Heißen

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Zur Navigation springen Zur Suche springen
DEU Muelheim an der Ruhr COA.svg
Heißen
Stadtteil 5 von Mülheim an der Ruhr
Lage
Lage Heißen MH.png
Basisdaten
Fläche: 8,88 km²
Einwohner: 21.117 (31. Dezember 2014)
Bevölkerungsdichte: 2.378 Einwohner pro km²
Eingemeindet am: 1. Januar 1910
Landkreis vor der
Eingemeindung:
Landkreis
Mülheim an der Ruhr
Durchschn. Höhenlage: 108 m ü. NHN
Postleitzahl: 45472
Vorwahl: 0208
Gliederung
Stadtbezirk: Rechtsruhr-Süd
Rechtsruhr-Nord
Stadtteilnummer: 5
Bild
Marktplatz mit Gnadenkirche und alter Bürgermeisterei

Marktplatz mit Gnadenkirche und alter Bürgermeisterei

Heißen ist ein Stadtteil der kreisfreien Stadt Mülheim an der Ruhr in Nordrhein-Westfalen. Neben der ehemals eigenständigen Gemeinde Heißen rechnen auch die Ortsteile Winkhausen, Fulerum und Heimaterde zum Stadtteil.

Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Heißen ist der östlichste Stadtteil Mülheims und liegt im Stadtbezirk Rechtsruhr-Süd, mit Ausnahme des statistischen Bezirks Winkhausen (Heißen-Nord), das zu Rechtsruhr-Nord gehört. Er liegt am historischen Hellweg und grenzt an Menden-Holthausen, Altstadt I, Altstadt II, Dümpten und an die Essener Stadtteile Frohnhausen, Fulerum und Haarzopf. Das Stadtteilzentrum liegt auf einem der westlichsten Ausläufer des Westenhellwegs, der sich an dieser Stelle fast 100 m über die Mülheimer Innenstadt erhebt.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Heißen wird urkundlich als erster Ortsteil innerhalb des späteren Mülheimer Stadtgebietes erwähnt: Mit Urkunde vom 24. Februar 796 übertrug der Grundbesitzer Hemric (auch Hemricus) eine Rodung (Bifang) im „Silva Heissi“ zu Händen des Liudger. Das genannte Waldgebiet erstreckte sich nördlich der Ruhr zwischen den heutigen Ortsteilen Heißen und Heisingen. Verbunden mit der Berechtigung an Wald und Fischerei war diese Schenkung die Grundlage für die Gründung des Kloster Werden einige Jahre später.[1]

Im 11. Jahrhundert wurde die Gemarkung Fulerum als Schenkung des Grafen von Berg an das Kloster Werden erstmals urkundlich erwähnt. Im 15. Jahrhundert waren hier 13 Feuerstellen registriert.

Heißen war ein frühes Zentrum des Kohlebergbaus im Ruhrgebiet. Um 1830 existierten eine Vielzahl kleinerer Steinkohlen-Bergwerke, aus denen später durch Betriebszusammenschlüsse die Zechen Humboldt, die Rosenblumendelle und die Wiesche hervorgingen.

1866 wurde der „Bahnhof Heißen“ an der Bahnstrecke Osterath–Dortmund Süd eröffnet. Die Haltestation wurde ausschließlich für den Kohleumschlag errichtet. Hier zweigte die Bahnstrecke Mülheim-Heißen–Altendorf (Ruhr) nach Dahlhausen über Steele-Süd ab. Die Strecke zwischen Mülheim Hbf und Heißen wird als „Heißener Berg“ bezeichnet.[2]

Wegen der Verwaltungsreform 1878 wurde die bisherige Landbürgermeisterei Mülheim in die Bürgermeistereien Broich, Styrum und Heißen aufgeteilt. Am 30. August 1879 wurde die neu errichtete Bürgermeisterei bezogen.

1899 wurde vom Mülheimer Bergwerks-Verein der Grundstein zur Colonie Wiesche gelegt. 1914 erhielten die beiden Straßen „Mausegatt“ und „Kreftenscheer“ ihre Namen, abgeleitet von alten Flözbezeichnungen.

1910 wurde der Landkreis Mülheim an der Ruhr aufgelöst. Der größte Teil der Gemeinde Heißen mit Winkhausen wurde nach Mülheim eingemeindet. Der östliche Teil der Gemeinde mit dem größten Teil der Ortschaft Fulerum wurde nach Essen eingemeindet. Im gleichen Jahr wurde die Straßenbahnlinie von Mülheim Stadtmitte über Heißen nach Essen eingeweiht.

Im Jahre 1918 wurde mit dem Bau der Siedlung Heimaterde begonnen, die auf eine Initiative des Krupp-Prokuristen Max Halbach zurückgeht.

1952 wurde die Förderung auf der Zeche Wiesche eingestellt und 1966 wurde mit der Zeche Rosenblumendelle die letzte aktive Zeche auf Mülheimer Stadtgebiet geschlossen. Damit war Mülheim als erste Großstadt des Ruhrgebiets bergbaufrei.

1973 entstand auf dem ehemaligen Gelände der Zeche Humboldt an der Stadtgrenze zu Essen mit dem RheinRuhrZentrum das seinerzeit größte überdachte Einkaufszentrum in Deutschland.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Edeltraud Balzer: Frühe Mission, adelige Stifter und die Anfänge des Bischofssitzes in Münster (Teil II). (PDF; 42,7 MB) Landschaftsverband Westfalen-Lippe, 11. August 2016, abgerufen am 17. Februar 2019.
  2. Heißener Berg bei Eisenbahnfreunde Mülheim an der Ruhr e.V. (Memento vom 28. September 2007 im Internet Archive)

Koordinaten: 51° 26′ N, 6° 56′ O