Haunsheim

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Haunsheim
Haunsheim
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Haunsheim hervorgehoben
Koordinaten: 48° 36′ N, 10° 22′ O
Basisdaten
Bundesland: Bayern
Regierungsbezirk: Schwaben
Landkreis: Dillingen an der Donau
Verwaltungs­gemeinschaft: Gundelfingen an der Donau
Höhe: 445 m ü. NHN
Fläche: 17,81 km2
Einwohner: 1585 (31. Dez. 2017)[1]
Bevölkerungsdichte: 89 Einwohner je km2
Postleitzahl: 89437
Vorwahlen: 09072, 09077Vorlage:Infobox Gemeinde in Deutschland/Wartung/Vorwahl enthält Text
Kfz-Kennzeichen: DLG, WER
Gemeindeschlüssel: 09 7 73 137
Gemeindegliederung: 2 Ortsteile
Adresse der Verbandsverwaltung: Professor-Bamann-Str. 22
89423 Gundelfingen a.d.Donau
Website: haunsheim.de
Bürgermeister: Christoph Mettel (CSU)
Lage der Gemeinde Haunsheim im Landkreis Dillingen an der Donau
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Haunsheim (schwäbisch Hausa) ist eine Gemeinde im schwäbischen Landkreis Dillingen an der Donau und ein Mitglied der Verwaltungsgemeinschaft Gundelfingen an der Donau.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Haunsheim liegt am Tor zum Bachtal, einem Ostausläufer der Schwäbischen Alb. Nach Süden hin öffnet sich das Tal in die weite Donauebene. Zur Haunsheimer Gemarkung gehört neben Haunsheim selbst das nördlicher gelegene Unterbechingen. Angrenzende Gemeinden sind die Stadt Gundelfingen an der Donau, die Stadt Lauingen, Medlingen, Wittislingen und Bachhagel.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Frühgeschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Um Haunsheim und Unterbechingen herum, sind zahlreiche archäologische Fundstätten zu finden, die in ihrer Geschichte nicht uninteressant sind. Sie umfassen insgesamt 17 Grabhügel aus vorgeschichtlicher Zeit (4 Stück: 48° 35′ 37,4″ N, 10° 21′ 29″ O, 8 Stück: 48° 37′ 14,8″ N, 10° 21′ 52,4″ O, 5 Stück: 48° 36′ 56,9″ N, 10° 20′ 19,9″ O), 2 Viereckschanzen (48° 36′ 24,7″ N, 10° 19′ 57,6″ O, 48° 35′ 17,8″ N, 10° 21′ 10,7″ O) und einen frühmittelalterlichen Ringwall (48° 36′ 28,4″ N, 10° 22′ 43,4″ O)[2]

Herrschaftsgeschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im 16. und 17. Jahrhundert war Haunsheim unter der Herrschaft der schwäbischen Reichsritterschaft. Der Reichspfennigmeister Zacharias Geizkofler auf Haunsheim und Reiffenegg führte als Herrschaftsinhaber (Geizkofler kaufte 1600 Haunsheim) 1603 in Haunsheim die evangelisch-lutherische Konfession ein, die ohne Unterbrechungen bis heute erhalten blieb.

Im Jahre 1666 gelangte die Herrschaft Haunsheim durch die Heirat der Enkelin Zacharias Geizkoflers an die Freiherren von Racknitz. Mit der Rheinbundakte 1806 kam der Ort an das Königreich Bayern. Im Zuge der Verwaltungsreformen in Bayern entstand mit dem Gemeindeedikt von 1818 die heutige Gemeinde.

Im Jahre 1823 erwarb Johann Gottlieb Freiherr von Süßkind aus Augsburg, der zuvor schon die benachbarte, ebenfalls evangelische Herrschaft Bächingen gekauft hatte, Schloss Haunsheim mit dem dazugehörigen Grund und ließ es seinem Geschmack entsprechend neugotisch umgestalten. 1849 erbte es seine Tochter Amalie Freifrau vom Holtz. Heute ist das Schloss im Besitz der Freiherren von Hauch.

Eingemeindungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 1. Juli 1974 wurde die bis dahin selbständige Gemeinde Unterbechingen eingegliedert.[3]

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 1961: 1433 Einwohner[3]
  • 1970: 1492 Einwohner[3]
  • 1987: 1482 Einwohner
  • 1991: 1576 Einwohner
  • 1995: 1602 Einwohner
  • 2000: 1594 Einwohner
  • 2005: 1611 Einwohner
  • 2010: 1564 Einwohner
  • 2015: 1591 Einwohner

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bürgermeister[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Erster Bürgermeister ist seit Mai 2014 Christoph Mettel (CSU), 2. Bürgermeister ist Georg Urban (Bürgerblock OT Unterbechingen).

Gemeinderat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Gemeinderat besteht aus zwölf Mitgliedern. Die Sitzverteilung im Gemeinderat hat sich bei der Kommunalwahl 2014 gegenüber 2008 nur wenig verändert und lautet wie folgt:[4]

  • Freie Wählervereinigung: 4 Sitze (2008: 4 Sitze)
  • Bürgerblock OT Unterbechingen: 5 Sitze (2008: 4 Sitze)
  • CSU: 3 Sitze (2008: 4 Sitze)

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Torbau stellt das Schloss von Haunsheim dar, das die Ortsherren von 1601 bis 1604 errichteten. Der Geißbock ist dem Familienwappen der Geizkofler entnommen und steht redend für den Namen der Ortsherren. Der Namensteil 'Geiz' steht für 'Geiß'. Aus dem Jahr 1655 ist ein Siegelabdruck überliefert mit der Umschrift SIGILLVM COMMVNITATIS IN HAVNSHEIM.

Die Wappenbeschreibung lautet: In Schwarz auf grünem Boden ein rotbedachter silberner Torbau zwischen zwei Zinnentürmchen mit roten Spitzendächern, darauf goldene Wetterfahnen; vor dem geschlossenen goldenen Tor ein rechtshin springender schwarzer Gämsbock.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Evangelische Dreifaltigkeitskirche in Haunsheim, im Stil des Renaissance erbaut 1606 bis 1609 nach Plänen von Joseph Heintz d. Ä. unter Mitwirkung von Elias Holl in enger Anlehnung an den strengen klassizistischen Baustil des Kaiserhofes. Erwähnenswert ist darüber hinaus die 1878 erbaute und jüngst restaurierte H. C. Branmann-Orgel.
  • Friedhof in Haunsheim, planmäßig angelegt (Reihengräberanlage): Traditionsgemäß steht auf jedem Grab ein hölzernes, bunt bemaltes Grabkreuz (in den Farben schwarz, weiß und grün); damit wird die Vorstellung von der absoluten Gleichheit aller Menschen im Himmel symbolisch umgesetzt.
  • Schloss Haunsheim der Freiherren von Hauch, regelmäßig Veranstaltungsort für Konzerte.
  • Alte Schmiede aus dem 16. Jahrhundert in der Ortsmitte, originalgetreu restauriert.
  • Restauriertes Kornlager (schwäbisch Korastadl), genutzt für verschiedene Veranstaltungen.
  • Pfarrhaus, errichtet im 17. Jahrhundert.

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wirtschaft einschließlich Land- und Forstwirtschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Es gab 1998 nach der amtlichen Statistik im produzierenden Gewerbe 41 und im Bereich Handel und Verkehr keine sozialversicherungspflichtig Beschäftigte am Arbeitsort. Sozialversicherungspflichtig Beschäftigte am Wohnort gab es insgesamt 573. Im verarbeitenden Gewerbe gab es zwei Betriebe, im Bauhauptgewerbe einen Betrieb. Zudem bestanden im Jahr 1999 25 landwirtschaftliche Betriebe mit einer landwirtschaftlich genutzten Fläche von 990 ha, davon waren 916 ha Ackerfläche.

Die Gemeindesteuereinnahmen betrugen im Jahr 1999 umgerechnet 696.000 €, davon betrugen die Gewerbesteuereinnahmen (netto) umgerechnet 44.000 €.

Bildung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Es gibt folgende Einrichtungen (Stand: 1999):

  • Kindergarten: 56 Kindergartenplätze mit 46 Kindern
  • Zacharias-Geizkofler Grundschule

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Haunsheim – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Bayerisches Landesamt für Statistik – Tabelle 12411-001: Fortschreibung des Bevölkerungsstandes: Bevölkerung: Gemeinden, Stichtage (letzten 6) vom 13. September 2018 (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu).
  2. Otto Braasch: Schwaben: Ensembles, Baudenkmäler, archäologische Geländedenkmäler. Oldenbourg Verlag, 1986, S. 153 – 154.
  3. a b c Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. Mai 1970 bis 31. Dezember 1982. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart/Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 769.
  4. Ergebnisse der Kommunalwahl 2014 vom Bayerischen Landesamt für Statistik