Hayabusa 2

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Hayabusa 2
Missionsziel Asteroid (162173) Ryugu
Auftraggeber Japan Aerospace Exploration AgencyJAXA JAXA
Aufbau
Trägerrakete H-IIA-202 F-26
Startmasse 600 kg
Instrumente

Probenahme System
Erdrückkehrkapsel (ERC)
Impactor
AMICA – Multispektral-Kamera
LIDARLaser-Entfernungsmesser
NIRS – Spektrometer im nahen Infrarotbereich
Wärmebildkamera
MASCOT Asteroidenlander
2 MINERVA Landungsroboter

Verlauf der Mission
Startdatum 3. Dezember 2014, 04:22 UTC[1]
Startrampe Tanegashima
Enddatum 2020Vorlage:Zukunft/In 2 Jahren
 
03.12.2014 Start
 
03.12.2015 Swing-by an der Erde
 
06.2018 Asteroiden-Orbit
 
08.2019 Impactor
 
12.2019 Rückstart zur Erde
 
12.2020 Ende bei geplanter Missionsdauer

Die Asteroidenmission Hayabusa 2 (jap. はやぶさ2, deutsch: Wanderfalke 2) ist ein Projekt der Japanischen Weltraumagentur JAXA. Es ist die Nachfolgemission der erfolgreichen japanischen Raumsonde Hayabusa (Muses-C). Gebaut wurde Hayabusa 2, wie auch ihr Vorgänger Hayabusa, von der japanischen NEC Corporation.[2] Ziel ist es, aus den Erfahrungen von Hayabusa zu lernen, die trotz zahlreicher technischer Probleme nach Abschluss der Erkundungen des Asteroiden (25143) Itokawa erfolgreich zur Erde zurückgekehrt war.[3]

Mission[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hayabusa-2 wurde am 3. Dezember 2014 mit einer H-IIA-Rakete gestartet.[1] Ziel war ein erdnahes Objekt, der Asteroid (162173) Ryugu. Nach der Ankunft am Asteroiden soll zunächst die Oberfläche des Himmelskörpers vermessen werden. In einem zweiten Schritt soll dann der etwa schuhkartongroßer Asteroidenlander MASCOT und zwei MINERVA-II-Landungsroboter zum Einsatz kommen. MASCOT wiegt etwa zehn Kilogramm und trägt eine Nutzlast von ungefähr drei Kilogramm. Seine äußere Hülle wird durch 0,125 Millimeter dünne CFK-Schichten aufgebaut, die kombiniert mit einem Schaumkern eine leichte und hochsteife Struktur bilden.

Vier Instrumente sollen im Lander transportiert werden: Die französische Raumfahrtagentur entwickelte ein Infrarotspektrometer, mit dessen Hilfe die Zusammensetzung der Asteroidenoberfläche untersucht werden soll. Das Magnetfeld soll durch ein Magnetometer der TU Braunschweig vermessen werden. Zwei weitere Instrumente wurden vom Institut für Planetenforschung des DLR bereitgestellt. Mit einer Weitwinkelkamera sollen Landeplatz und Bodenstrukturen aufgenommen werden und ein Radiometer soll die Oberflächentemperatur ermitteln. Das DLR stellt außerdem noch Kapazitäten der 30-Meter-Deep-Space Antenne der Satellitenbodenstation Weilheim für die Datenübertragung zur Verfügung.

Als Besonderheit kann sich MASCOT selbstständig mittels eines speziellen Mechanismus über die Asteroidenoberfläche bewegen. Er springt dabei zehn bis 70 Meter weit. Wegen der begrenzten Laufzeit der Lithium-Ionen-Batterie wird die Missionsdauer auf dem Asteroiden auf ungefähr 16 Stunden geschätzt.[4]

Nach Abschluss der Mission soll der Lander auf dem Asteroiden zurückbleiben. Die Raumsonde hingegen soll mit Bodenproben, die sie mit Projektilgeschossen aus der Asteroidenoberfläche herausschlagen und mit einem Trichter aufnehmen soll, zur Erde zurückkehren. Erwartete Rückkehr der Raumsonde ist Ende 2020.Vorlage:Zukunft/In 2 Jahren[4][5][6]

Antrieb[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Schema der Funktion des Ionenantriebs mu10 für Hayabusa 2

Hayabusa 2 ist mit einem Ionenantrieb ausgestattet, diesmal mit dem neu entwickelten mu-10.

Aufruf zur Teilnahme an der Mission[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wie schon bei der ersten Hayabusa-Mission ermöglicht die japanische Weltraumagentur unter dem Motto „Let’s meet with Le Petit Prince! Million Campaign 2“ [7] die Teilnahme an dem Raumflug. Für diese Aktion konnten Interessierte ihre Namen und kurze Botschaften an die JAXA schicken, die dann auf speziellen Speicherchips mit der Sonde auf die Reise gehen sollen. Ein Chip, der nur Namen enthalten wird, soll mit dem Zielmarkierer auf den Asteroiden verbleiben; ein weiterer Chip, der auch Botschaften und Illustrationen speichern wird, soll mit der Rückkehrkapsel wieder zur Erde zurückkommen.Vorlage:Zukunft/In 2 Jahren[8]

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weiterführende Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b nasaspaceflight: Japanese H-IIA kicks off Hayabusa 2’s asteroid mission. 3. Dezember 2014; abgerufen am 3. Dezember 2014 (englisch).
  2. Engineers seek smoother space journey for Hayabusa 2, Takashi Kamiguri, Asahi Shimbun, 9. Juni 2012
  3. Planetary Protection of Hayabusa-2 Mission, a Sample Return from 1999 JU3 (PDF; 13,4 MB), C-type NEO, NASA Planetary Protection Subcommittee 2012
  4. a b Hüpfendes Messgerät nimmt erstmals Bodenproben auf einem Asteroiden. In: ingenieur.de. 19. Juni 2013; abgerufen am 16. August 2013.
  5. MASCOT: Asteroidenlander mit Orientierungssinn, Projektleiterin Tra-Mi Ho, DLR
  6. Takanao Saiki, Hirotaka Sawada, Chisato Okamoto, Hajime Yano, Yasuhiko Takagi, Yasuhiro Akahoshi, Makoto Yoshikawa: Small carry-on impactor of Hayabusa2 mission. In: Acta Astronautica. Band 84, März 2013, ISSN 0094-5765, S. 227–236, doi:10.1016/j.actaastro.2012.11.010 (online).
  7. Asteroid Explorer “Hayabusa2” Name and Message Campaign - Let’s meet with Le Petit Prince! Million Campaign 2
  8. Stefan Deiters: Hayabusa 2: Namen sollen zu Asteroid 1999 JU3 mitreisen. In: astronews.com. 25. April 2013; abgerufen am 16. August 2013.