Haus Werburg

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Haus Werburg
Torhaus von Haus Werburg

Torhaus von Haus Werburg

Entstehungszeit: um 1468
Burgentyp: Niederungsburg
Erhaltungszustand: Erhalten oder wesentliche Teile erhalten
Ort: Spenge
Geographische Lage 52° 8′ 29,7″ N, 8° 28′ 35,8″ OKoordinaten: 52° 8′ 29,7″ N, 8° 28′ 35,8″ O
Haus Werburg (Nordrhein-Westfalen)
Haus Werburg
Rittergut Werburg
Torhaus der Werburg nachts

Haus Werburg ist eine ehemalige Wasserburg in Spenge im Kreis Herford in Nordrhein-Westfalen. Das historische Gebäude-Ensemble besteht aus einem Herrenhaus, einem Renaissance-Torhaus und einer Fachwerkscheune.

Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Werburg befindet sich westlich der Ortskernbebauung von Spenge.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die erste schriftliche Erwähnung der Werburg datiert aus dem Jahre 1468. In diesem Jahr vererbte Heinrich von Ledebur seine beiden Spenger Bugplätze an seine Söhne Gerhard und Johann. Johann erhielt die Werburg und Gerhard die nahe gelegene Mühlenburg. In den folgenden fast 500 Jahren ist die Werburg mit den Namen von vier Adelsgeschlechtern (Ledebur, Ketteler, Münch und von dem Bussche) verknüpft. Im Jahre 1941 verkaufte Alhard Freiherr von dem Bussche-Münch die Werburg mit allen noch vorhandenen Ländereien an die damalige Gemeinde Spenge.

Bestehende Gebäude[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Beherrschendes Gebäude der gesamten Anlage ist das Herrenhaus. Es wurde im 16. Jahrhundert im nordöstlichen Winkel der damaligen, von einem Wassergraben umgebenen, Hauptburg auf einem Eichenrostfundament erbaut. Vermutlich 1717 wurde es umfassend umgebaut und erhielt das bis heute erhaltene barocke Aussehen. Das stark baufällige Gebäude wurde in den Jahren 2008 bis 2014 restauriert und beherbergt heute das Werburg-Museum.

Das Torhaus wurde 1596 im Stil der Weserrenaissance errichtet. Bemerkenswert sind der vielfältige Gebäudeschmuck und die gut erhaltenen Wappen derer von Ledebur und Ketteler. An der Frontseite des Gebäudes befindet sich noch das Original-Pappelholztor aus dem 16. Jahrhundert. Bei der Renovierung des Torhauses in den Jahren 2005/2006 wurden nachträgliche Einbauten teilweise entfernt.

Die Fachwerkscheune aus dem 19. Jahrhundert wurde bereits in den 1980er Jahren saniert. Für 2017/2018 sind weitere Baumaßnahmen vorgesehen.

Vorgängerbauten und archäologische Funde[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In den Jahren 1995 bis 2011 führten auf dem Werburg-Gelände mehrere archäologische Untersuchungen zu wichtigen Hinweisen auf die ursprüngliche Bebauung der Anlage und auf das Leben der Burgbewohner. Unter dem Herrenhaus fanden sich Rest eines Vorgängergebäudes aus dem 15. Jahrhundert. In anderen Grabungsarealen wurden weitere Gebäudereste, Fundamente einer Burgmauer sowie die Grundmauern einer massiven U-förmigen Bastiongefunden.

Haus Werburg Spenge Ausgrabungen

Südlich der rechteckigen Hauptburginsel von 65 x 39 Metern Größe entstand Ende des 16. Jahrhunderts eine Vorburg mit umfangreichem Wirtschaftsbereich. Die 1625 errichtete wehrhafte große Scheune, das sogen. "Große Vorwerk", musste in den 1960er Jahren einem Straßenbau weichen.

Neben den Resten der früheren Bebauung bargen die Archäologen zahlreiche Fundstücke von alltäglichen Gebrauchsgegenständen aus der Zeit der Renaissance und des Barock. Fragmente von Keramikgefäßen, Ofenkacheln, Gläsern und Flaschen, Reste von Schuhen, Holzgegenständen sowie von Schlachtabfällen lassen Rückschlüsse auf die Lebensumstände und Ernährungsgewohnheiten zu.

Spektakulärster Fund war ein Munitionsvorrat aus der Wende vom 15. zum 16. Jahrhundert, bestehend aus 50 steinern und 4 eisernen Kanonenkugeln unterschiedlichen Kalibers sowie von ca. 1.600 Armbrustbolzen.

Heutige Nutzung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Herrenhaus wird heute als Kinder- und Familienmuseum genutzt. Es zeigt anhand der Funde das Leben auf einer Kleinadelsburg in der Renaissance und im Barock.

Das Torhaus wurde bereits vor seiner Renovierung 2005/2006 von der Stadt Spenge als Trauzimmer des örtlichen Standesamtes genutzt. Nach Abschluß der Renovierung zog dort zusätzlich das Archiv der Stadt ein. Der Raum der früheren Tordurchfahrt wird für kulturelle Veranstaltungen genutzt.

Die Fachwerkscheune soll zukünftig als multifunktionaler Raum für die Stadt, für Museumspädagogik und für Sonderausstellungen zur Verfügung stehen.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Haus Werburg – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien