und neben dem Damaschkeplatz einen zentralen Verbindungsknoten im Nahverkehr darstellt. Er ist nach dem langjährigen Magdeburger Bürgermeister Carl Gustav Friedrich Hasselbach benannt. In den letzten Jahren hat sich der Bereich um den Platz zum Zentrum des Magdeburger Nachtlebens entwickelt.

Verkehrsanlage und -knotenpunkt[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Platz ist Kreuzungspunkt von fünf Straßen: Er bildet den südlichen Abschluss des Breiten Wegs und der Otto-von-Guericke-Straße, von Westen mündet die Hallische Straße, von Süden die Sternstraße und von Osten die Liebigstraße. Fahrräder und Kraftfahrzeuge verkehren auf dem eingerichteten kreisförmigen Richtungsverkehr, die Straßenbahnen hingegen durchkreuzen den Platz. Des Weiteren befindet sich circa 200 Meter westlich des Hasselbachplatz ein gleichnamiger DB-Haltepunkt, der an der Bahnstrecke Magdeburg–Leipzig liegt und von Zügen der S-Bahn Mittelelbe bedient wird.

Bauhistorische Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ab der Mitte des 19. Jahrhunderts wurde die Festungsstadt Magdeburg stark erweitert, die Festungsanlagen zurückgebaut und die Vororte Sudenburg (1867) und Buckau (1887) eingemeindet und an die südliche Altstadt verkehrstechnisch angeschlossen. Bei den Stadterweiterungen wurde der Breite Weg nach Süden verlängert und während dieser Zeit entstand der Hasselbachplatz. Vor 1890 hieß der Platz nur 'Gabelung' und bezeichnete damit lediglich die Tatsache, dass sich die Straße von dort aus nach Buckau und Sudenburg gabelte.

Der Hasselbachplatz wurde sternförmig angelegt und mit Gebäuden im Gründerzeitstil umschlossen. Einige dieser Bauten hatten barocke Stilelemente, um den Platz dem architektonischen Gepräge des Breiten Wegs anzupassen.

Von 1890 bis zum 7. April 1927 schmückte der Hasselbach-Brunnen, ein 15 Meter hoher Monumentalbrunnen mit einem Relief Hasselbachs den Platz. Aus verkehrstechnischen Gründen wurde der Hasselbachbrunnen jedoch entfernt und Platz für Automobilverkehr und Straßenbahn geschaffen. Eine Rekonstruktion des Denkmals ist bis heute auf dem Haydnplatz zu sehen. Der Brunnen hat ein großes Wasserbecken, in dessen Mitte je 2 weibliche und männliche Figuren sitzen, die Handelsfleiß, Wissenschaft, Ackerbau und Handwerk darstellen. Am Sandsteinobelisk ist unter anderem ein bronzenes Relief befestigt, das den zu ehrenden Oberbürgermeister im Profil zeigt.

Am 17. Juni 1953 war der Hasselbachplatz zentraler Ausgangspunkt für den Magdeburger Volksaufstand.

Die südliche Altstadt rund um den Platz war eines der wenigen Stadtviertel Magdeburgs, dessen Bausubstanz zumindest in Teilen die großen Bombardements des Zweiten Weltkrieges überstand. In der Zeit der DDR verfielen jedoch viele der Gebäude, so dass sie nach der Deutschen Wiedervereinigung zum Teil abgerissen werden mussten. Das Haus Karl-Marx-Straße bzw. Breiter Weg 249 (im Anschluß an das Eckhaus zur Liebigstraße) ist in einer der Gründerzeitbebauung angepaßten, jedoch modernen Bauweise bereits zu DDR-Zeiten in eine in den 1970er Jahren immer noch bestehende, durch den Zweiten Weltkrieg gerissene Baulücke eingefügt worden.[1] Seit Anfang der 90er Jahre wurden weitere Gebäude restauriert (bspw. der mit spitzwinkligem Grundriß gebaute Plättbolzen zwischen Breitem Weg und Otto-von-Guericke-Straße) oder neugebaut (bspw. die Sparkasse anstelle des Ende der 1980er Jahre abgerissenen Vorgängergebäudes). 1992/93 entstand die an der Ostseite des Platzes aufgestellte Plastik Aerobiont I. Heute sind der Platz und seine Umgebung bis auf ein Haus vollständig restauriert und bebaut.

Der Kiez[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Region um den Hasselbachplatz ist das Kneipenzentrum in Magdeburg, die Anwohner und Besucher sprechen deshalb auch vom Magdeburger Kiez. Es gab im Jahr 2012 am und um den Hasselbachplatz rund drei Dutzend Kneipen, Bars, Restaurants und Discotheken. In der jüngsten Vergangenheit haben allerdings einige Kneipenwirte ihre Geschäfte geschlossen, darunter Café Liebig, Markant und die Urbar.[2]

Der Platz ist als Kriminalitätsschwerpunkt eingestuft und wird von den umliegenden Gebäuden aus mit Videotechnik überwacht.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. https://oldthing.de/AK-Ansichtskarte-Magdeburg-Hasselbachplatz-Strassenbahn-Kat-Magdeburg-0024946268
  2. Franziska Ellrich: Spätshopbetreiber in Magdeburg wehrt sich. Abgerufen am 9. November 2018.

Koordinaten: 52° 7′ 14″ N, 11° 37′ 39,5″ O