Marstall (Heidelberg)

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Heidelberger Marstall
Neckarfront am Marstall
Zeughaus-Mensa im Marstall
Lounge im ehemaligen Zeughaus, der heutigen Mensa der Heidelberger Universität

Der Marstall Heidelberg, erbaut aus Neckartäler Sandstein, zählt zu den ältesten noch erhaltenen Gebäuden aus der Frühen Neuzeit in Heidelberg.

Entstehungsgeschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der „Marstall“, mit seiner 135 Meter langen Gebäudefront entlang des Neckars, ist eines der wenigen Gebäude, das am Ende des Spätmittelalters zum Beginn der Neuzeit erbaut worden war und bis heute in der Heidelberger Altstadt unversehrt die Kriegswirren der Jahrhunderte überstanden hat.

Der Gebäudekomplex wurde wahrscheinlich unter Kurfürst Ludwig V. um 1510 als Zeughaus, in der Vorsorge für den Kriegsfall, direkt am Neckar errichtet. An beiden Begrenzungen des Gebäudekomplexes, entlang seiner Neckarfront, befinden sich je ein Wachturm mit Schießscharten für Handfeuerwaffen.

Der später dem Gebäude verliehene Name Marstall geht auf einen 1693 im Pfälzischen Erbfolgekrieg zerstörten Renaissancebau, entlang der Südseite des Innenhofes zurück, der unter Pfalzgraf Johann Casimir 1590 erbaut worden war.

Heutige Nutzung des Gebäudes[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Heute befinden sich in dem Gebäudekomplex, dessen Innenausbau im Laufe seiner Geschichte mehrfach der jeweiligen Nutzung entsprechend umgestaltet wurde, die vielfach ausgezeichnete Zeughaus-Mensa und die Verwaltung des Studierendenwerkes.

Der Korpus des Gebäudekomplexes und seine gesamte Architektur aus meterdicken Sandsteinmauern sind bis heute im ursprünglichen Zustand seiner Entstehungszeit erhalten. Der Marstall Heidelberg bildet mit der gegen Osten, Neckar aufwärts gelegenen Heuscheuer (Heidelberg), ein beeindruckendes Ensemble erbaut aus Neckartäler Sandstein, dessen Steinbrüche heute weitgehend aufgelassen sind.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Ute Fahrbach: Marstall, Marstallstraße und Heuscheuer in Heidelberg. Kunsthistorisches Institut der Universität Heidelberg 1989, DNB 944175163.
  • Richard Henk, Rudolf Schuler: Heidelberg, Braus Verlag, Heidelberg 1990, ISBN 978-3-921524-46-6.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Marstall (Heidelberg) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Koordinaten: 49° 24′ 47″ N, 8° 42′ 17″ O