Haune

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Haune
früher: Hunaha
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Die Haune in Hauneck-Unterhaun

Die Haune in Hauneck-Unterhaun

Daten
Gewässerkennzahl DE: 426
Lage in den Landkreisen Fulda und Hersfeld-Rotenburg; Hessen (Deutschland)
Flusssystem Weser
Abfluss über Fulda → Weser → Nordsee
Quelle in der Rhön am Giebelrain bei Dietershausen
50° 30′ 16″ N, 9° 49′ 23″ O50.5044861111119.8230833333333480
Quellhöhe ca. 480 m ü. NHN[1]
Mündung in Bad Hersfeld in die Fulda50.8630555555569.7180555555556198Koordinaten: 50° 51′ 47″ N, 9° 43′ 5″ O
50° 51′ 47″ N, 9° 43′ 5″ O50.8630555555569.7180555555556198
Mündungshöhe ca. 198 m ü. NHN[1]
Höhenunterschied ca. 282 m
Länge 66,5 km[2]
Einzugsgebiet 499,965 km²[2]
Abfluss am Pegel Hermannspiegel[3]
AEo: 422 km²
Lage: 8,2 km oberhalb der Mündung
NNQ (18.08.1976)
MNQ 1959/2008
MQ 1959/2008
Mq 1959/2008
MHQ 1959/2008
HHQ (11.08.1981)
300 l/s
820 l/s
3,38 m³/s
8 l/s km²
41,5 m³/s
114 m³/s
Abfluss[2] MNQ
MQ
979 l/s
4,113 m³/s
Linke Nebenflüsse Rhinabach, Bach von Rudolphshan
(diese und weitere: unten)
Rechte Nebenflüsse Wanne, Bieber, Nüst, Hasel, Eitra
(diese und weitere: unten)
Mittelstädte Bad Hersfeld
Kleinstädte Hünfeld

Die Haune, im frühen Mittelalter Hunaha genannt, in den osthessischen Landkreisen Fulda und Hersfeld-Rotenburg ist ein 66,5 km[2] langer, orographisch rechter und südlicher Nebenfluss der Fulda.

Verlauf[Bearbeiten]

Die Haune entspringt im Naturpark Hessische Rhön und im Biosphärenreservat Rhön in der Milseburger Kuppenrhön, einem westlichen Teil der Rhön. Ihre Quelle liegt im Landkreis Fulda rund 2 km östlich des Künzeller Ortsteils Dietershausen auf der Westflanke des Berges Giebelrain (ca. 590 m ü. NHN) – auf etwa 480 m[1] Höhe.

Die Inschrift auf einer Tafel an der Haunequelle lautet:

HAUNE HEISS ICH
DIE FULDA SPEISS ICH
DIE WESER GRÜSS ICH
ZUR NORDSEE FLIESS ICH

Nach dem Durchfließen von Dietershausen, wo die Haune den Naturpark Hessische Rhön verlässt, verläuft der Fluss in überwiegend nördlichen Richtungen. Dabei durchläuft er, nach Verlassen des Biosphärenreservats Rhön, durch Dirlos. Von dort an fließt die Haune parallel zur zumeist wenige Kilometer weiter westlich verlaufenden Fulda. Dabei verläuft sie durch Dipperz, Böckels, Rex und Margretenhaun, wo die Wanne einmündet.

Nach anschließendem Einmünden der Bieber passiert die Haune Almendorf und kurz darauf die zwei Nachbardörfer Steinau, von wo an sie entlang der Bahnstrecke Bebra–Fulda fließt, und Steinhaus, um danach die Haunetalsperre zu durchfließen und erstmals die Bahnstrecke zu unterqueren. Hiernach verläuft sie, nun auch entlang der Bundesstraße 27, vorbei an Marbach, Rückers und Nüst, wo die Nüst einmündet, sowie an Hünfeld, mit der Einmündung der Hasel, und Hünhan. Anschließend fließt sie durch Burghaun und an Rothenkirchen vorbei.

Dann fließt die Haune im Landkreis Hersfeld-Rotenburg am sich östlich erhebenden Stoppelsberg (523,9 m) vorbei, auf dem die Burg Hauneck steht, wobei auf einem Höhenzug westlich des Flusstales das einstige Schloss Hohenwehrda steht. Hiernach passiert sie die Haunetaler Ortsteile Rhina und Neukirchen, um dann zwischen den Ortsteilen Müsenbach und Meisenbach hindurch zu fließen. Nach der u-förmigen Flussschleife von Odensachsen, in der die Haune das Dorf umfließt, verläuft sie an Hermannspiegel vorbei, um dann im Gemeindegebiet von Hauneck bei Passieren des Ortsteils Eitra das Wasser der Eitra aufzunehmen. Dann fließt sie vorbei an Sieglos sowie durch Ober- und Unterhaun.

Schließlich mündet die Haune in Bad Hersfeld – nach Unterqueren von Bundesautobahn 4 und Bundesstraße 62 – aus Richtung Süden kommend auf rund 198 m[1] Höhe in die dort etwa von Südwesten heran fließende Fulda.

Einzugsgebiet und Zuflüsse[Bearbeiten]

Die Haune entwässert ein 499,965 km²[2] großes Einzugsgebiet und fördert im Mittel (MQ) gut vier Kubikmeter Wasser pro Sekunde. Ein Fünftel des Einzugsgebietes wird durch die Nüst, die etwa ein Viertel des Wassers beisteuert, entwässert.

Die längs der Bundesstraße 458 verlaufende Wanne verfügt dem gegenüber zwar über ein absolut gesehen deutlich kleineres Einzugsgebiet, welches jedoch gleichwohl jenes der Haune oberhalb ihrer Mündung übersteigt (33,54 vs. 27,57 km²), wobei ihr Vorsprung im Abfluss wie auch in der Länge (16,1 vs. 12,6 km) noch größer ist. Entsprechend stellt sie nur nominell einen Nebenfluss der Haune dar.

Weitere wichtige Nebenflüsse sind die Eitra, die Bieber und die Hasel. Allen fünf genannten Flüssen ist die rechte Zuflusseite gemein, während die linken Zuflüsse allgemein spärlicher ausfallen.[2]

Folgende Nebenflüsse der Haune sind insgesamt erwähnenswert:

Name



Lage



Länge
[km][2]


Einzugs-
gebiet
[km²][2]

Mündungs-
höhe
[m. ü.
NHN]
[1]
Ortschaften
am Fluss,
Mündungsort

DGKZ[2]



Wanne rechts 16,1 33,5 311 Friesenhausen, Dipperz, Petersberg-Margretenhaun 426-2
Bieber[4] rechts 16,3 41,6 297 Kleinsassen, Schackau, Langenbieber, Niederbieber,
Wiesen, Mittelberg (alle Gemeinde Hofbieber)
426-4
Bernhardser Wasser links 3,7 7,2 285 Dietershan, Bernhards 426-516
Marbacher Wasser links 4,1 8,0 281 Marbach 426-518
Ahlerts[5] links 4,8 6,0 259 Unterleimbachshof, unterh. Rückers' 426-576
Dammersbach rechts 5,3 7,6 258 Dammersbach, unterh. Rückers' 426-58
Nüst rechts 22,8 97,2 255 Unterbernhards (Gemeinde Hilders); Mahlerts, Obernüst
(beide Gemeinde Hofbieber);
Gotthards, Morles, Rimmels, Silges (je Gemeinde Nüsttal);
Mackenzell, Nüst (beide Stadt Hünfeld)
426-6
Hasel rechts 12,8 33,9 250 Haselstein, Neuwirtshaus, Großenbach, Hünfeld 426-72
Bach von Rudolphshan links 5,5 6,2 249 Sargenzell, westl. Hünfelds 426-732
Roßbach rechts 5,9 9,0 247 Roßbach, Gruben, Burghaun 426-736
Steinbach rechts 5,9 13,2 241 Steinbach 426-738
Rainbach links 5,3 10,9 233 Rothenkirchen 426-74
Pfuhlgraben links 4,4 10,2 230 Wehrda 426-754
Rhinabach links 5,5 11,9 226 Stärklos, Rhina 426-76
Barberbach links 1,5  ? 225 Holzheim (Haunetal), Neukirchen (Haunetal)  ?
Herzbach links 1,8  ? 224 Holzheim (Haunetal), Mauers  ?
Eitra rechts 11.9 59,2 213 Eiterfeld, Arzell, Buchenau, Bodes, Hauneck 426-8

Nebenflüsse höherer Ordnung[Bearbeiten]

Die fünf „großen“ rechten Nebenflüsse der Haune verfügen je zum Teil noch über erwähnenswerte Zuflüsse:

Geschichte[Bearbeiten]

Im frühen Mittelalter wurde der Fluss „Hunaha“ genannt. Dies könnte so viel wie Bergwasser bedeuten.

Sehenswürdigkeiten und Bauwerke[Bearbeiten]

  • Eines der bekanntesten Ausflugsziele direkt an der Haune ist die Ruine der Burg Hauneck auf dem 523,9 m hohen Stoppelsberg bei Haunetal.
  • Rund 4 km weiter flussaufwärts findet sich in Burghaun ein seltenes Kirchenspiel. Dort steht auf der Ruine eines alten Schlosses die jüngere, katholische Kirche. Links daneben, hinter dem mittelalterlichen Torhaus, das aus der Zeit stammt, in dem Burghaun in Stadt und Dorf aufgeteilt war, findet sich die ältere, evangelische Kirche. Einer Sage zufolge wurde nach der Reformation die katholische Kirche so erbaut, dass kein Licht mehr in die kleinere Evangelische Kirche fallen sollte.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b c d e Kartendienste des Bundesamtes für Naturschutz (Hinweise)
  2. a b c d e f g h i Gewässerkartendienst des Hessischen Ministeriums für Umwelt, Energie, Landwirtschaft und Verbraucherschutz (Hinweise)
  3. Deutsches Gewässerkundliches Jahrbuch Weser-Ems 2008. Hrsg.: Niedersächsischer Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz, 2012, abgerufen am 7. Oktober 2012 (PDF, deutsch, 6184 KB).
  4. a b In der Gewässerstationierung wird – entgegen der landläufigen Auffassung – die Bieber als Nebenfluss des deutlich kleineren Traisbachs geführt und der Letztere als direkter Nebenfluss der Haune – siehe Einzelnachweis „Gewässerkartendienst …“.
  5. Einzugsgebiet geschätzt

Weblinks[Bearbeiten]