Hattorf am Harz

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Hattorf am Harz
Hattorf am Harz
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Hattorf am Harz hervorgehoben
Koordinaten: 51° 39′ N, 10° 14′ O
Basisdaten
Bundesland: Niedersachsen
Landkreis: Göttingen
Samtgemeinde: Hattorf am Harz
Höhe: 176 m ü. NHN
Fläche: 29,19 km2
Einwohner: 4074 (31. Dez. 2015)[1]
Bevölkerungsdichte: 140 Einwohner je km2
Postleitzahlen: 37197, 37434
Vorwahl: 05584
Kfz-Kennzeichen: GÖ, DUD, HMÜ, OHA
Gemeindeschlüssel: 03 1 59 018
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Otto-Escher-Str. 12
37197, 37434 Hattorf am Harz
Webpräsenz: www.hattorf-am-harz.de
Lage der Gemeinde Hattorf am Harz im Landkreis Göttingen
NiedersachsenStaufenbergHann. MündenSchedenBührenNiemetalJühndeDransfeldAdelebsenFriedlandRosdorfGöttingenBovendenGleichenLandolfshausenSeulingenWaakeSeeburgEbergötzenDuderstadtObernfeldRollshausenRüdershausenRhumspringeWollershausenGieboldehausenWollbrandshausenBodenseeKrebeckWalkenriedBad SachsaBad Lauterberg im HarzHerzberg am HarzHerzberg am HarzHerzberg am HarzHattorf am HarzHattorf am HarzWulften am HarzElbingerodeHörden am HarzOsterode am HarzBad Grund (Harz)Harz (Landkreis Göttingen)Harz (Landkreis Göttingen)Harz (Landkreis Göttingen)Landkreis GoslarLandkreis NortheimLandkreis NortheimHessenThüringenSachsen-AnhaltKarte
Über dieses Bild

Hattorf am Harz ist eine Gemeinde im Landkreis Göttingen in Niedersachsen (Deutschland). Sie ist Verwaltungssitz der Samtgemeinde Hattorf am Harz mit den Gemeinden Elbingerode, Hattorf am Harz, Hörden am Harz und Wulften am Harz.

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Geografische Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Oderparksee

Hattorf am Harz liegt am südwestlichen Rand des Harzes bzw. am nördlichen des Rotenbergs und wird in Ost-West-Richtung von der Oder durchflossen, in die innerhalb der Ortschaft die von Nordosten kommende Sieber einmündet.

Städtepartnerschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Jahre 952 wurde die Gemeinde erstmals in einer Urkunde des Klosters Pöhlde urkundlich erwähnt: König Otto I. der Große bestätigte in einer Urkunde die Stiftung des Klosters Pöhlde und schenkte diesem "tertiam partem villae Hattorpp" ("den dritten Teil des Dorfes Hattorpp"). Nach dem Tode des letzten Sachsenkaisers Lothar III. wurde Konrad, der Herzog von Franken, 1138 zum neuen Deutschen König gewählt, somit wurde die Herrschaftsdynastie der Hohenstaufer begründet. 1157 belehnte Kaiser Friedrich I. Barbarossa seinen Vetter Heinrich den Löwen mit dem Amt und Schloss Herzberg, damit begann auch für Hattorf die Herrschaft der Welfen, die bis in das Jahr 1866 andauerte. Später gab es ein in Hattorf ansässiges Geschlecht, genannt die Herren von Hattorf. Viel ist über diese aber nicht bekannt. Bekannt ist nur, dass am 29. November 1312 in einer Urkunde des Jacobi-Klosters zu Osterode ein Ritter namens Gunzelin Letgast den Brüdern Werner und Eckbert von Hattorf für eine Mark eine Wiese namens "Viehtrift" verkaufte. Diese besagte Wiese befindet sich in der Hattorfer Feldmark. Der Stammvater dieser Herren hieß ebenfalls Eckbert von Hattorf und wurde erstmals 1241 urkundlich genannt. Dieser hatte zwei Söhne, Eckbert und Conrad von Hattorf, genannt werden sie 1263 und 1296. Eckbert war ein Ritter und hielt sich oft bei Herzog Heinrich von Braunschweig auf, sein Bruder Conrad aber war als Advokat auf der Burg Grona bei Göttingen angestellt. Als Söhne Conrads werden Conrad der Jüngere und Eckbert genannt. Conrad hatte den Rang eines „sacerdos“ (Priesters) und sein Bruder Eckbert den eines „miles“ (Ritters) inne. In Erscheinung treten beide als Zeugen bei Beurkundungen 1304 und 1332 auf. Der Wohnsitz der Herren war eine Burg, die sich auf der Anhöhe gegenüber dem Petersberg befand. Bei Grabungen und Ausschachtungen wurden dort mehrmals Brandschutt und andere kleinere Artefakte gefunden. Auch in den frühen Kirchenbüchern wird eine "Pipesburgk" erwähnt, dieses könnte mit dem althochdeutschen und englischen Ausdruck "to peep" – Ausschau halten – zusammenhängen.

Das Geschlecht der Herren von Hattorf verläuft sich in den späteren Jahrhunderten; erst im 18. und 19. Jahrhundert erscheinen wieder Herren von Hattorf.

Seit dem Zusammenschluss der Landkreise Osterode am Harz und Göttingen am 1. November 2016 gehört Hattorf am Harz zum Landkreis Göttingen.

In der näheren Umgebung von Hattorf befinden sich die mittelalterlichen Wüstungen Barkevelde, Oy und Varenbroke.

Religion[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Einwohner Hattorfs gehören überwiegend der evangelisch-lutherischen Kirchengemeinde an. Zu ihr gehört die Kirche St. Pankratius (siehe Kultur und Sehenswürdigkeiten) an der Kirchstraße, der benachbarte Friedhof und der Kindergarten am Gebrüder-Grimm-Platz. Die Kirchengemeinde gehört zum Kirchenkreis Herzberg.

Die katholische Kirche St. Hildegard wurde nach Hildegard von Bingen benannt. 1945/46 ließen sich Flüchtlinge und heimatvertriebene Katholiken in Hattorf und den umliegenden Orten nieder, und am 12. Oktober 1958 wurde der Grundstein für die Kirche an der Rotenbergstraße gelegt. Am 12. September 1959 wurde die Kirche durch Bischof Heinrich Maria Janssen geweiht. Seit dem 1. November 2006 gehört die Kirche zur Pfarrgemeinde St. Josef in Herzberg, die Kirchengemeinde Hattorf am Harz wurde in diesem Zusammenhang aufgelöst.

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gemeindewahl 2016[2]
Beteiligung: 55,80 % (−1,42 %p)
 %
70
60
50
40
30
20
10
0
68,41 %
27,00 %
4,60 %
Gewinne und Verluste
im Vergleich zu 2011
 %p
   2
   0
  -2
  -4
-0,78 %p
-0,66 %p
+1,44 %p
Sitzverteilung im Gemeinderat
   
Insgesamt 15 Sitze

Gemeinderat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Gemeinderat setzt sich aus 15 Ratsfrauen und Ratsherren zusammen (Veränderungen zu 2011).

  • SPD: 10 Sitze (±0)
  • CDU: 4 Sitze (±0)
  • FDP: 1 Sitz (±0)

(Stand: Kommunalwahl am 11. September 2016)

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Wappen Hattorfs besteht seit 1952. Aus Anlass der Tausendjahrfeier wurde ein komplett neues Wappen erstellt und in diesem sollte das dörfliche Leben sowie die örtliche Wirtschaftsstruktur bildlich vereint sein. Nach den strengen heraldischen Regeln sind nur bestimmte Formen und Farben erlaubt. Die erlaubten Farben sind Rot, Blau, Grün und Schwarz sowie die beiden "Metalle" Gold und Silber (als Farben Gelb und Weiß). Um ein neues Wappen zu bekommen wurde ein Preisausschreiben beschlossen, mit dem Ziel, neue Entwürfe zu sammeln. Dies führte aber zu wenig Erfolg, so begab sich der Rat des Dorfes nach Alfeld zu einem Historiker, wo schließlich die Bestandteile des Wappens gewählt wurden:

  • Das Zahnrad als Symbol für die Wirtschaft
  • Die Ähren als Symbole für die Landwirtschaft des Dorfes
  • Der rote Milan als Symbol für die Natur der Umgebung.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Evangelische Kirche St. Pankratius

Kirche Hattorf[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mit seinen 7 m an Durchmesser und einer Höhe von 10,5 m war der Kirchturm von Hattorf höchstwahrscheinlich Teil der einstigen Burganlage der Herren von Hattorf, welche im 13. und 14. Jahrhundert bezeugt ist und unter dem Namen Pipesborg erwähnt wird. Auch eine Spornanlage über der Siebermündung in die Oder weist auf die alte Burg hin. Der stellt sich als ein wehrhafter Rundbau dar, besitzt Mauern, die bis zu 1,5 m dick sind und aus groben Schotter aufgemauert wurden, sowie Lichtschlitze, welche an frühere Schießscharten erinnern. Das Kirchenschiff ist in Fachwerk an den Turm angebaut und mit Schieferplatten behängt. Es stammt aus den Jahren 1755 / 1756 und hatte einen älteren Vorläufer, der auf das 15. Jahrhundert datiert wird.

Wilhelm-Busch-Stätte in Hattorf

Wilhelm-Busch-Gedenkstätte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Wilhelm-Busch-Gedenkstätte erinnert an den Dichter und Zeichner Wilhelm Busch (1832–1908).

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hattorf am Harz liegt in unmittelbarer Nähe der Bundesstraße 27, die von Göttingen in Richtung Braunlage führt. Ebenfalls ist Hattorf über die Bundesstraße 243 zu erreichen. Darüber hinaus liegt Hattorf mit eigenem Bahnhof direkt an der Südharzstrecke Göttingen (bzw.Northeim)–Nordhausen.

Einwohnerzahlentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jahr Einwohnerzahl[3]
1975 4002
1980 4006
1985 4176
1990 4273
1995 4343
2000 4476
2005 4429
2010 4295
2011 4197
2012 4141
2013 4122
2014 4090
2015 4074

Söhne und Töchter der Gemeinde[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Norbert Janetzke: Dorf und Moderne. Ländliche Welt zwischen Tradition und Umbruch seit dem 18. Jahrhundert. Zur Geschichte der Gemeinde Hattorf am Harz. Jacobs, Lage 2004, ISBN 3-89918-132-8
  • Hermann Böttcher: Hattorf am Harz. Beiträge zur Ortsgeschichte. Mecke, Duderstadt 2002, ISBN 3-932752-88-0

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Hattorf am Harz – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Landesbetrieb für Statistik und Kommunikationstechnologie Niedersachsen, 100 Bevölkerungsfortschreibung – Basis Zensus 2011, Stand 31. Dezember 2015 (Hilfe dazu).
  2. https://wahlen.kdgoe.de/2016kw/Daten/159403_000042/index.html
  3. Statistische Erhebungen, Homepage Landesbetrieb für Statistik und Kommunikationstechnologie Niedersachsen LSKN-Online; Einwohnerzahlen jeweils am 31. Dezember des Jahres.