Haus Schnoor 15

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Schnoor 15

Das Haus Schnoor 15, auch Brasilhaus genannt, ist in Bremen ein bekanntes Baudenkmal im kleinen Altstadtquartier Schnoor. Es ist nach dem Packhaus Schnoor 2 von 1401 das älteste noch erhaltene profane Haus im Schnoor.

1995 wurde das Haus unter Denkmalschutz gestellt.[1]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Eingang Nr. 15

Schnoor 15 wurde 1402 als gotisches, dreigeschossiges Giebelhaus mit Satteldach gebaut. Es erfolgten 1512, 1859 und 1960 Umbauten und danach weitere Sanierungen an dem früheren Wohnhaus. Die heute weiß gestrichene Backsteinfassaden und im Inneren die alten Gewölbe und Säulen mit historischem Dekor prägen das Gebäude.

Das Haus wurde in einer Zeit gebaut, als der erste steinerne Bremer Roland von 1404 und das gotische Bremer Rathaus von 1405 bis 1410 in der Reichsstadt Bremen entstanden.

Die Balge, ein kleiner rechter Seitenarm der Weser, verlief direkt vor dem Schnoorviertel. Deshalb lebten im Arme-Leute-Viertel in den kleinen Schnoorhäusern früher Flussfischer und Schiffer, aber auch einfache Handwerker. Im Mittelalter war die Balge noch ein größerer Wasserlauf der Stadt, die im Laufe der Jahrhunderte versandete, 1608 kanalisiert und 1838 ganz zugeschüttet wurde.

Am Beginn des 19. Jahrhunderts gab es einen intensiven Handel zwischen Bremen und Brasilien und die Stadt wurde zu einer Hochburg der Zigarrenmacher. In vielen Häusern wohnten Zigarrenmacher. Ein Besitzer benannte sein Haus nach den berühmten Zigarren aus Brasilien als Bremer Brasilhaus und verkaufte Kolonialwaren im Erdgeschoss.

1969 kaufte eine Werbeagentur ein Haus im Schnoor von einem Zigarrenmacher und benannte sich Brasilhaus No 8 nach der vormaligen Hausnummer Nr. 8 in der Straße Am Landherrenamt.[2] Durch die Änderung der Hausnummern im Schnoor ist die Bezeichnung Brasilhaus vermutlich auch auf die Nummer 15 gefallen und dort verblieben. Die Werbeagentur Brasilhaus hat das Haus Schnoor 15 selbst nie genutzt und zog später zu ihrem heutigen Sitz am Altenwall.[3] Das Haus Schnoor 15 wurde im Laufe der Zeit von verschiedenen Gewerbetreibenden genutzt, die oberen Stockwerke waren bewohnt. Bis Mitte des Jahres 2010 wurde das Erdgeschoss von einer Künstlergruppe genutzt, die als Galerie Artemis firmierten und dann in das Schifferhaus umzogen, seit 2012 befindet sich die Galerie Art 15 im Erdgeschoss.[4]

Der niederdeutsche Straßenname Schnoor (Snoor) bedeutet Schnur: Hier stehen die Häuser wie an einer Schnur aufgereiht. Der Name verweist jedoch auf das Schiffshandwerk und die Herstellung von Seilen und Tauen (= Schnur).

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Denkmaldatenbank des LfD Bremen
  2. Gründung der Brasilhaus Agentur.
  3. Heutiger Sitz der Brasilhaus Agentur.
  4. https://www.brausezimt.de/blogs/view/269/Das-Kuenstlerhaus-mit-Galerie-ART15-im-Schnoor

Koordinaten: 53° 4′ 22,3″ N, 8° 48′ 34,7″ O