Hechtbuntbarsche

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Hechtbuntbarsche
Xingu-Kammbarsch, Crenicichla Xingu 1

Xingu-Kammbarsch, Crenicichla Xingu 1

Systematik
Ovalentaria
Ordnung: Cichliformes
Familie: Buntbarsche (Cichlidae)
Unterfamilie: Cichlinae
Tribus: Geophagini
Gattung: Hechtbuntbarsche
Wissenschaftlicher Name
Crenicichla
Heckel, 1840

Die Hecht- oder Kammbuntbarsche (Crenicichla, Synonym: Batrachops) sind eine Buntbarschgattung aus dem tropischen und subtropischen Südamerika. Der wissenschaftliche Gattungsname nimmt auf den gesägten Vorkiemendeckel bezug (Griechisch: „krene“ = Kamm + Cichla, eine Buntbarschgattung).

Merkmale[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hechtbuntbarsche werden 8 bis über 30 Zentimeter (eine im venezolanischen Orinoco-Einzug weit verbreitete Art oder Variante von C. lugubris bis 50 cm[1]) lang. Ihr Körper ist hechtartig langgestreckt, die Anzahl der Wirbel ist hoch (mindestens 32). Dabei gibt es mehr Rumpf- als Schwanzwirbel, während es bei den meisten anderen Buntbarschen umgekehrt ist. Die Rückenflosse ist relativ lang, mit 16 bis 24 Flossenstacheln und 11 bis 19 Weichstrahlen. Die Afterflosse ist kurz und steht dem weichstrahligen Teil der Rückenflosse symmetrisch gegenüber. Bei den Männchen sind beide Flossen zugespitzt. Der Unterkiefer steht für gewöhnlich vor.

Lebensweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hechtbuntbarsche sind Raubfische, die mit ihrem tief gespaltenen Maul auch Beutefische überwältigen können die nicht sehr viel kleiner sind als sie selbst. Fische werden in einem blitzschnellen Vorstoß erbeutet und mit dem Kopf voran verschlungen. Hechtbuntbarsche sind Höhlenbrüter, die ihren Laich an die Seitenwände oder die Decke einer Höhle anbringen. Das Weibchen betreut den Laich, während das Männchen das Revier verteidigt. Sind die Jungfische geschlüpft führen beide Eltern den Jungfischschwarm.

Verbreitung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hechtbuntbarsche leben in ganz Südamerika östlich der Anden; ihre südliche Verbreitungsgrenze bildet der Río Negro im nördlichen Patagonien. Sie kommen auch auf der Karibikinsel Trinidad vor, in den drei Guayanas, im Amazonasbecken, im Stromgebiet des Orinoko, des Paraguay & des Río Paraná und in den meisten Küstenflüssen zwischen der Amazonasmündung und dem Río de la Plata.

Innere Systematik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Es gibt mehr als 90 beschriebene Arten und etwa 20 unbeschriebene. Die Gattung Teleocichla, eine Buntbarschgruppe, die stark an strömungsreiche Biotope angepasst ist, steht phylogenetisch innerhalb von Crenicichla. Crenicichla wird nach Schuppengröße, Farbe, Farbwechsel beim Übergang vom Juvenilstadium zum Adultstadium und anderen Merkmalen in eine Reihe von Artengruppen aufgeteilt, die in der Zukunft zu eigenständigen Gattungen werden können. Die Gattung ist stark revisionsbedürftig.

Das Kladogramm zeigt die innere Systematik von Crenicichla und die Stellung von Teleocichla innerhalb von Crenicichla:[2]

  Crenicichla  


 Crenicichla lacustris-Gruppe


   

 Crenicichla reticulata-Gruppe



   

 Teleocichla


   


 Crenicichla saxatilis-Gruppe


   

 Crenicichla lugubris-Gruppe



   

 Crenicichla wallacii-Gruppe





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Arten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Claus Schaefer: Crenicichla. In: Claus Schaefer, Torsten Schröer (Hrsg.): Das große Lexikon der Aquaristik. Eugen Ulmer, Stuttgart 2004, ISBN 3-8001-7497-9, S. 281–285.
  • Günther Sterba: Süsswasserfische der Welt. 2. Auflage. Urania, Leipzig/Jena/Berlin 1990, ISBN 3-332-00109-4.
  • Günther Sterba (Hrsg.), Gert Brückner: Enzyklopädie der Aquaristik und speziellen Ichthyologie. Neumann-Neudamm, Melsungen u. a. 1978, ISBN 3-7888-0252-9.
  • Jens Gottwald: Hechtbuntbarsche der Gattung Crenicichla. PDF.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Claus Schaefer: Crenicichla. 2004, S. 285.
  2. E.D. Burress, F. Alda, A. Duarte, M. Loureiro, J.W. Armbruster, P. Chakrabarty: Phylogenomics of pike cichlids (Cichlidae: Crenicichla): the rapid ecological speciation of an incipient species flock. Journal of Evolutionary Biology, 31(1) · Oktober 2017, DOI: 10.1111/jeb.13196

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Crenicichla – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien