Hatschlu

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Mitte des 19. Jahrhunderts gefertigt: Ýomut-Teppich (Türbehängung); hier: Ausführung eines Hatschlu

Der Hatschlu (pl: Hatschli) ist ein besonders fein geknüpfter Gebetsteppich der Turkmenenstämme. Eine weitere Funktion kommt dem Teppich als Vorhang der Stammeszelte zu. Der Name Hatschlu bedeutet Kreuz. Dieses Kreuz gestaltet sich so, dass das Feld des Teppichs, der insgesamt zumeist quadratisch verarbeitet ist, sich in vier einzelne, reichhaltig gemusterte Segmente und deshalb kreuzförmig unterteilt. Den senkrechten Streifen zieren regelmäßig zwei kleine Nischenformen. Oberhalb der Feldsegmente drapieren sich ebenfalls eine bzw. eine ganze Reihe kleiner aufgesetzter Nischen. Die Struktur der Teppiche ist fest, glatt und schmiegsam, bei durchschnittlicher Länge von 1,90 m und einer Breite von 1,40 m.

In der Hauptform ihrer Zeichnungen stimmen die Hatschlu stets überein. Die Ausschmückungen variieren. Die violett- bis bräunlich-roten Fonds der Felder können Reihen umrissartig stilisierter dunkelblauer Blütenkelche enthalten, die auch an die Geweihe von Hirschen erinnern. Daneben kann das Motiv von Rauten oder rautenförmig stilisierten Blüten treten.

Die Borte weist wechselständig gezackte Blätter auf sowie kleine Rauten als Blüten. Dies bis zu dreifarbig und dicht gemustert.

Varianten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Neben Afghan-, Kisil-Ajak-Hatschli gibt es Tekke-(Buchara-) und Yomud-Hatschli.[1] Die Turkmenen nennen diese Teppiche Enessi.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Bilder von Hatschlu-Teppichen diverser Provenienzen