Heßdorf

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Heßdorf
Heßdorf
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Heßdorf hervorgehoben

Koordinaten: 49° 38′ N, 10° 55′ O

Basisdaten
Bundesland: Bayern
Regierungsbezirk: Mittelfranken
Landkreis: Erlangen-Höchstadt
Verwaltungs­gemeinschaft: Heßdorf
Höhe: 290 m ü. NHN
Fläche: 24,78 km2
Einwohner: 3584 (31. Dez. 2018)[1]
Bevölkerungsdichte: 145 Einwohner je km2
Postleitzahl: 91093
Vorwahl: 09135
Kfz-Kennzeichen: ERH, HÖS
Gemeindeschlüssel: 09 5 72 133
Gemeindegliederung: 10 Gemeindeteile
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Hannberger Straße 5
91093 Heßdorf
Website: www.hessdorf.de
Bürgermeister: Horst Rehder (Bürgerblock)
Lage der Gemeinde Heßdorf im Landkreis Erlangen-Höchstadt
Birkach (gemeindefreies Gebiet)Neunhofer ForstMark (gemeindefreies Gebiet)Kraftshofer ForstKalchreuther ForstGeschaidtForst TennenloheErlenstegener ForstBuckenhofer ForstNürnbergNürnbergLandkreis Nürnberger LandFürthLandkreis Neustadt an der Aisch-Bad WindsheimLandkreis FürthErlangenLandkreis AnsbachLandkreis BambergLandkreis BambergLandkreis ForchheimBuckenhofAurachtalEckentalHeroldsbergKalchreuthLonnerstadtMöhrendorfMühlhausen (Mittelfranken)Oberreichenbach (Mittelfranken)SpardorfUttenreuthVestenbergsgreuthWeisendorfWachenrothRöttenbach (bei Erlangen)MarloffsteinHöchstadt an der AischHeßdorfHerzogenaurachHemhofenGroßenseebachGremsdorfBubenreuthBaiersdorfAdelsdorfDormitzer ForstKarte
Über dieses Bild

Heßdorf ist eine Gemeinde im mittelfränkischen Landkreis Erlangen-Höchstadt und der Sitz der Verwaltungsgemeinschaft Heßdorf.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Geographische Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeinde liegt westlich der Autobahn A 3 im Landkreis Erlangen-Höchstadt. Sie bildet mit der Gemeinde Großenseebach eine Verwaltungsgemeinschaft.

Nachbargemeinden[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nachbargemeinden sind (im Norden beginnend im Uhrzeigersinn):

Adelsdorf, Röttenbach, Erlangen, Herzogenaurach, Großenseebach, Weisendorf, Höchstadt an der Aisch, Gremsdorf.

Gemeindegliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeinde hat zehn amtlich benannte Gemeindeteile (in Klammern ist der Siedlungstyp angegeben):[2]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bis zur Gemeindegründung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1315 wurde der Ort als „Hessedorf“ erstmals urkundlich erwähnt. Das Bestimmungswort ist wahrscheinlich der Personenname Hesso, Hesse. Eine Person dieses Namens kann als Gründer der Siedlung angesehen werden.[3] Die Ministerialen von Gründlach waren ursprünglich im Ort Lehensträger. Deren Lehen ging 1315 an die Herren von Hohenlohe-Brauneck über, die es zwischen 1340 und 1364 als Oblei dem Bamberger Domkapitel stifteten.[4]

Gegen Ende des 18. Jahrhunderts gab es in Heßdorf 21 Haushalte. Das Hochgericht übte das bambergische Centamt Herzogenaurach aus. Die Dorf- und Gemeindeherrschaft hatte die Oblei Heßdorf des bambergischen Domkapitels inne. Grundherren waren das bambergische Kastenamt Herzogenaurach (1 Halbhof, 1 Viertelhof, 1 Gut), die Oblei Heßdorf (1 Hube, 5 Halbhuben, 1 Drittelhube, 6 Hofrait, 1 Sölde, 1 Mühle, 1 Haus) und das Rittergut Neuenbürg (2 Güter).[5]

1803 fiel Heßdorf durch den Hauptlandesvergleich Preußen/Bayern an Preußen. Mit dem preußischen Fürstentum Bayreuth kam sie im Frieden von Tilsit 1807 an Frankreich und mit dem Pariser Vertrag von 1810 an Bayern.

Im Rahmen des Gemeindeedikts wurde der Ort dem 1811 gebildeten Steuerdistrikt Hannberg zugeordnet. Mit dem Zweiten Gemeindeedikt (1818) wurde die Ruralgemeinde Heßdorf gebildet, zu der Mittel-, Ober- und Untermembach gehörten.[6] Sie unterstand in Verwaltung und Gerichtsbarkeit dem Landgericht Herzogenaurach und in der Finanzverwaltung dem Rentamt Erlangen. In der freiwilligen Gerichtsbarkeit unterstanden zwei Anwesen dem Patrimonialgericht Neuenbürg (bis 1835). Am 1. Oktober 1847 wurde die Finanzverwaltung vom Rentamt Herzogenaurach übernommen.[7] Ab 1862 wurde Heßdorf vom Bezirksamt Höchstadt an der Aisch (1938 in Landkreis Höchstadt an der Aisch umbenannt) und weiterhin vom Rentamt Herzogenaurach (1920–1929: Finanzamt Herzogenaurach, ab 1929: Finanzamt Erlangen) verwaltet. Die Gerichtsbarkeit blieb bis 1879 beim Landgericht Herzogenaurach, 1880–1959 Amtsgericht Herzogenaurach, ab 1959 Amtsgericht Erlangen. Die Gemeinde hatte ursprünglich eine Gebietsfläche von 7,454 km².[8]

Eingemeindungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 1. Juli 1972 wurde die bis dahin selbständige Gemeinde Hannberg eingegliedert.[9] Am 1. Mai 1978 kam die aufgelöste Gemeinde Hesselberg fast vollständig hinzu.[10]

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gemeinde Heßdorf

Jahr 1818 1840 1852 1861 1867 1871 1875 1880 1885 1890 1895 1900 1905 1910 1919 1925 1933 1939 1946 1950 1961 1970 1987 2008 2013 2017
Einwohner 295 370 372 373 360 350 367 384 399 388 391 354 366 385 387 410 419 616 630 621 746 805 2634 3502 3451 3508
Häuser[11] 45 67 68 71 70 82 122 677 1007
Quelle [12] [13] [13] [14] [13] [15] [13] [13] [16] [13] [13] [17] [13] [13] [13] [18] [13] [13] [13] [19] [8] [20] [21] [22] [22] [22]

Gemeindeteil Heßdorf

Jahr 001818 001861 001871 001885 001900 001925 001950 001961 001970 001987
Einwohner 149 204 187 227 196 216 364 477 488 1060
Häuser[11] 23 37 35 37 46 71 272
Quelle [12] [14] [15] [16] [17] [18] [19] [8] [20] [21]

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gemeinderat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Gemeinderat von Heßdorf hat 16 Mitglieder, dazu kommt noch der Erste Bürgermeister.

  • Erster Bürgermeister: Horst Rehder (Bürgerblock)[23]
  • Zweiter Bürgermeister: Oliver Schüßler (CSU)
  • Dritter Bürgermeister: Axel Gotthard (Freie Wähler)
Bürgerblock CSU SPD Freie Wähler FDP Gesamt
2014 6 5 2 3 0 16 Sitze

(Stand: Kommunalwahl am 16. März 2014)

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Wappenbeschreibung lautet: Geteilt, oben in Gold ein wachsender, mit einer silbernen Schrägleiste überdeckter, rot bewehrter schwarzer Löwe; unten gespalten, vorne in Rot eine wachsende silberne Speerspitze. Dieser Spieß, eine sogenannte Schweinsfeder, erinnert an die Familie von Stiebar. Hinten fünfmal schräg geteilt von Schwarz und Gold.

Kultur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Baudenkmäler[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Regelmäßige Veranstaltungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am zweiten Wochenende im September findet die Heßdorfer Kirchweih im Festzelt und im Sportheim der SpVgg Heßdorf statt.

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Staatsstraße 2240 verläuft nordwestlich nach Hannberg bzw. östlich zur Anschlussstelle 81 der Bundesautobahn 3 und führt weiter nach Dechsendorf. Die Staatsstraße 2259 verläuft westlich nach Großenseebach. Die Kreisstraße ERH 14 verläuft südlich nach Untermembach

Sonstiges[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Heßdorfer Gewerbepark befindet sich die überregional bekannte Wrestlingliga New Wrestling Entertainment (WCW), die von dem ehemaligen WCW-Star Alex Wright geführt wird. Dieser gründete auch die Wrestlingschule The Wright Stuff an diesem Standort, in der er junge Wrestler ausbildet.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Heßdorf – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Bayerisches Landesamt für Statistik – Tabelle 12411-001: Fortschreibung des Bevölkerungsstandes: Bevölkerung: Gemeinden, Stichtage (letzten 6) vom 10. Juli 2019 (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu).
  2. Gemeinde Heßdorf in der Ortsdatenbank der Bayerischen Landesbibliothek Online. Bayerische Staatsbibliothek, abgerufen am 27. September 2019.
  3. W.-A. v. Reitzenstein, S. 101f.
  4. F. Krug (Hrsg.), S. 125f. = G. Daßler (Hrsg.), S. 82f.
  5. H. H. Hofmann, S. 69. Dort werden fälschlicherweise 16 Haushalte angegeben.
  6. Adreß- und statistisches Handbuch für den Rezatkreis im Königreich Baiern. Kanzlei Buchdruckerei, Ansbach 1820, S. 49 (Digitalisat).
  7. H. H. Hofmann, S. 143.
  8. a b c Bayerisches Statistisches Landesamt (Hrsg.): Amtliches Ortsverzeichnis für Bayern, Gebietsstand am 1. Oktober 1964 mit statistischen Angaben aus der Volkszählung 1961. Heft 260 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München 1964, Abschnitt II, Sp. 679–680 (Digitalisat).
  9. Wilhelm Volkert (Hrsg.): Handbuch der bayerischen Ämter, Gemeinden und Gerichte 1799–1980. C. H. Beck, München 1983, ISBN 3-406-09669-7, S. 484.
  10. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27.5.1970 bis 31.12.1982. W. Kohlhammer, Stuttgart/Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 712.
  11. a b Es werden nur bewohnte Häuser angegeben. 1818 wurden diese als Feuerstellen bezeichnet, 1871 bis 2017 als Wohngebäude.
  12. a b Alphabetisches Verzeichniß aller im Rezatkreise nach seiner durch die neueste Organisation erfolgten Constituirung enthaltenen Ortschaften: mit Angabe a. der Steuer-Distrikte, b. Gerichts-Bezirke, c. Rentämter, in welchen sie liegen, dann mehrerer anderer statistischen Notizen. Ansbach 1818, S. 40 (Digitalisat). Für die Gemeinde Heßdorf zuzüglich der Einwohner und Feuerstellen von Mittelmembach (S. 59), Obermembach (S. 67) und Untermembach (S. 95).
  13. a b c d e f g h i j k l m Historisches Gemeindeverzeichnis. Die Einwohnerzahlen der Gemeinden Bayerns in der Zeit von 1840 bis 1952. In: Bayerisches Statistisches Landesamt (Hrsg.): Beiträge zur Statistik Bayerns. Heft 192. München 1953, S. 145, urn:nbn:de:bvb:12-bsb00066439-3 (Digitalisat).
  14. a b Joseph Heyberger, Chr. Schmitt, v. Wachter: Topographisch-statistisches Handbuch des Königreichs Bayern nebst alphabetischem Ortslexikon. In: K. Bayer. Statistisches Bureau (Hrsg.): Bavaria. Landes- und Volkskunde des Königreichs Bayern. Band 5. Literarisch-artistische Anstalt der J. G. Cotta’schen Buchhandlung, München 1867, Sp. 877, urn:nbn:de:bvb:12-bsb10374496-4 (Digitalisat).
  15. a b kgl. Statistisches Bureau (Hrsg.): Vollständiges Ortschaften-Verzeichniss des Königreichs Bayern. Nach Kreisen, Verwaltungsdistrikten, Gerichts-Sprengeln und Gemeinden unter Beifügung der Pfarrei-, Schul- und Postzugehörigkeit … mit einem alphabetischen General-Ortsregister enthaltend die Bevölkerung nach dem Ergebnisse der Volkszählung vom 1. Dezember 1875. München 1877, 2. Abschnitt (Einwohnerzahlen von 1871), Sp. 1050, urn:nbn:de:bvb:12-bsb00052489-4 (Digitalisat).
  16. a b Karl von Rasp: Ortschaften-Verzeichniss des Königreichs Bayern. Nach Regierungsbezirken, Verwaltungsdistrikten, … sodann mit einem alphabetischen Ortsregister unter Beifügung der Eigenschaft und des zuständigen Verwaltungsdistriktes für jede Ortschaft. LIV. Heft der Beiträge zur Statistik des Königreichs Bayern. Hrsg.: K. Bayer. Statistisches Bureau. München 1888, Abschnitt III, Sp. 994 (Digitalisat).
  17. a b K. Bayer. Statistisches Bureau (Hrsg.): Ortschaften-Verzeichnis des Königreichs Bayern, mit alphabetischem Ortsregister. LXV. Heft der Beiträge zur Statistik des Königreichs Bayern. München 1904, Abschnitt II, Sp. 1043 (Digitalisat).
  18. a b Bayerisches Statistisches Landesamt (Hrsg.): Ortschaften-Verzeichnis für den Freistaat Bayern nach der Volkszählung vom 16. Juni 1925 und dem Gebietsstand vom 1. Januar 1928. Heft 109 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München 1928, Abschnitt II, Sp. 1077 (Digitalisat).
  19. a b Bayerisches Statistisches Landesamt (Hrsg.): Amtliches Ortsverzeichnis für Bayern – Bearbeitet auf Grund der Volkszählung vom 13. September 1950. Heft 169 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München 1952, Abschnitt II, Sp. 923 (Digitalisat).
  20. a b Bayerisches Statistisches Landesamt (Hrsg.): Amtliches Ortsverzeichnis für Bayern. Heft 335 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München 1973, S. 173 (Digitalisat).
  21. a b Bayerisches Landesamt für Statistik und Datenverarbeitung (Hrsg.): Amtliches Ortsverzeichnis für Bayern, Gebietsstand: 25. Mai 1987. Heft 450 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München November 1991, S. 334 (Digitalisat).
  22. a b c LfStat: Heßdorf: Amtliche Statistik. In: statistik.bayern.de. S. 6 und 12, abgerufen am 9. Oktober 2019.
  23. Gewählt durch Stichwahl am 29. Januar 2012@1@2Vorlage:Toter Link/www.br.de (Seite nicht mehr abrufbar, Suche in Webarchiveni Info: Der Link wurde automatisch als defekt markiert. Bitte prüfe den Link gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.