Haus Neuland

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Eingang zu Haus Neuland.

Haus Neuland ist eine Einrichtung der Politischen Bildung, der Jugendbildung und der Erwachsenenbildung in Bielefeld. Träger der Heimvolkshochschule ist ein gemeinnütziger Verein.

Anerkannt nach dem Weiterbildungsgesetz Nordrhein-Westfalens und gefördert durch die Landes- und Bundeszentrale für politische Bildung führt Haus Neuland etwa 200 Seminare und Workshops jährlich durch. Damit gehört Haus Neuland zu den größten Einrichtungen der politischen und beruflichen Bildung in Deutschland.[1]

Das Gelände von Haus Neuland liegt in der Senne am Südhang des Teutoburger Waldes teilweise im Naturschutzgebiet Menkhausener Bachtal mit Schopketal im Bielefelder Ortsteil Sennestadt direkt an der Grenze zu Oerlinghausen.[2] 2017 wurde bei Haus Neuland das Römerlager Bielefeld-Sennestadt entdeckt.[3]

Inhaltliche Schwerpunkte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Schwerpunkt ist die politische Bildung, insbesondere die Jugendbildung. Haus Neuland will soziale Werte vermitteln, das demokratische Bewusstsein und politische Urteilsfähigkeit schärfen, das Interesse für politische und gesellschaftliche Zusammenhänge stärken, berufliche Kompetenzen erweitern und Raum für Persönlichkeitsentwicklung geben.

Einen besonderen Schwerpunkt legt Haus Neuland auf den Bereich Jugendmedienbildung. Im Rahmen des Projekts JuMP (Jugend, Medien, Partizipation) hat Haus Neuland ein eigenes Medienzentrum eingerichtet.

Haus Neuland ist darüber hinaus Anbieter von Fortbildungen für Fachkräfte in Kindertagesstätten und anderen pädagogischen Handlungsfeldern.

Neben eigenen Veranstaltungen steht Haus Neuland für externe Tagungen, Seminare und andere Begegnungen offen.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ab Ende der 1920er Jahre fanden in der Bielefelder Sennelandschaft die ersten Zeltlager der Falken und der Sozialistischen Arbeiterjugend statt. 1932 wurde ein großes Jugend-Zeltlager nach dem Prinzip der Sozialistischen Kinderrepublik (Kurt Löwenstein) auf dem heutigen Gelände veranstaltet. Das Lager war in zwei Dörfer aufgeteilt, eines dieser Dörfer hieß „Neuland“. Das Gelände und die darauf errichtete Baracke wurden 1933 durch einen zum Schein unterzeichneten Erbpachtvertrag dem Zugriff der Nazis entzogen. Auf dem Gelände zogen sich die Aktivisten der Reichsarbeitsgemeinschaft der Kinderfreunde und der Sozialistischen Arbeiterjugend während der Nazi-Zeit zurück und veranstalteten illegale Treffen.[4][5]

Ab 1947 wurden die ersten Zeltlager nach dem Krieg durchgeführt. Elfriede Eilers war bei der Grundsteinlegung des „Lila Hauses“ dabei und hatte wesentlichen Anteil an der weiteren Entwicklung von Haus Neuland. 1949 wurde das Lila Haus eingeweiht. Es gilt als Stammhaus von Haus Neuland und wird heute als Selbstversorgerhaus betrieben.

Das heutige Rote Haus und die heutige Blaue Halle wurden als Jugendbildungs- und Freizeitstätten eingeweiht. Sie wurden mit einem Zuschuss durch die Regierung unter dem sozialdemokratischen Ministerpräsidenten Fritz Steinhoff finanziert. Dies ging auf die Initiative des SPD-Bezirksvorsitzenden Emil Groß zurück, der zugleich Verleger der Freien Presse war. Träger dieses Hauses war der Verein Kinderfreunde, dessen erster Vorsitzender wiederum Emil Groß wurde.[6]

Mittlerweile besteht Haus Neuland aus einem großen Gebäudeensemble. Das Gelbe Haus, das Grüne Haus und das Rote Haus bilden zusammen mit einem Eingangsbereich und einer Tagungshalle von etwa 300 m² das heutige Seminar- und Tagungszentrum. Mit 20 Seminarräumen, etwa 187 regulären Betten und einer Mensa kann Haus Neuland mehrere Seminargruppen parallel sowie Jahrgangsstufen gleichzeitig beherbergen.

Vorstand[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der ehemalige NRW-Wirtschaftsminister Axel Horstmann ist Vorsitzender des Trägervereins. Er folgte Ute Schäfer, die von 2001 bis 2007 Vorsitzende war. Weitere Mitglieder des Vorstands sind u. a.: Marlies Stotz, Klaus Schäfer, Karl-Heinz Haseloh, Manfred Böcker.[4]

Mitgliedschaften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Haus Neuland arbeitet in und mit der Arbeitsgemeinschaft demokratischer Bildungswerke e.V., Arbeitskreis deutscher Bildungsstätten e.V., Arbeitskreis der Bildungsstätten und Akademien in NRW e.V., Landesarbeitsgemeinschaft Demokratischer Bildungswerke, Verband der Bildungszentren im ländlichen Raum, Netzwerk für politische Bildung in der Bundeswehr, Gesellschaft für Medienpädagogik und Kommunikationskultur, Lokale Medienarbeit NRW e.V. Haus Neuland ist außerdem Tourismuspartner des Teutoburger Wald Tourismus.

Herausgeberschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Werkstattberichte

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Selbstdarstellung auf der Webseite des Arbeitskreises der Bildungsstätten und Akademien (Heimvolkshochschulen) in NRW
  2. Kartendienst des Bundesamtes für Naturschutz
  3. Lippische Landeszeitung: Einzigartiger Fund in Westfalen: Römerlager in Bielefeld entdeckt
  4. a b Darstellung des Vorstands des Trägervereins
  5. Geschichte von 1930 bis 1933
  6. Geschichte von 1950 bis 1959


Koordinaten: 51° 57′ 2,2″ N, 8° 38′ 5″ O