Hauptsmoorwald

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Lage des Hauptsmoorwaldes bei Bamberg

Der Hauptsmoorwald ist ein gemeindefreies Gebiet östlich der Stadt Bamberg. Es handelt sich um ein ausgedehntes Kiefern-Waldgebiet, das von der A 73 durchschnitten wird. Der Wald ist zum Teil US-Hoheitsgebiet und wurde als Standortübungsplatz von der US Army bis zu deren Abzug 2014 genutzt.

Im Wald frei zugänglich liegt das Schützenhaus Kunigundenruh. In der Nähe befindet sich der Kunigundenruh-Stein, eine Marter, die an die Kaiserin Kunigunde erinnert.

Kunigundenruh
Kunigundeneiche im Hauptsmoorwald

Der Hauptsmoorwald entstand auf während der Eiszeit abgetragenem Sand, in den verwitterter Jurakalk gemischt ist, der auch weite Teile des Bamberger Beckens bedeckt. Der Sand wurde im Osten der Stadt Bamberg vom vorherrschenden Westwind über Jahrtausende hinweg zu Dünen verweht, die die Grundlage des Hauptsmoorwaldes bildeten.

Das Holz der Kiefern des Hauptsmoorwaldes ist von besonders hoher Qualität, da die Kiefer astarm wächst, sich kaum verzieht und damit beispielsweise ideales Holz für die Flügel holländischer Windmühlen und Flugzeugpropeller war.

Mittlerweile ist der Flächen- und Tierartenverlust enorm. Seit 1915 sind Vogelarten wie Wiedehopf, Steinkauz, Rotmilan und Schwarzmilan aus dem Gebiet verschwunden. Damals reichte der Hauptsmoorwald noch bis an den Bahnhof der Stadt Bamberg. In den letzten Jahren betrug der jährliche Biotop­verlust zwölf Hektar bei einer Gesamtbiotopfläche von 580 Hektar im Jahr 1989.[1]

Der Rennsteig im Hauptsmoorwald[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Durch den Hauptsmoorwald zieht sich ein Rennsteig, ein historischer Verbindungsweg, der das unwegsame und von Hochwassern bedrohte Regnitztal umging. Über Roßdorf und Amlingstadt führte er nach Hirschaid und weiter nach Forchheim. Dieser Rennsteig verlief als Abkürzung der Altstraße quer durch den Hauptsmoorwald. Zu Fuß oder zu Pferd konnten dort die Kuriere im Schutze des Waldes, abseits vom Handelsweg, ihre Nachrichten befördern.

Zitat aus einem Reiseführer des frühen 20. Jahrhunderts[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In seinem Reiseführer über Bamberg und Umgebung aus der Zeit um das Jahr 1912 beschreibt der Verfasser Dietrich Amende auch den Hauptsmoorwald:

„Der großartigste Bamberger Wald ist der Hauptsmoor. Dieser herrliche Nadelwald, der sich bis auf die Höhen des Jura erstreckt (Geisberg, Stammberg), hat eine westöstliche Ausdehnung von ca. 13, eine nordsüdliche von ca. 10 Kilometern. Man gelangt zu ihm entweder zu Fuß über den Kunigundendamm am Exerzierplatz der Kaiser-Ulanen in der Wunderburg vorbei oder durch die Pödeldorferstraße unmittelbar an der letzten Haltestelle der Straßenbahn an der Kaserne des 5. Infanterie-Regiments Großherzog Ernst Ludwig von Hessen.
Im Hauptsmoorwald kommt jedermann auf seine Kosten: der Naturfreund, Botaniker, Forstmann, der Anhänger des Reitsports (die sehr ausgedehnten Reitwege wurden in der Hauptsache durch weiland König Otto von Griechenland angelegt, der nach seiner Thronentsagung in Bamberg residierte), der Freund des Radsportes, vor allem der Erholungsbedürftige. – Sagenumsponnen ist die im Walde gelegene Kunigundenruh.“

zitiert aus Dr. Dietrich Amende: Bamberg und das Frankenland. Bamberg o. J. (um 1912)

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Hauptsmoorwald – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Jürgen Gerdes Naturschutz in Bamberg, Aufsatz-Sammlung 2001: Naturerbe Bamberg - Zur Entwicklung der Bamberger Naturlandschaft

Koordinaten: 49° 53′ 10,3″ N, 10° 57′ 56,9″ O