Hautdrüse

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Hautdrüsen oder Dermaldrüsen Glandula cutis sind Drüsen, die in der äußeren Haut liegen. Hautdrüsen kommen als ein- oder mehrzellige Drüsen im [Integumentum] vieler mehrzelligen Tiere (Metazoa)vor. Es handelt sich phylogenetisch um umgewandelte Epidermiszellen. Bei einigen Arten bilden die Organismen zusammenhängende epidermale Drüsenplatten aus oder bilden bis in das Unterhautgewebe reichende komplexe Drüsenkonglomerate, die aber über einzelne Ausführungskanäle mit der Epidermis in Verbindung stehen. In ihrer einfachsten Form wird jede von einer einzelnen Zelle gebildet, die sich von den übrigen Hautzellen durch ihren Inhalt, meist auch durch ihre Form unterscheidet und ihre Absonderung durch eine Öffnung nach außen entleert. Schleimzellen und Becherzellen kommen bei Wirbeltieren und wirbellosen Tieren häufig vor, vereinigen sich auch wohl zu Gruppen mit dicht nebeneinander gelegenen Mündungen. Solche Schleimdrüsen und Becherzellen, dienen dem Schutz (mechanisch und immunologisch) des Integumentum, sie machen die Oberfläche des Organismus gleitfähiger (Reibungskräfte), so etwa bei den Strudelwürmer, Gnathostomulida, Weichtiere, Polychaeta, Enteropneusten und auch bei den aquatisch lebenden Wirbeltieren Fische, Amphibien. Aus diesen leiten sich dann die Giftdrüsen bei den Amphibien oder Leuchtstoffdrüsen bei den Fische ab. Auch bei der großen heterogenen Gruppe der Wirbellosen kommt es zur evolutionären Ausdifferenzierung von Drüsenorganen im Exoskelett, so etwa Klebdrüsen bei Gastrotricha, Rädertiere, Kamptozoa und Insekten. Weitere sind Cuticuladrüsen, Spinndrüsen im Spinnapparat der Spinnentiere, Giftdrüsen, Öldrüsen, Wachsdrüsen und Lackdrüsen bei Arthropoden u.ä.m.

Die größte Hautdrüse der Säugetiere ist die Milchdrüse. Darüber hinaus haben sie Talg- und Schweißdrüsen.[1]

Aufbau der Säugetierhaut mit den entsprechenden Hautdrüsen

Bildungsformen der Hautdrüsen bei Säugetieren[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Als ekkrine Schweißdrüse, Glandula sudorifera merocrina bezeichnet man eine Drüse in der Lederhaut (Korium), die unterhalb der Oberhaut (Epidermis) liegt. Sie produzierte den Schweiß, Sudor der über eine Poren in der Oberhaut ausgeschieden wird; sie dient vor allem der Regulation des Wärmehaushalt.
  • Die Talgdrüse, Glandula sebacea ist eine Lipid produzierende, holokrine Drüse im oberen Teil der Lederhaut, Stratum superficiale dermidis. Die produzierten Lipide werden als Talg oder Sebum bezeichnet. Hauptsächlich befinden sich die Talgdrüsen am Epithel der Haaranlagen; deshalb auch Haarbalgdrüsen. Weitere Talgdrüsen, die sogenannten freien Talgdrüsen, befinden sich hauptsächlich in den Nasenöffnungen, dem Lippenrot und im Genitalbereich.
  • Die apokrinen Schweißdrüsen oder Duftdrüsen, Glandula sudorifera apocrina geben neben pheromonähnlich wirkenden Duftstoffen weitere Substanzen in den Haartrichter ab, die erst gemeinsam mit dem Hauttalg und unter Einwirkung von Hautbakterien zu verschiedenen Geruchsstoffen umgesetzt werden. Anders als die sogenannten „ekkrinen Schweißdrüsen“ sind Duftdrüsen je an einen Haarfollikel gebunden und auf bestimmte Körperregionen beschränkt. Ihr Sekret und das der Talgdrüsen sowie die jeweilige Bakterienflora einer Hautregion ist maßgeblich für den (natürlichen) Körpergeruch verantwortlich, und kann den Geruch eines Körpers daneben nach Regionen differenzieren. Daher spielen Duftdrüsen oft eine nicht unwesentliche Rolle im Sozial- und Sexualverhalten; sie können darüber hinaus zur Reviermarkierung eingesetzt werden.
  • Als Milchdrüse, Glandula mammaria bezeichnet man bei den weiblichen Säugetieren die für die Absonderung der Milch (Laktation) und damit für die Ernährung des Nachwuchses sorgenden Organe. Es handelt sich dabei um spezialisierte Hautdrüsen.
Die Lokalisation der verschiedenen Hautdrüsen.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Detlev Drenckhahn, Wolfgang Zenker: Benninghoff Anatomie Band 2. 15. Auflage. Urban & Schwarzenberg, München/ Wien/ Baltimore 1993, ISBN 3-541-00255-7, S. 809.