Havas

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Dieser Artikel behandelt die französische Werbeagentur; zu anderen Bedeutungen siehe Havas (Begriffsklärung).
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Die Havas-Gruppe ist eine französische Werbeagentur mit Sitz in Suresnes, Département Hauts-de-Seine. Gegründet wurde sie als französische Nachrichtenagentur.

Unternehmensgeschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

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Havas entstand aus der ersten französischen Nachrichtenagentur, die im Jahr 1835 von Charles-Louis Havas gegründet wurde. Nach dessen Tod (1858) von seinem Sohn Auguste Havas (1813–1889) fortgeführt, wurde sie 1879 in eine Aktiengesellschaft umgewandelt. Während des Ersten Weltkriegs hatte sie einen halbamtlichen Status.

Havas wurde 1998 von Vivendi aufgekauft und in Vivendi Universal Publishing umbenannt. Die Gesellschaft, die heute den Namen Havas trägt, war ursprünglich eine Tochter der alten Havas, nämlich die auf die Kommunikationsbranche spezialisierte Havas Advertising[1], die die Namensrechte im Jahr 2002 erworben hat. Es handelt sich dabei um eine Holding mit Sitz in Suresnes bei Paris. 2004 wurde die Gruppe schließlich von dem Geschäftsmann Vincent Bolloré aufgekauft.

Havas ist heute die zweitgrößte Werbegruppe in Frankreich und liegt weltweit auf Platz sechs. Zu den größten Hauptkonkurrenten gehören weltweit Omnicom, WPP, IPG und Publicis sowie Dentsū. Das Unternehmen ist an der Börse Euronext notiert.

Havas Gruppe[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die weltweit tätige Havas Gruppe besteht aus Havas Worldwide und Havas Media. Das Netzwerk der Havas Holding umfasst 233 Agenturen in 75 Ländern. Zur Havas Gruppe gehört auch das Euro-RSCG-Netzwerk.

Havas Schweiz[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im März 2012 wurden die Niederlassungen der Werbeagentur Euro RSCG zu Havas Worldwide Zürich umbenannt, diejenige in der Westschweiz zu Havas Worldwide Genève. Der Namenswechsel war schon seit einigen Jahren diskutiert worden, da der Markenname der an der Pariser Börse kotierten Holding Havas einfacher sei und die Philosophie «think global, act local» besser zum Ausdruck bringe.[2]

Übertragene Bedeutung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die in der Schweiz bekannte Redensart red kän Havas oder verballhornt red kän Habasch im Sinne von „erzähl keinen Unsinn“ oder substantivisch Habasch „Narr, Tölpel“ geht auf die frühere französische Nachrichtenagentur Havas zurück. Entstanden ist sie unter den Soldaten des Ersten Weltkrieges, da die Meldungen der halbamtlichen Nachrichtenagentur vielfach geschönt waren und deshalb oft angezweifelt wurden.[3][4][5][6][7]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Mark Tungate: Adland: A Global History of Advertising. S. 179f (Havas: Child of the information age) (Online)

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. 1975 nannte sich Havas Conseil S.A. um in Eurocom; 1991 übernahm Eurocom die französische Werbeagentur RSCG und formte die spätere Euro RSCG; 1996 benannte sich die Eurocom S.A. um in Havas Advertising S.A.
  2. Euro RSCG wird zu Havas Worldwide Zürich Klein-Report. Der Mediendienst der Schweizer Kommunikationsbranche
  3. Vgl. Schweizerisches Idiotikon, Band XV, Spalte 1560, Anmerkung zum Artikel Wolf (Digitalisat), wo aus Hanns Bächtolds Die schweizerische Soldatensprache 1914/18, Basel 1922, die Wendung Wolff und Havas für „unwahrscheinliche Nachrichten“ zitiert wird.
  4. Christoph Landolt: Verzell kän Hawass (Habasch). In: Wortgeschichten vom 23. März 2016. Hrsg. von der Redaktion des Schweizerischen Idiotikons.
  5. Das Wörterbuch der Idiome. 2013
  6. W. Heim: Neuere Zeitungsfabeln. In: Schweizer Volkskunde 44. Jg.(1954), S. 68ff.
  7. Vergiftete Quellen. Der Erste Weltkrieg im Sundgau in den Zeitungen der Nordwestschweiz (PDF; 1,4 MB), Walter Brunner, Seite 3