Heidelibellen

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Heidelibellen
Große Heidelibelle (Sympetrum striolatum), ♂

Große Heidelibelle (Sympetrum striolatum), ♂

Systematik
Ordnung: Libellen (Odonata)
Unterordnung: Großlibellen (Anisoptera)
Überfamilie: Libelluloidea
Familie: Segellibellen (Libellulidae)
Unterfamilie: Sympetrinae
Gattung: Heidelibellen
Wissenschaftlicher Name
Sympetrum
Newman, 1833

Heidelibellen (Sympetrum) sind eine Gattung der Libellen-Unterfamilie Sympetrinae, die zu den Segellibellen (Libellulidae) gehört. Der wissenschaftliche Gattungsname wurde 1833 von Newman vergeben.[1] Heidelibellen kommen mit Ausnahme von Australasien praktisch weltweit vor.[2]

Merkmale[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Heidelibellen sind vergleichsweise kleine Libellen und messen meist weniger als 4 cm und sind vornehmlich rot gefärbt. Die generelle Merkmalabgrenzung der Gattung gilt als unzureichend. Insbesondere umschließt sie keine Synapomorphien.[3]

Lebensraum und -weise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das bevorzugte Habitat von Heidelibellen ist geprägt von langsam fließendem beziehungsweise stehendem Wasser. Dort sitzen sie meist auf Schilf oder anderen Pflanzen.[3]

Fortpflanzung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weibliche (Blut-)Heidelibelle
Heidelibelle mit Morgentau

Die Eiablage wird fast ausnahmslos im Flug in Tandemstellung ausgeführt, wobei das Männchen das angekoppelte Weibchen zur passenden Stelle führt. Bei der Eiablage tippt das Weibchen mit der Spitze ihres Abdomens auf die Wasseroberfläche und streift dabei jeweils eines bis mehrere Eier ab. Die Eiablage kann sowohl in Ufernähe als auch in tieferem Wasser erfolgen. Gerne werden auch Algenwatten oder flutende Wasservegetation als Eiablageort benutzt. Die abgelegten Eier überwintern und kommen erst im folgenden Frühjahr zum Schlupf. Einige Arten, beispielsweise Sympetrum flaveolum und Sympetrum sanguineum, legen ihre Eier daher auch in trockene Senken in einiger Entfernung des Wassers ab, die im Frühjahr möglicherweise bzw. wahrscheinlich überschwemmt werden, womit dann der Schlupf des ersten Larvenstadiums (Prolarve) erst möglich wird.[2]

Systematik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Auf Grund der unzureichenden Merkmaldefinition der Gattung gibt es immer wieder Diskussionen über die Abgrenzung der Gattung. So ist unter anderem umstritten ob die Gattung Nesogonia Teil der Heidelibellen sein sollte und ob einige Arten in die Gattung Tarnetrum abgespalten werden sollten. Auch phylogenetische Untersuchungen konnten diesen Punkt noch nicht zufriedenstellend auflösen.[3] Demnach zählen folgende 63 Arten zur Gattung der Heidelibellen:[4]

Referenzen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Henrik Steinmann - World Catalogue of Odonata (Volume II Anisoptera) [S. 467], de Gruyter, 1997, ISBN 3-11-014934-6
  2. a b Jill Silsby: Dragonflies of the World. The National History Museum, 2001, ISBN 0-565-09165-4, S. 168f
  3. a b c Erik M. Pilgrim, Carol D. von Dohlen: Phylogeny of the dragonfly genus Sympetrum (Odonata: Libellulidae). In: Organisms Diversity & Evolution. Band 11, Nr. 3, 30. März 2012, S. 281–295, doi:10.1007/s13127-012-0081-7.
  4. Martin Schorr, Dennis Paulson: World List of Odonata – Libellulidae. In: World List of Odonata (2014). Abgerufen am 30.12.2014.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Heidelibellen – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien