Heideflächen mittleres Lüßplateau

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Heideflächen mittleres Lüßplateau

IUCN-Kategorie IV – Habitat/Species Management Area

Heideblüte in Tiefental im NSG (2007)

Heideblüte in Tiefental im NSG (2007)

Lage Südheide, Niedersachsen, Deutschland
Fläche 0,11 km² / bis 2019 2,93 km²
Kennung NSG LÜ 212
WDPA-ID 163582
Natura-2000-ID DE-3126-331
FFH-Gebiet 11 ha
Geographische Lage 52° 50′ N, 10° 13′ OKoordinaten: 52° 49′ 51″ N, 10° 12′ 34″ O
Heideflächen mittleres Lüßplateau (Niedersachsen)
Heideflächen mittleres Lüßplateau
Meereshöhe von 77 m bis 99 m
Einrichtungsdatum 16. Juli 1995
Verwaltung NLWKN

Die Heideflächen mittleres Lüßplateau sind ein Naturschutzgebiet in der Gemeinde Südheide im niedersächsischen Landkreis Celle.

Allgemeines[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Naturschutzgebiet wurde zum 16. Juli 1995 ausgewiesen und umfasste bis Ende Juli 2019 drei räumlich voneinander getrennte Teilflächen mit einer Gesamtgröße von etwa 293 Hektar: Die Misselhorner Heide, die Heide am Schillohsberg und die Heideflächen am Weesener Weg.

Die beiden größeren Teilflächen des Naturschutzgebiets sind Bestandteil des FFH-Gebiets „Heiden und Magerrasen in der Südheide“ (Landes-Nr. 277, Kennung DE-3126-331), das noch mehrere andere Flächen umfasst, die kleinere Teilfläche ist Bestandteil des FFH-Gebietes „Örtze mit Nebenbächen“. Das Naturschutzgebiet ist somit Bestandteil des europäischen Schutzgebietsnetzes Natura 2000.

Zum 30. Juli 2019 wurde das Naturschutzgebiet „Heiden und Magerrasen in der Südheide“ ausgewiesen, das der Sicherung des gleichnamigen FFH-Gebietes dient. Die Teilflächen des FFH-Gebietes, die zuvor durch die Verordnung des Naturschutzgebietes „Heideflächen mittleres Lüßplateau“ geschützt waren, wurden aus diesem Naturschutzgebiet herausgelöst und Bestandteil des neuen Naturschutzgebietes, so dass lediglich die Heideflächen am Weesener Weg, die rund 11 Hektar umfassen,[1][2] im alten Naturschutzgebiet verblieben. Sie grenzen nach Süden an das Naturschutzgebiet „Weesener Bach“.

Die zuständige Naturschutzbehörde ist der Landkreis Celle.

Gebietsbeschreibung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Misselhorner Heide mit einem Teilgebiet, das „Tiefental“ genannt wird, hat eine Größe von circa 209 Hektar. Es beginnt 2 km östlich von Hermannsburg und besteht überwiegend aus Heideflächen. Diese sind fast ausschließlich mit der Besenheide (Calluna vulgaris) bewachsen. Nur vereinzelt findet man auf den feuchteren Standorten auch die Glocken-Heide (Erica tetralix). Auf einigen kleineren moorigen Flächen und Wasserflächen finden sich Wasserschläuche (Utricularia), eine im Wasser treibende fleischfressende Pflanzenart, die im deutschen Raum gefährdet bis teilweise stark gefährdet ist, sowie den ebenfalls geschützten Mittleren Sonnentau (Drosera intermedia), auch eine fleischfressende Pflanze. Weiter finden wir hier das geschützte Wald-Läusekraut (Pedicularis sylvatica), das sich auch auf der Roten Liste der gefährdeten Gefäßpflanzen Deutschlands befindet, und den seltenen Lungen-Enzian (Gentiana pneumonanthe). Ganz vereinzelt findet man auch noch Wollgräser auf diesen Flächen.

Gedenkstein zur Missionsfeier

Hier im „Tiefental“ befindet sich ein Gedenkstein, der 1999 anlässlich des 150-jährigen Bestehens der Hermannsburger Mission gesetzt wurde. Der Stein soll daran erinnern, dass an dieser Stelle in früheren Zeiten das Missionsfest gefeiert wurde. Es existiert ein Gemälde, datiert auf 1855, das den Gründer der Mission Ludwig Harms hier unter freiem Himmel predigend darstellt.

Heidschnucken in der Misselhorner Heide

Die andere Fläche des Naturschutzgebietes, die „Heide am Schillohsberg“ hat eine Flächengröße von circa 73 Hektar. Sie liegt östlich von Lutterloh. Es ist eine reine Heidefläche, ebenso wie die „Heideflächen am Weesener Weg“ mit einer Größe von circa 11 Hektar, die unmittelbar nördlich von Lutterloh liegen und als einzige nicht Bestandteil des Naturschutzgebietes „Heiden und Magerrasen in der Südheide“ wurden.

Durch das Gebiet führen verschiedene sowohl regionale als auch internationale Wanderwege. Unter anderem der Europäische Fernwanderweg E1, der Heidschnuckenweg und der deutsche Jakobsweg Via Scandinavica[3].

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Heideflächen mittleres Lüßplateau – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Verordnung über das Naturschutzgebiet „Heiden und Magerrasen in der Südheide“, Amtsblatt für den Landkreis Celle, Nr. 65, 26. September 2019 (PDF, 36 MB)
  2. Steckbrief Naturschutzgebiet „Heideflächen mittleres Lüßplateau“, Niedersächsischer Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz.
  3. Deutsche Jakobswege Übersicht