Hausbooturlaub

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Hausbooturlaub ist eine Form des Tourismus. Der Urlauber – oft ohne seemännische Vorkenntnisse – mietet zu diesem Zweck ein Hausboot, das dazu dient, überwiegend auf Binnengewässern Campingurlaub auf dem Wasser zu verbringen. Das Motorboot ist dabei gleichzeitig Transportmittel und Unterkunft. Der Komfort entspricht dem eines Ferienhauses mit Dusche und WC.

Bedienung eines Hausbootes[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Verwendung der Bedienungseinrichtungen des Bootes ist relativ leicht verständlich. Das Handhaben eines Hausbootes bedarf je nach Revier (z. B. Strömungsrevier) und Wetterbedingungen (z. B. Seitenwind) aber etwas Übung. Nach einer kurzen Einweisung und Probefahrt bei der Bootsübernahme darf man in den meisten Urlaubsländern, die über Hausbootreviere verfügen, auch ohne Sportbootführerschein Binnen das Boot steuern. Eine Ausnahme gibt es in Deutschland, wo ohne Führerschein nur bestimmte Wasserwege befahren werden dürfen. Der Motor ist auf eine ökonomische Drehzahl gedrosselt und erlaubt eine maximale Geschwindigkeit von etwa 12 km/h, mehr ist aufgrund der Rumpfgeschwindigkeit bei Verdrängern nicht zu erreichen. Gegen Beschädigungen des Bootes beim Betrieb durch ungeübte Personen ist es mit Scheuerleisten aus Hartgummi und Fendern ausgestattet. Bei technischen Problemen wird von der Charterbasis ein Pannendienst zu Hilfe geschickt.

Navigation eines Hausbootes[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Fahrtstrecke kann der Urlauber anhand spezieller Gewässerkarten des Revieres auswählen. Je nach gewählter Strecke müssen während der Fahrt Schleusen und Hebebrücken überwunden werden, was eine tätige Mitarbeit der Bootsbesatzung erfordert. Anlegen kann man im Wesentlichen dort, wo es nicht verboten ist und niemand behindert wird. Die Nacht wird im Hafen verbracht, in einer Marina oder an geeigneten Plätzen in oder außerhalb der Orte. Bei Einbruch der Dunkelheit darf nicht mehr gefahren werden.

Auf den Wasserwegen sind Verkehrszeichen und Markierungen zu beachten, die nach den Regeln der International Association of Lighthouse Authorities (IALA) festgelegt sind. Im gesamten IALA-System gilt das Rechtsfahrgebot. Regelmäßig ist das Trinkwasser zu ergänzen. Wasserstellen sind in Gewässerkarten verzeichnet. Sowohl für das Trinkwasser, als auch für das Grau- und Schwarzwasser (Dusche, Spüle, Waschbecken, WC) sind Tanks vorhanden. Fäkalien sollten nach einer Woche abgepumpt werden. Bei einer Zweiercrew kann der Tank auch zwei Wochen reichen. Aus Gründen des Umweltschutzes darf keinerlei Abwasser in die Gewässer gelangen.

Hausbootreviere in Europa[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

(Auswahl)

Ein weit verzweigtes Wasserwegenetz befindet sich in den Provinzen Westflandern und Ostflandern. Es beinhaltet z. B. den Gent-Ostende Kanal und die Flüsse Leie, Schelde, Dendre, IJzer. Man erreicht damit auf dem Wasserweg u. a. die Städte Gent, Brügge, Ostende, Tournai und Ieper.
Das Revier Mecklenburger Seenplatte befindet sich nordwestlich der Stadt Berlin. Es umfasst u. a. Teilabschnitte der Flüsse Müritz, Havel, Elbe, sowie den Schweriner See und den Plauer See.
Die Havel und ihre angrenzenden Seen, wie dem Beetzsee, Plauer See, Pritzerber See, Breitlingsee, Templiner See und andere in Brandenburg.
Ohne Sportbootführerschein sind nur bestimmte Gewässer in Mecklenburg, Brandenburg und im Saarland befahrbar.
  • Polen
    • In Masuren, auf den Großen Masurischen Seen werden seit kurzem zusätzlich auch Hausboote angeboten. Man erreicht z. B. die Orte Mikołajki (Nikolaiken), Giżycko (Lötzen) und Węgorzewo (Angerburg). Seit dem 1. Juli 2010 ist kein Sportbootführerschein für Hausboote mit weniger als 13 Metern Länge erforderlich. Nur Hausboote mit einem Tiefgang bis 0,75 Meter eignen sich für die Seen der Masurischen Seenplatte. Für Hausboote gibt es auf diesem Wasserweg keine Verbindung zur Ostsee, da der Masurischer Kanal nie fertiggestellt wurde.
Der Grande Lago ist der größte Stausee Europas mit 250 km². Er liegt nahe der spanischen Grenze und kann wegen seiner südlichen Lage ganzjährig befahren werden. Man erreicht z. B. die Orte Luz, Mourão und Alqueva.
Der Caledonian Canal durchquert die Highlands zwischen den Städten Inverness und Fort William und verbindet einige Seen miteinander, wie z. B. Loch Ness und Loch Lochy. Man erreicht auf dem Wasserweg u. a. die Städte Fort Augustus und Invergarry.
Das Boorsrevier umfasst Teile der Flüsse Moldau und Elbe. Man erreicht z. B. die Orte Prag, Slapy nad Vltavou, Mělník, Píšťany, Ústí nad Labem und Poděbrady.

Bilder[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]