Hebertshausen

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Hebertshausen
Hebertshausen
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Hebertshausen hervorgehoben
Koordinaten: 48° 17′ N, 11° 28′ O
Basisdaten
Bundesland: Bayern
Regierungsbezirk: Oberbayern
Landkreis: Dachau
Höhe: 489 m ü. NHN
Fläche: 29,57 km2
Einwohner: 5701 (31. Dez. 2018)[1]
Bevölkerungsdichte: 193 Einwohner je km2
Postleitzahlen: 85241, 85764
Vorwahlen: 08131, 08133, 08139, 089
Kfz-Kennzeichen: DAH
Gemeindeschlüssel: 09 1 74 122
Gemeindegliederung: 14 Gemeindeteile
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Am Weinberg 1
85241 Hebertshausen
Website: www.hebertshausen.de
Bürgermeister: Richard Reischl (CSU)
Lage der Gemeinde Hebertshausen im Landkreis Dachau
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Über dieses Bild
Pfarrkirche St. Georg in Hebertshausen

Hebertshausen ist eine Gemeinde im oberbayerischen Landkreis Dachau.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Geographische Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeinde Hebertshausen liegt am Rand des Dachauer Mooses, im beginnenden Donau-Isar-Hügelland.

Gemeindegliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeinde hat 14 amtlich benannte Gemeindeteile (in Klammern ist der Siedlungstyp angegeben):[2]

Ortschaft Typ Bevölkerung
Volkszählung
25. Mai 1987
Bevölkerung
Melderegister
30. Juni 2011
Gemarkung/
frühere Gemeinde
Hebertshausen Pfarrdorf 1665 2338 Hebertshausen
Ampermoching Dorf 942 1223 Ampermoching
Deutenhofen Dorf 676 709 Hebertshausen
Gänsstall Einöde 6 5 Amperpettenbach
Goppertshofen Dorf 38 47 Prittlbach
Hackerhof1) Einöde 5 Ampermoching
Hackermoos2) Dorf 64 81 Ampermoching
Kaltmühle Weiler 19 20 Ampermoching
Lotzbach Weiler 37 48 Ampermoching
Oberweilbach Weiler 32 40 Unterweilbach
Prittlbach Kirchdorf 376 444 Prittlbach
Reipertshofen Weiler 29 30 Unterweilbach
Sulzrain Kirchdorf 55 66 Amperpettenbach
Unterweilbach Kirchdorf 166 268 Unterweilbach
Walpertshofen Weiler 23 12 Prittlbach
Hebertshausen Gemeinde 4128 5336 5 Gemeinden
1) Hackerhof ist kein amtlich benannter Gemeindeteil.
2) Hackermoos (Postleitzahl 85764) ging aus den Siedlungen Hackerbräumoos und Leistbräumoos hervor, die in der Mitte des 19. Jahrhunderts von Münchener Brauereien zum Torfstechen im Dachauer Moos angelegt wurden.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bis zur Gemeindegründung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Hauptort Hebertshausen kann auf eine über 1200-jährige Geschichte zurückblicken, eine erste urkundliche Erwähnung ist zwischen 783 und 789 zu datieren. Hofkammerpräsident Dr. Johann Mandl, dessen Familie seit dem 17. Jahrhundert in der Gegend begütert war, erwarb 1625 den Sitz Deutenhofen, der 1627 durch Kurfürst Maximilian I. zur geschlossenen Hofmark erhoben wurde. 1654 wurde noch das bisher landgerichtische Dorf Hebertshausen in die Hofmark einbezogen. Die Freiherren von Mandl blieben bis zum Verkauf an die Grafen von Spreti im Jahr 1834 im Besitz des Deutenhofener Schloßes. Die Grafen von Spreti hatten bereits seit 1771 die Hofmark (seit 1820 Patrimonialgericht) Unterweilbach inne, die von etwa 1679 bis 1738 ebenfalls der Familie Mandl gehört hatte. Die Filialkirche Mariä Geburt in Unterweilbach birgt deshalb die Epitaphien von Graf Hieronymus von Spreti (1695–1772) und seiner Gattin Maria Caroline Charlotte von Spreti, geb. von Ingenheim (1704–1749), ehemalige Favoritin des Kurfürsten bzw. Kaisers Karl Albrecht von Bayern, mit dem zusammen sie auch einen Sohn hatte, der das Adelsgeschlecht der Grafen von Holnstein aus Bayern begründete.[3] Im Zuge der Verwaltungsreformen in Bayern entstand mit dem Gemeindeedikt von 1818 die heutige Gemeinde.

19. bis 21. Jahrhundert[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bis 1848 war die Gemeinde allerdings eine Patrimonialgemeinde. 1971 wurde die Gemeinde Ampermoching nach Hebertshausen eingegliedert.

Anfang November 2011 wurden im Zuge der Erschließungsarbeiten für das Neubaugebiet "Ampermoching Ost IV" Reste einer keltischen Siedlung aus der Latènezeit (5.–1. Jahrhundert v. Chr.) entdeckt. In erster Linie handelt es sich um Pfostenabdrücke von mindestens drei Holzhäusern sowie einige zeittypische Keramikscherben. Den entdeckten Gebäudegrundrissen zufolge lässt sich die Fundstelle in das 3. oder 2. Jahrhundert v. Chr. datieren.[4][5]

Gedenkstätte Schießplatz

Schießplatz[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ab Anfang September 1941 bis in das Folgejahr wurden auf dem damaligen SS-Schießplatz Hebertshausen (auf dem Gemeindegebiet Dachau) als Folge des Kommissarbefehls ca. 4.000 sowjetische Kriegsgefangene[6] – hauptsächlich Offiziere, kommunistische Funktionäre und Juden – von der SS durch Hinrichtungs-Pelotone ermordet. Seit 2014 erinnert eine Gedenkstätte an dieses Verbrechen.

Eingemeindungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gemeinde Einwohner
(1970)
Eingemeindungs-
datum
Bemerkungen
Ampermoching 787 01.07.1971[7]
Amperpettenbach 346 01.01.1972[7] Eingliederung von 75 der 346 Einwohner (Sulzrain und Gänsstall)
Umgliederung der übrigen Ortsteile nach Haimhausen
Prittlbach 396 01.05.1978[8]
Unterweilbach 191 01.07.1972[7]

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jahr 1961 1970 1991 1995 2000 2005 2010 2015
Einwohner 2958 3292 4493 4671 4791 5209 5321 5448

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gemeinderat und Bürgermeister[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Kommunalwahl am 16. März 2014 führte bei einer Wahlbeteiligung von 64,2 % zu folgendem Ergebnis:

Partei / Liste Stimmenanteil Sitze
CSU 50,0 % 10
SPD 21,4 % 4
FBB* 28,6 % 6
Gesamt 100 % 20

* Freier BürgerBlock

Dem Gemeinderat gehört qua Amt auch der getrennt gewählte Erste Bürgermeister an. Dieser ist Richard Reischl, der bei der Kommunalwahl 2014 mit 60,9 % der gültigen Stimmen in dieses Amt gewählt wurde.

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Wappen ist ein stilisierter nach links schauender Steinbock, der über einer blauen Welle thront. Diese blaue Welle stellt den Verlauf des Flusses Amper dar, die durch das gesamte Gemeindegebiet fließt. Der Steinbock wurde 1985 zum offiziellen Wappen ernannt, da er in beiden Wappen der prägenden Adelsfamilien aus Hebertshausen, von Mandl in Deutenhofen und von Spreti in Unterweilbach vorhanden war.

Gemeindepartnerschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • UngarnUngarn Ungarn: Hebertshausen hat seit 1994 mit Lókút (Rossbrunn; nördlich von Veszprém) eine Partnergemeinde. In Hebertshausen wohnen viele Lókúter Aussiedler.

Baudenkmäler[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wirtschaft und Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Auf dem Gebiet der Gemeinde befindet sich ein Ölfeld. Es handelt sich hierbei um eines der beiden einzigen Ölfelder in Bayern, die derzeit (2008) ausgebeutet werden.

Hebertshausen hat über einen S-Bahnhof an der Strecke München–Ingolstadt Anschluss zur Linie S2 der S-Bahn München.

Söhne und Töchter der Gemeinde[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Hebertshausen – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Bayerisches Landesamt für Statistik – Tabelle 12411-001: Fortschreibung des Bevölkerungsstandes: Bevölkerung: Gemeinden, Stichtage (letzten 6) vom 10. Juli 2019 (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu).
  2. Gemeinde Hebertshausen in der Ortsdatenbank der Bayerischen Landesbibliothek Online. Bayerische Staatsbibliothek, abgerufen am 11. September 2019
  3. Webseite zur Kirche Unterweilbach mit Fotos der Grabsteine
  4. sueddeutsche.de
  5. merkur-online.de
  6. Förderverein Dachau: „... über 4.000 gefangene Soldaten der sowjetischen Armee ...“
  7. a b c Wilhelm Volkert (Hrsg.): Handbuch der bayerischen Ämter, Gemeinden und Gerichte 1799–1980. C. H. Beck, München 1983, ISBN 3-406-09669-7, S. 443.
  8. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27.5.1970 bis 31.12.1982. W. Kohlhammer, Stuttgart/Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 571.