Haus der Geschichte Nordrhein-Westfalen

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Konstituierende Sitzung des Kuratorium: v. r.: Stefan Nacke, der Präsident des Landtags, André Kuper, Marcus Optendrenk, Elisabeth Müller-Witt, Josefine Paul, der Vizepräsident des Landtags, Oliver Keymis, Lorenz Deutsch, die Vizepräsidentin des Landtags, Angela Freimuth, Stefan Goch, Guido Hitze, Rainer Bovermann, die Vizepräsidentin des Landtags, Carina Gödecke, und Florian Melchert.

Das Haus der Geschichte Nordrhein-Westfalen soll eine Institution des Landes Nordrhein-Westfalen sein, welche die Geschichte des Landes zusammenfassend wissenschaftlich aufbereitet und die Ergebnisse der Allgemeinheit zugänglich macht.[1] Eine Teileröffnung im Jahr 2021Vorlage:Zukunft/In 2 Jahren wird für möglich gehalten.[2]

Planungsgeschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Erste Diskussionen seit 2010[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 22. November 2010 berichtete u. a. die Tageszeitung Rheinische Post, dass der Landtagspräsident Eckhard Uhlenberg sich die Anregung renommierter Landeshistoriker zu eigen mache, ein Haus der Geschichte Nordrhein-Westfalens einzurichten. Dieses könne – gerade für junge Leute – einen beachtlichen Beitrag leisten, die Entwicklung des Landes ab 1945 und maßgebliche Weichenstellungen in Gesellschaft, Wirtschaft und Politik des Landes zu vermitteln.

Bei der Suche nach einem geeigneten Standort käme, so Uhlenberg, die Villa Horion in Frage, weil in der früheren Staatskanzlei maßgebliche Entscheidungen der Landespolitik gefallen seien und das Haus eine günstige Lage, z. B. für Besucher des Landtags, besitze. Als Vorstufe könnte ein virtuelles Haus der Geschichte dienen, das im Internet verfügbare Informationen (Dokumente, Artikel, Ton- und Filmmitschnitte) als Portal integriere. Im August 2011 bekundete der Düsseldorfer Oberbürgermeister Dirk Elbers seine Unterstützung für diesen Plan. Im Januar 2012 rief der Landtagspräsident eine Expertengruppe ein, um Impulse für ein Ausstellungskonzept und grundsätzliche politische Beratungen und Entscheidungen im Konsens der politischen Kräfte zu erhalten.[3][4] Die 2017 gebildete CDU-FDP-Regierungskoalition nahm die Pläne für ein Haus der Geschichte in ihren Koalitionsvertrag auf.

Landtagsentscheidung 2018[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 18. Januar 2018 wurde ein gemeinsamer Antrag der Fraktionen von CDU, SPD, FDP und Bündnis 90/Die Grünen im Landtag verabschiedet, der die Entwicklung eines Konzeptes für ein „Haus der Geschichte Nordrhein-Westfalens“ als Verbindung von Forschungsinstitut und Museum umfasst.[5][6] Die AfD im Landtag stimmte gegen den Antrag.[7] Demnach kann das bereits bestehende „Haus der Parlamentsgeschichte“ Grundlage und eigenständiger Bestandteil sein.[8] Ziel sei ein übergreifender landeshistorischer Ansatz, der dazu beitragen soll, ein allgemeines Landesbewusstsein zu fördern und grundlegende Elemente der historisch-politischen Kultur des Landes zu verdeutlichen. Dies erfordere eine koordinierende Kooperation mit den Einrichtungen, Museen, Instituten und wissenschaftlichen Lehrstühlen des Landes, die bisher schon die landeshistorisch-politische Bildungsarbeit trügen bzw. unterstützten, weiterentwickelten und sichtbar machten.

Nach der Entscheidung des Landtages wurde eine parteiübergreifende und unabhängige Planungsgruppe „Geschichte, Politik und Demokratie Nordrhein-Westfalens“ mit wissenschaftlichen Experten eingesetzt. Die Mitglieder der Planungsgruppe wurden vom Präsidenten des Landtags im Einvernehmen mit dem Kuratorium berufen. Das Kuratorium besteht aus zehn Mitgliedern. Die Mitglieder des Landtagspräsidiums sind dort „geborene“ Mitglieder. Die übrigen werden entsprechend der Stärke der Fraktionen entsandt. Darüber hinaus wurde die Einrichtung eines wissenschaftlichen Beirats durch das Kuratorium geplant.

Vorschlag eines Standortes[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Juli 2018 teilte der Landtagspräsident und Kuratoriumsvorsitzende André Kuper mit, dass er der Landesregierung Nordrhein-Westfalen das Mannesmann-Haus an der Rheinuferpromenade als Standort des Museums vorgeschlagen hat. Der 1912 fertiggestellte Bau, dessen Geschichte auf mehrere bedeutende industrielle, kulturelle und politische Entwicklungen verweist (Sitz der Mannesmann-Hauptverwaltung, bedeutendes Architektur-Beispiel des Industriedesigners Peter Behrens, Sitz der britischen Militärverwaltung, Amtssitz der ersten Landesregierungen Nordrhein-Westfalens) und dessen Lage am Rhein und im nordrhein-westfälischen Regierungsviertel ihn vorzugswürdig macht, sei in „idealer Weise“ für das Vorhaben geeignet.[9]

Kuratorium[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 26. April 2018 fand in der Villa Horion die konstituierende Sitzung des Kuratoriums statt, das die Arbeit der Planungsgruppe „Geschichte, Politik und Demokratie Nordrhein-Westfalens“ des Landtags begleiten soll. Bei der konstituierenden Sitzung wurden der Leiter der Planungsgruppe, Guido Hitze, der stellvertretende Leiter, Stefan Goch, und der Geschäftsführer der Planungsgruppe, Florian Melchert, vorgestellt.[10]

Dem Kuratorium gehören an:

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Haus der Geschichte Nordrhein-Westfalen – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Thomas Reisener: Neues Museum: Haus für NRW-Geschichte soll in Düsseldorf entstehen. In: Kölnische Rundschau. (rundschau-online.de [abgerufen am 19. Februar 2018]).
  2. Haus der Geschichte für Nordrhein-Westfalen - Kohle, Kunst und Karneval. Abgerufen am 24. Juni 2019 (deutsch).
  3. Detlev Hüwel: Ein Haus der Geschichte für NRW. In: Rheinische Post vom 24. August 2011 (online, abgerufen am 12. September 2011)
  4. Haus der NRW-Geschichte nach Stuttgarter Vorbild? In: Rheinische Post vom 24. September 2011 (online).
  5. Fraktion der CDU, Fraktion der SPD, Fraktion der FDP und Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN: Drucksache 17 /1662. LANDTAG NORDRHEIN-WESTFALEN, 11. Januar 2018, abgerufen am 19. Februar 2018.
  6. Plenarprotokoll 17/19. Landtag Nordrhein-Westfalen, 18. Januar 2018, abgerufen am 19. Februar 2018.
  7. DIE WELT: Landtag stellt Weichen für «Haus der Geschichte». In: DIE WELT. 18. Januar 2018 (welt.de [abgerufen am 19. Februar 2018]).
  8. Süddeutsche de GmbH, Munich Germany: Landtag stellt Weichen für. Abgerufen am 2. Mai 2018.
  9. Haus der NRW-Geschichte in Düsseldorf nimmt Formen an, Artikel vom 17. Jui 2018, abgerufen am 16. Juni 2019
  10. Landtag Nordrhein-Westfalen: Landtag NRW: Erste Sitzung des Kuratoriums „Haus der Geschichte Nordrhein-Westfalen“. Abgerufen am 2. Mai 2018.