Hechaluz

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Jüdische Widerstandskämpferinnen, April/Mai 1943 (Aufstand im Warschauer Ghetto).
Originaltext der SS: „Mit Waffen gefangene Weiber der Haluzzenbewegung“.
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Hechaluz (hebräisch für Der Pionier) war der Dachverband zionistischer Jugendorganisationen, die sich zum Ziel gesetzt hatten, die jüdische Einwanderung nach Palästina (Alija) und deren Vorbereitung (Hachschara) zu organisieren.

Deutschland[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 16. Dezember 1922 wurde ein deutscher Landesverband gegründet, der sämtliche in Deutschland arbeitenden Chaluzim zusammenfasste.[1][2] Mitglied des deutschen Landesverbandes konnte nach den Gründungssätzen jeder werden, der einen landwirtschaftlichen, handwerklichen oder jeden anderen für den Aufbau Palästinas essentiellen Beruf erlernte („Umschichtung“) oder ausübte und der sich in die jüdische Arbeiterschaft Palästinas integrieren konnte.[1]

Während der Weimarer Republik zählte man nie mehr als etwa 500 Mitglieder; im Laufe des Jahres 1933 stieg die Mitgliederzahl rasch bis auf geschätzt 13.000 Chawerim („Genossen“), davon war ungefähr ein Drittel weiblich.[3] Trotz enger Zusammenarbeit mit der Zionistischen Vereinigung blieb der Hechaluz formell unabhängig. Ab 1933 existierten dreizehn Gilim („Bezirke“) mit einem Bezirksleiter an der Spitze. Leiter des Hechaluz wurde 1933 Enzo Sereni, der als Instrukteur der palästinensischen Kibbuzbewegung nach Deutschland gekommen war. 1934 folgte ihm Georg Josephthal, der 1937 Berlin verließ und dabei viele Zuständigkeiten an Jehuda Barlev und Jehuda Markus abgab.[4]

Ideologisch identifizierte sich der Verband mit der Mapai. Als wichtige Stütze wirkte der sozialistische Habonim, während sich das Konkurrenzverhältnis zum marxistisch geprägten Hashomer Hatzair nach 1933 noch verschärfte.[5] In der Tradition der deutschen Jugendbewegung herrschte im Hechaluz ein gewisser Führerkult und eine Vorliebe für Fahnen und Symbole, um das Selbstbewusstsein der jüdischen Jugendlichen zu stärken.

Der Hechaluz-Verlag gab insgesamt 25 Broschüren u.ä. heraus, nach eigenen Angaben insgesamt über 200.000 Exemplare.

Mit der zunehmenden jüdischen Auswanderung ab 1936 nahm die Zahl der Ortsgruppen ab, und fehlendes Führungspersonal musste durch oft unerfahrene Kräfte ersetzt werden. Der Hechaluz ging im November 1938 in der Abteilung I des Palästinaamtes auf.

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Carsten Teichert: Chasak! Zionismus im nationalsozialistischen Deutschland. 1933–1938 (Diss. Uni Köln 1997), Köln 2000. ISBN 3-9807173-0-5.
  • Harald Lordick: Polnische Zionisten im Ruhrgebiet. Ein Hechaluzverein in Hamborn um 1925. In: Jan-Pieter Barbian, Michael Brocke, Ludger Heid (Hrsg.): Juden im Ruhrgebiet. Vom Zeitalter der Aufklärung bis in die Gegenwart, Essen 1999. ISBN 3-88474-694-4. S. 523–540

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Jehuda Reinharz (Hrsg.): Dokumente zur Geschichte des Deutschen Zionismus 1882-1933. Mohr Siebeck, 1981, ISBN 3-16-743272-1, S. 328 ff. (online).
  2. Hechaluz. Ghetto Theresienstadt - Ein Nachschlagwerk, abgerufen am 9. April 2008.
  3. Teichert, S. 116 f.
  4. Vgl. Teichert, S. 137 f.
  5. Teichert, S. 142.