Heßheim

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Ortsgemeinde Heßheim
Heßheim
Deutschlandkarte, Position der Ortsgemeinde Heßheim hervorgehoben
49.5458333333338.3088888888889100Koordinaten: 49° 33′ N, 8° 19′ O
Basisdaten
Bundesland: Rheinland-Pfalz
Landkreis: Rhein-Pfalz-Kreis
Verbandsgemeinde: Lambsheim-Heßheim
Höhe: 100 m ü. NHN
Fläche: 5,78 km²
Einwohner: 2956 (31. Dez. 2013)[1]
Bevölkerungsdichte: 511 Einwohner je km²
Postleitzahl: 67258
Vorwahl: 06233
Kfz-Kennzeichen: RP
Gemeindeschlüssel: 07 3 38 012
Adresse der Verbandsverwaltung: Mühltorstraße 25
67245 Lambsheim
Webpräsenz: www.vghessheim.de
Ortsbürgermeister: Karl Neunreither (SPD)
Lage der Ortsgemeinde Heßheim im Rhein-Pfalz-Kreis
Frankenthal (Pfalz) Kreis Bergstraße Landkreis Alzey-Worms Landkreis Bad Dürkheim Landkreis Germersheim Landkreis Karlsruhe Neustadt an der Weinstraße Landkreis Südliche Weinstraße Ludwigshafen am Rhein Mannheim Rhein-Neckar-Kreis Speyer Worms Altrip Beindersheim Birkenheide Bobenheim-Roxheim Böhl-Iggelheim Dannstadt-Schauernheim Dudenhofen Fußgönheim Großniedesheim Hanhofen Harthausen Heßheim Heuchelheim bei Frankenthal Hochdorf-Assenheim Kleinniedesheim Lambsheim Limburgerhof Maxdorf Mutterstadt Neuhofen (Pfalz) Otterstadt Rödersheim-Gronau Römerberg (Pfalz) Schifferstadt Waldsee (Pfalz)Karte
Über dieses Bild
Rathaus der früheren Verbandsgemeinde Heßheim

Heßheim ist eine Ortsgemeinde im Rhein-Pfalz-Kreis (Rheinland-Pfalz). Sie gehört der Verbandsgemeinde Lambsheim-Heßheim an.

Geographie[Bearbeiten]

Heßheim liegt 4 km westlich der Mittelstadt Frankenthal (Pfalz) und wird von Norden und Osten her durch das Autobahnkreuz Frankenthal, in dem die A 6 von der A 61 überquert wird, eingeschlossen.

Zu Heßheim gehören auch die Wohnplätze Fasanenhof, Finkenhof, Hof am Hohen Rech, Lindenhof, Hof am Weinberg und Kastanienhof.[2]

Nachbargemeinden sind außer Frankenthal noch Lambsheim im Südwesten, Gerolsheim im Westen, Heuchelheim im Nordwesten und Beindersheim im Nordosten.

Im Südosten wird Heßheim durch den Nachtweidgraben umflossen, der sich am östlichen Ortseingang von links in den Schrakelbach ergießt. Dieser fließt anschließend östlich der Wohnbebauung und neben der Trasse der Umgehungsstraße von Süd nach Nord, um später in den Eckbach zu münden.

Geschichte[Bearbeiten]

Der Ort gehörte zum Landkreis Frankenthal, bis dieser 1969 aufgelöst und sein Ostteil, in dem Heßheim lag, dem damaligen Landkreis Ludwigshafen, seit 2005 Rhein-Pfalz-Kreis, zugeschlagen wurde. 1972 wurde die Verbandsgemeinde Heßheim gebildet, der die eigenständigen Gemeinden Beindersheim, Großniedesheim, Heßheim, Heuchelheim und Kleinniedesheim angehörten. Die Verbandsgemeinde Heßheim wurde am 1. Juli 2014 aufgelöst und aus ihr und der bis dahin verbandsfreien Gemeinde Lambsheim die Verbandsgemeinde Lambsheim-Heßheim neu gebildet.

Im Juni 2010 musste die Bevölkerung des Ortskerns evakuiert werden. Eine Landwirtin hatte am 23. Juni auf einem Acker einen metallenen Gegenstand gefunden und auf den heimischen Bauernhof in der Ortsmitte gebracht. Dort wurde das Fundstück als scharfe Panzersprenggranate aus dem Zweiten Weltkrieg identifiziert.[3] Am 24. Juni wurde die Granate mit einem Roboter des Kampfmittelräumdienstes auf das freie Feld hinter dem Bauernhof transportiert und in einer eigens ausgehobenen Erdgrube kontrolliert gesprengt.[4]

Politik[Bearbeiten]

Gemeinderat[Bearbeiten]

Der Gemeinderat in Heßheim besteht aus 20 Ratsmitgliedern, die bei der Kommunalwahl am 25. Mai 2014 in einer personalisierten Verhältniswahl gewählt wurden, und dem ehrenamtlichen Ortsbürgermeister als Vorsitzendem.

Die Sitzverteilung im Gemeinderat:[5]

Wahl SPD CDU FWG Gesamt
2014 11 7 2 20 Sitze
2009 11 7 2 20 Sitze
2004 11 9 20 Sitze
  • FWG = Freie Wählergruppe Heßheim e. V.

Das rheinland-pfälzische Kommunalwahlgesetz schreibt vor, dass die absolute Mehrheit der Stimmen auch zur absoluten Mehrheit der Sitze führen muss.[6] Doch obwohl die SPD 2014 die absolute Stimmenmehrheit erhalten hatte, wurden ihr infolge einer Unzulänglichkeit im Auswertungsprogramm zunächst nur 10 der 20 Sitze zugeteilt. Den 11. erhielt sie nachträglich zu Lasten der FWG, die den anfangs von der Presse gemeldeten 3. Sitz wieder verlor. Diesen wollte sie sich nun über eine Neuauszählung von der CDU holen.[7] Doch die Neuauszählung hätte nach Meinung der Kommunalaufsicht kein anderes Ergebnis bei der Sitzverteilung erbracht und wurde daher abgelehnt.[8]

Wappen[Bearbeiten]

Die Blasonierung des Wappens lautet: „In Blau auf goldenem Dreiberg stehend ein barhäuptiger Bauer, bekleidet mit silbernem Rock, roter Weste, schwarzen Kniehosen und silbernen Strümpfen, in der erhobenen Rechten einen goldenen Großbuchstaben H haltend und begleitet von drei sechsstrahligen goldenen Sternen, von denen einer rechts, die beiden anderen, übereinander, links stehen.“

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Heßheim liegt an der „Deutschen Grumbeer- und Gemüsestraße“, die von Speyer nach Worms verläuft.

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Verkehr[Bearbeiten]

Obwohl Heßheim am Schnittpunkt zweier Autobahnen liegt, fehlt eine direkte Anbindung, nachdem die Gemeinde in den 1980er Jahren hiergegen den Rechtsweg bestritten hatte. Zwar ging der Rechtsstreit in letzter Instanz verloren, doch der Autobahnanschluss wurde während des Prozesses aus dem Bedarfsplan des Landes Rheinland-Pfalz herausgenommen. So ist die Gemeinde lediglich über die Landesstraße 453 (Frankenthal–Grünstadt) an den regionalen Verkehr angebunden; der nächste Autobahnanschluss befindet sich in Frankenthal-Nord (5 km) und verlangt die Durchfahrt durch das Frankenthaler Industriegebiet. Die L 520 verbindet Heßheim nach Westen mit Gerolsheim.

Um das Jahr 2000 wurde am Ostausgang der Gemeinde nach Frankenthal hin ein Verkehrskreisel gebaut. Dieser gerät immer wieder in die Diskussion, da sein enger Radius für Verkehrsbehinderungen und Unfälle verantwortlich gemacht wird. Kurze Zeit nachdem 2009 auf dem Erdhügel in der Kreiselmitte ein Sandsteinportal mit Durchblick auf den Turm der evangelischen Kirche errichtet worden war, fuhr ein Pkw im Kreisel geradeaus den Hügel hinauf und brachte das Portal zum Einsturz; es wurde nach mehreren Monaten ersetzt.

Von diesem Kreisel aus ist eine zweispurige Ortsumgehung im Bau, welche die L 453 im Nordosten um Heßheim herumführen soll; wegen der Klagen von vier betroffenen Landwirten gegen den Planfeststellungsbeschluss[9] wurde die Baumaßnahme erst im November 2013 begonnen. In den im Sommer 2014 fertiggestellten zweiten Kreisel nordwestlich der Gemeinde wird auch die L 520 verlängert; sie führt dann ebenfalls zweispurig im Nordwesten um den Ort.

Einen Bahnanschluss hatte Heßheim von 1891 bis 1939, als die Lokalbahn Frankenthal–Großkarlbach auf bzw. neben der Hauptstraße durch den Ort führte.

Bildung[Bearbeiten]

Heßheim besitzt eine Grundschule und einen kommunalen Kindergarten. Für die Erwachsenenbildung ist die Volkshochschule der Verbandsgemeinde zuständig.

Medien[Bearbeiten]

Tageszeitung für Heßheim ist die in Ludwigshafen erscheinende Rheinpfalz mit ihrer Lokalausgabe Frankenthaler Zeitung.

Söhne und Töchter der Gemeinde[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Heßheim – Sammlung von Bildern

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Statistisches Bundesamt – Gemeinden in Deutschland mit Bevölkerung am 31. Dezember 2013 (XLS-Datei; 4,0 MB) (fortgeschriebene amtliche Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011). (Hilfe dazu)
  2. Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz – Amtliches Verzeichnis der Gemeinden und Gemeindeteile, Seite 104 (PDF; 2,3 MB)
  3.   In: Die Rheinpfalz, Lokalausgabe Frankenthaler Zeitung. Ludwigshafen, 24. Juni 2010.
  4.   In: Die Rheinpfalz, Lokalausgabe Frankenthaler Zeitung. Ludwigshafen, 25. Juni 2010.
  5. Der Landeswahlleiter Rheinland-Pfalz: Kommunalwahl 2014, Stadt- und Gemeinderatswahlen
  6. § 41 (1) des rheinland-pfälzischen Kommunalwahlgesetzes (KWG) in der Fassung vom 31. Januar 1994. Abgerufen am 27. September 2014 (Wortlaut: „... Erhält bei der Verteilung der Sitze ... der Wahlvorschlag einer Partei oder Wählergruppe, auf den mehr als die Hälfte der für die Bewerber aller Wahlvorschläge abgegebenen Stimmen entfallen ist, nicht mehr als die Hälfte der zu vergebenden Sitze, wird ihm abweichend ... ein weiterer Sitz zugeteilt. ...“).
  7.  Christina Eichhorn (cei): Nachzählung: Sitze der Opposition unklar. In: Die Rheinpfalz, Lokalausgabe Frankenthaler Zeitung. Ludwigshafen, 7. Juli 2014, S. 20.
  8.  Christina Eichhorn (cei): Fast alles bleibt beim Alten. In: Die Rheinpfalz, Lokalausgabe Frankenthaler Zeitung. Ludwigshafen, 11. Juli 2014, S. 17.
  9.   In: Die Rheinpfalz, Lokalausgabe Frankenthaler Zeitung. Ludwigshafen, 23. Februar 2011.