Hauterive NE

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NE ist das Kürzel für den Kanton Neuenburg in der Schweiz und wird verwendet, um Verwechslungen mit anderen Einträgen des Namens Hauterivef zu vermeiden.
Hauterive
Wappen von Hauterive
Staat: Schweiz
Kanton: Neuenburg (NE)
Bezirk: Neuchâtelw
BFS-Nr.: 6454i1f3f4
Postleitzahl: 2068
UN/LOCODE: CH HTE
Koordinaten: 564432 / 207243Koordinaten: 47° 0′ 55″ N, 6° 58′ 15″ O; CH1903: 564432 / 207243
Höhe: 501 m ü. M.
Fläche: 2,07 km²
Einwohner: 2639 (31. Dezember 2016)[1]
Einwohnerdichte: 1275 Einw. pro km²
Website: www.hauterive.ch
Museum Laténium in Hauterive

Museum Laténium in Hauterive

Karte
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Hauterive ist eine politische Gemeinde im Bezirk Neuenburg des Kantons Neuenburg in der Schweiz. Der frühere deutsche Name Altenryf wird heute nicht mehr verwendet. Nach der Fusion der früheren Freiburger Gemeinden Ecuvillens und Posieux zu Hauterive (FR) wurde die gleichnamige neuenburgische Gemeinde im Jahre 2001 offiziell in Hauterive (NE) umbenannt.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hauterive liegt auf 501 m ü. M., 4 km nordöstlich der Kantonshauptstadt Neuenburg (Luftlinie). Das Dorf erstreckt sich auf einer Geländeterrasse am unteren Südhang des Chaumont, an aussichtsreicher Lage rund 70 m über dem Ufer des Neuenburgersees.

Die Fläche des 2,1 km² grossen Gemeindegebiets umfasst einen Abschnitt des steilen Südhangs des Chaumont. Der Gemeindeboden erstreckt sich vom Seeufer über das bebaute und zum Teil mit Reben bestandene Gebiet den bewaldeten Jurasüdhang (Côte d'Hauterive) hinauf bis an den Rand der Höhe des Chaumont. Hier wird mit 1060 m ü. M. der höchste Punkt von Hauterive erreicht. Von der Gemeindefläche entfielen 1997 26 Prozent auf Siedlungen, 59 Prozent auf Wald und Gehölze, 14 Prozent auf Landwirtschaft und etwas weniger als ein Prozent war unproduktives Land.

Zu Hauterive gehören die Siedlung Champréveyres, 440 m ü. M. entlang der Hauptstrasse nahe dem Seeufer. Nachbargemeinden von Hauterive sind Neuenburg und Saint-Blaise.

Geologie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach Hauterive ist die geologische Zeitepoche Hauterivium in der unteren Kreide benannt. Die leicht abbaubare, fein strukturierte Gesteinsschicht (pierre jaune de Neuchâtel) war bereits bei den Römern bekannt und wurde für den Bau von Aventicum (Avenches) verwendet. In der Altstadt von Neuenburg müssen alle Gebäude mit diesem Stein verkleidet sein.

Bevölkerung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bevölkerungsentwicklung
Jahr Einwohner
1850 345
1900 654
1950 745
1960 1097
1970 2213
1980 2545
1990 2289
2000 2637

Mit 2639 Einwohnern (Stand 31. Dezember 2016) gehört Hauterive zu den grösseren Gemeinden des Kantons Neuenburg. Von den Bewohnern sind 82,5 % französischsprachig, 6,2 % deutschsprachig und 3,5 % italienischsprachig (Stand 2000). Vor allem während der 1960er Jahre wurden deutliche Bevölkerungszuwachsraten registriert.

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Stimmenanteile der Parteien anlässlich der Nationalratswahl 2015 betrugen: FDP 36.0 %, SP 22.5 %, SVP 17.4 %, GPS 8.0 %, PdA 5.1 %, glp 4.5 %, CVP 3.8 %, Liste du vote blanc 1.0 %, BDP 0.8 %.[2]

Wirtschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hauterive war früher hauptsächlich ein Winzerdorf, im Laufe des 20. Jahrhunderts hat es sich zur Wohngemeinde entwickelt. Heute ist das bebaute Gebiet von Hauterive mit demjenigen der Nachbargemeinden Neuenburg und Saint-Blaise zusammengewachsen. An den optimal zur Sonne exponierten Hängen am Nordufer des Neuenburgersees wird Rebbau betrieben (Weinbaugebiet Champréveyres).

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeinde ist verkehrsmässig gut erschlossen. Sie liegt an der Hauptstrasse 5 von Biel nach Neuenburg und an der Autobahn A5. Am 7. November 1859 wurde die Eisenbahnstrecke von Neuenburg nach Le Landeron mit einem Bahnhof in Saint-Blaise eröffnet, dessen westlicher Teil auf dem Gemeindegebiet von Hauterive liegt. Daneben wird Hauterive durch die Verkehrsgesellschaft Transports en commun de Neuchâtel et environs bedient, dies erfolgt durch die Linie 7 des Trolleybus Neuenburg.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

An den Ufern des Neuenburgersees wurden Siedlungsspuren aus dem Jungpaläolithikum, Neolithikum und der Bronzezeit (Pfahlbauten) gefunden. Während der Römerzeit verlief die teils gepflasterte Strasse Vy d'Etra durch das Gemeindegebiet.

Die erste schriftliche Erwähnung des Dorfes unter dem Namen Alta Ripa datiert auf das Jahr 1143, als die Abtei Fontaine-André gegründet wurde. Die Mönche pflegten den Weinbau und unterhielten eine Weinpresse. Hauterive gehörte zur Grafschaft Neuenburg. Seit 1648 war Neuenburg Fürstentum und ab 1707 durch Personalunion mit dem Königreich Preussen verbunden. 1806 wurde das Gebiet an Napoleon I. abgetreten und kam 1815 im Zuge des Wiener Kongresses an die Schweizerische Eidgenossenschaft, wobei die Könige von Preussen bis zum Neuenburgerhandel 1857 auch Fürsten von Neuenburg blieben.

Zum Gedenken an Maurice Bavaud wurde 2011 eine Stele in Hauterive errichtet. Bavaud hatte vor dem Zweiten Weltkrieg versucht, Adolf Hitler in München zu erschiessen. Er wurde aber verhaftet, gefoltert und 1941 enthauptet.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am Dorfplatz steht das im Kern aus dem 15. Jahrhundert stammende dreigeschossige ehemalige Schulhaus mit Arkaden. Im Ortskern gibt es weitere alte Patrizierhäuser, darunter das Haus Court von 1577 und das im 17. Jahrhundert erbaute Haus Clottu.

Bekannt ist auch die Galerie 2016, wo Werke zeitgenössische Künstler gezeigt werden. Direkt am See liegen der Archäologische Park und das kantonale Museum Laténium.

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Ständige und nichtständige Wohnbevölkerung nach institutionellen Gliederungen, Geschlecht, Staatsangehörigkeit und Alter (Ständige Wohnbevölkerung). In: bfs.admin.ch. Bundesamt für Statistik (BFS), 29. August 2017; abgerufen am 20. September 2017.
  2. Election du Conseil National du 18.10.2015, Résultats des partis - Les suffrages. Chancellerie d'État neuchâtelois, 18. Oktober 2015; abgerufen am 30. Oktober 2016 (aspx, französisch).