Caron

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̌
Diakritische Zeichen
Akut, einfach ◌́
Akut, doppelt ◌̋
Breve, darüber ◌̆
Breve, darunter ◌̮
Caron ◌̌
Cedille, darunter ◌̧
Cedille, darüber ◌̒
Gravis, einfach ◌̀
Gravis, doppelt ◌̏
Haken ◌̉
Horn ◌̛
Komma, darunter ◌̦
Koronis ◌̓
Kroužek, darüber ◌̊
Kroužek, darunter ◌̥
Makron, darüber ◌̄
Makron, darunter ◌̱
Ogonek ◌̨
Punkt, darüber ◌̇
Punkt, darunter ◌̣
Querstrich ◌̶
Schrägstrich, diakritischer ◌̷
Spiritus asper ◌̔
Spiritus lenis ◌̕
Tilde, darüber ◌̃
Tilde, darunter ◌̰
Trema, darüber ◌̈
Trema, darunter ◌̤
Zirkumflex ◌̂
Ǎǎ Čč Ďď
Ěě Ǧǧ Ȟȟ
Ǐǐ ǰ Ǩǩ Ľľ
Ňň Ǒǒ Řř
Šš Ťť Ǔǔ
Ǚǚ Žž Ǯǯ

Das Caron, auch Hatschek genannt, ist ein diakritisches Zeichen zur Kennzeichnung einer besonderen Aussprache oder Betonung eines Buchstabens. Es ist ein nach oben offener Winkel (umgekehrtes Dach) über dem Buchstaben, das optische Gegenstück zum Zirkumflex. Im Gegensatz zum ähnlich aussehenden Breve ist es spitz, nicht rund. Benennung in anderen Sprachen:

Die Schreibung des Tschechischen mit Diakritika geht auf das Werk Böhmische Orthographie aus dem Jahr 1406 zurück, das Jan Hus zugeschrieben wird[3] und in dem ein punctus rotundus als Vorstufe des Caron eingeführt wird.[4]

Verwendung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Darstellung auf dem Computer[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zeichensätze[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Zeichensatz ASCII kommt das Caron nicht vor. In den Zeichensätzen der ISO-8859-Familie kommen ausgewählte Zeichen mit Caron vor.

Unicode enthält weitere fertig zusammengesetzte Zeichen mit Caron und kann beliebige Zeichen mit Caron durch Nachstellen eines kombinierenden Carons darstellen:

ˇ Caron Unicode U+02C7 (HTML: ˇ)
Ǎ ǎ A mit Caron Unicode U+01CD, U+01CE
Č č C mit Caron Unicode U+010C, U+010D
Ď ď großes D mit Caron Unicode U+010E
Ě ě E mit Caron Unicode U+011A, U+011B
Ǧ ǧ G mit Caron Unicode U+01E6, U+01E7
Ȟ ȟ H mit Caron Unicode U+021E, U+021F
Ǐ ǐ I mit Caron Unicode U+01CF, U+01D0
ǰ kleines j mit Caron Unicode U+01F0
Ǩ ǩ K mit Caron Unicode U+01E8, U+01E9
Ľ ľ L mit Caron Unicode U+013D, U+013E
Ň ň N mit Caron Unicode U+0147, U+0148
Ǒ ǒ O mit Caron Unicode U+01D1, U+01D2
Ř ř R mit Caron Unicode U+0158, U+0159
Š š S mit Caron Unicode U+0160, U+0161
Ť ť großes T mit Caron Unicode U+0164, U+0165
Ǔ ǔ U mit Caron Unicode U+01D3, U+01D4
Ž ž Z mit Caron Unicode U+017D, U+017E
ǙAnm. 1 ǚ U mit Trema und Caron Unicode U+01D9, U+01DA
Ǯ ǯ Ʒ mit Caron Unicode U+01EE, U+01EF
Dž dž DZ (Ligatur aus D und Z) mit Caron Unicode U+01C4, U+01C5

Es ist zu beachten, dass diese Codes auch dann verwendet werden, wenn das Caron auf d, l, L und t in Kommaform dargestellt wird.

Anm. 1 Zur Verwendung des Zeichens Ǚ und ǚ (Ü mit Caron) siehe Pinyin: Platzierung des Tonzeichens

TeX und LaTeX[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

TeX und LaTeX können beliebige Zeichen mit Caron darstellen. Es gibt dazu zwei verschiedene Befehle

  • im Textmodus für den Textsatz erzeugt \v{a} ein ǎ (Mit \usepackage[T1]{fontenc} oder \usepackage[Czech]{babel} werden auch l, d und t richtig akzentuiert.)
  • im mathematischen Modus für den Formelsatz erzeugt \check a die Formel

Eingabe[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mit der deutschen Standard-Tastaturbelegung T2 wird das Zeichen als Alt Gr+w eingegeben. Diese Kombination wirkt als Tottaste, d. h. ist vor dem Grundbuchstaben einzugeben (auch dann, wenn das Caron wie bei den Buchstaben d/L/l/t hinter dem Buchstaben erscheint).

Unter Linux und BSD können in neueren Versionen von X.org Zeichen mit dem Caron durch die Tastenfolge Kompositionstaste, C, Buchstabe eingegeben werden, ě also durch Kompositionstaste, C, E. Das c stammt von der englischen Bezeichnung Caron.
Alt Gr+Umschalttaste+ä ist mit ˇ belegt, das, wenn es als Tottaste eingestellt ist, die Erstellung von Buchstaben mit Caron erlaubt.

Die Neo-Tastaturbelegung ermöglicht die direkte Eingabe über eine Tottaste, die man mit + Tottaste 1 erreicht. ě wird also durch + Tottaste 1, E erzeugt.

Eine weitere Möglichkeit in verschiedenen Windows-Programmen ist, bei durchgängig gedrückter Alt-Taste die Ziffer 0 gefolgt vom Dezimalcode des Zeichens auf dem Nummernblock einzugegeben. Nach Loslassen der Alt-Taste erscheint das gewünschte Zeichen. Beispiel: Č durch Alt+0268.

Übertragene Bedeutung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Während der Zeit von 1850 bis 1910 kamen unter anderem viele Tschechen nach Wien – oft als einfache Arbeiter, viele davon als so genannte „Ziegelbehm“ – was die österreichische Sprache, insbesondere das Wienerische, beeinflusste. Ebenso wurden die in Wien vorkommenden Familiennamen beeinflusst, was vom Kabarettisten Georg Kreisler um 1960 in seiner Telefonbuchpolka thematisiert wurde.

So sagt man noch heute umgangssprachlich in Wien „Mach deinen Hatschek drunter“, wenn man jemanden auffordert, mit seinem Monogramm oder seiner Unterschrift einen Text zu unterzeichnen,[6] obwohl auch die meisten slawischen Namen ohne Caron geschrieben werden. Es wird synonym zur Aussage „Mach deine drei Kreuze drunter“ verwendet.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Deutsch-Obersorbisches Onlinewörterbuch
  2. Deutsch-Niedersorbischen Onlinewörterbuch
  3. Helmut Glück (Hrsg.): Metzler Lexikon Sprache. Digitale Bibliothek Band 34. 2. Auflage. Directmedia, Berlin 2000, S. 3710.
  4. Jitka Mládková: Jan Hus und der Hatschek. 15. Juni 2015, abgerufen am 22. Juli 2017.
  5. Im Polnischen werden die entsprechenden Konsonanten durch eine andere Schreibweise (ż, cz, sz, rz) wiedergegeben
  6. at-de: Hatschek – Unterschrift, auch Monogramm-Kürzel. ostarichi.org; abgerufen 15. Januar 2008