Heidenheim (Mittelfranken)

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen des Marktes Heidenheim
Heidenheim (Mittelfranken)
Deutschlandkarte, Position des Marktes Heidenheim hervorgehoben
Koordinaten: 49° 1′ N, 10° 45′ O
Basisdaten
Bundesland: Bayern
Regierungsbezirk: Mittelfranken
Landkreis: Weißenburg-Gunzenhausen
Verwaltungs­gemeinschaft: Hahnenkamm
Höhe: 529 m ü. NHN
Fläche: 52,29 km²
Einwohner: 2607 (31. Dez. 2015)[1]
Bevölkerungsdichte: 50 Einwohner je km²
Postleitzahl: 91719
Vorwahl: 09833
Kfz-Kennzeichen: WUG, GUN
Gemeindeschlüssel: 09 5 77 140
Marktgliederung: 20 Ortsteile
Adresse der
Marktverwaltung:
Ringstr. 12
91719 Heidenheim
Webpräsenz: www.markt-heidenheim.de
Bürgermeisterin: Susanne Fellner-Köhnlein (CSU/PWG)
Lage des Marktes Heidenheim im Landkreis Weißenburg-Gunzenhausen
Gunzenhausen Absberg Alesheim Muhr am See Bergen (Mittelfranken) Burgsalach Dittenheim Ettenstatt Haundorf Heidenheim (Mittelfranken) Höttingen Langenaltheim Markt Berolzheim Meinheim Nennslingen Pappenheim Pfofeld Polsingen Solnhofen Theilenhofen Treuchtlingen Weißenburg in Bayern Westheim (Mittelfranken) Raitenbuch Pleinfeld Gnotzheim Ellingen Landkreis Donau-Ries Landkreis Roth Landkreis Ansbach Landkreis EichstättKarte
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Heidenheim am Hahnenkamm

Heidenheim (auch: Heidenheim am Hahnenkamm) ist ein Markt mit 2561 Einwohnern (Stand: 31. Dezember 2014) im mittelfränkischen Landkreis Weißenburg-Gunzenhausen und Sitz der Verwaltungsgemeinschaft Hahnenkamm.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Geographische Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Heidenheim liegt im Westen des Landkreises Weißenburg-Gunzenhausen in der Region Westmittelfranken und befindet sich am Hahnenkamm, einem Höhenzug der Fränkischen Alb. Nahe dem Ort befindet sich der 656,4 Meter hohe Dürrenberg, die höchste Erhebung des Landkreises und zweithöchste Mittelfrankens. Weitere Erhebungen auf dem Gebiet der Marktgemeinde sind der Rechenberg, der Heidenheimer Buck, der Rote Berg, der Efferaberg und der Hungerberg. Das Gebiet ist sowohl von Wiesen und Feldern als auch von Wäldern geprägt. Auf dem Gebiet der Gemeinde liegen mehrere Quellen, darunter die der Rohrach, einem Nebenfluss der Wörnitz, die im Süden der Gemeinde durch den Hahnenkammsee fließt. Durch Heidenheim führen mehrere Staatsstraßen. Im Nordosten grenzt die Gemeinde am Gelben Berg, im Südosten an den Berolzheimer Wald.

Die Nachbargemeinden sind:

Gnotzheim Dittenheim Meinheim
Westheim Nachbargemeinden Markt Berolzheim
Polsingen Treuchtlingen

Gemeindegliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Heidenheim besteht aus 20 amtlichen Ortsteilen:[2]

Es existieren folgende Gemarkungen: Degersheim, Hechlingen am See, Heidenheim und Hohentrüdingen.

Natur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Käsrinne

Auf dem Gemeindegebiet von Heidenheim befinden sich sechs vom Bayerischen Landesamt für Umwelt ausgezeichnete Geotope.

Siehe auch: Liste der Geotope im Landkreis Weißenburg-Gunzenhausen

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das im Jahr 752 vom hl. Wunibald gegründete Kloster Heidenheim war Wirkungsstätte der heiligen Walburga. Schirmvögte waren zunächst die Grafen von Truhendingen (Altentrüdingen), später die Herzöge von Bayern, dann die Burggrafen von Nürnberg (Hohenzollern). In der weiteren Folge gelangten Kloster und Siedlung zu den Markgrafen von Ansbach. Das Kloster wurde 1537 im Zuge der Reformation aufgelöst, Heidenheim ist bis heute evangelisch geprägt. Nach dem Dreißigjährigen Krieg wurde der Raum zur neuen Heimat zahlreicher Exulanten aus Österreich, die als Glaubensvertriebene hier Ansiedlungsmöglichkeiten fanden und die wirtschaftlichen und demographischen Kriegsfolgen überwinden halfen.[3] Heidenheim gehörte zum 1791 von Preußen erworbenen Fürstentum Ansbach und lag ab 1500 im Fränkischen Reichskreis. Als Teil Ansbachs fiel Heidenheim im Vertrag von Paris (Februar 1806) durch Tausch an das Königreich Bayern. Im Zuge der Verwaltungsreformen in Bayern entstand mit dem Gemeindeedikt von 1818 die Gemeinde. Schon 1808 wurde der Markt Heidenheim zum Sitz eines Landgerichts älterer Ordnung und war damit vergleichbar mit einer heutigen Kreisstadt. Der Landgerichtsbezirk Heidenheim gehörte zunächst zum Altmühlkreis, ab 1810 zum Oberdonaukreis und ab 1817 zum Rezatkreis, der 1838 in Mittelfranken umbenannt wurde. 1862 wurden die Landgerichte Heidenheim und Gunzenhausen zum Bezirksamt Gunzenhausen (ab 1939 Landkreis Gunzenhausen) zusammengefasst. Damit verlor Heidenheim wieder seinen Status als Bezirkshauptort und Sitz einer unteren staatlichen Verwaltungsbehörde.

Eingemeindungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 1. Juli 1972 wurde im Rahmen der bayrischen Gemeindegebietsreform die bis dahin selbständige Gemeinde Degersheim eingegliedert.[4] Am 1. Mai 1978 kamen Hechlingen und Hohentrüdingen hinzu.[5]

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

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Bevölkerungsentwicklung
Jahr 1840 1900 1925 1950 1961 1970 1987 2000 2005 2009 2011 2014
Einwohner 3314 2808 2623 3148 2597 2404 2538 2735 2536 2384 2347 2561

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Marktgemeinderat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Gemeinderat von Heidenheim setzt sich aus 14 Mitgliedern zusammen; zusätzlich gehört ihm der direkt gewählte Bürgermeister an. Nach der Kommunalwahl vom 16. März 2014 ergab sich folgende Sitzverteilung[6]:

Liste Sitze
CSU-PWG/Freie Wähler Heidenheimer Liste 6
Bürger für Bürger 2
Freie Wählergemeinschaft Hechlingen am See 2
Liste Degersheim Robach 1
Bürgerblock 1
Wählergemeinschaft Hohentrüdingen 2
Gesamt 14

Gemeindefinanzen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Jahr 2009 betrugen die Gemeindesteuereinnahmen 1.801.000 Euro, davon waren (netto) 737.000 Euro Gewerbesteuereinnahmen.

Münster St. Wunibald

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das romanische Münster ist eine dreischiffige Pfeilerbasilika aus dem 12. Jahrhundert. Sie wurde auf den Grundmauern eines älteren Gotteshauses errichtet und besitzt einen großen gotischen Chor.

Die moderne Kirche St. Walburga wurde von dem Münchener Architekten Alexander von Branca in den Jahren 1975 bis 1977 am Westrand des Marktes auf einem kleinen Höhenzug erbaut. Durch das Gotteshaus bleiben die Elemente der kirchlichen Tradition von Heidenheim lebendig. Zugleich begegnen dem modernen Menschen Leitideen benediktinischer Spiritualität neu gestaltet und in der Sprache eines modernen Sakralbaus.

Die Synagoge wurde 1853 an der Stelle einer 1851 abgebrannten älteren Synagoge von Eduard Bürklein errichtet und im November 1938 niedergebrannt. Der Bau wurde später als Lagerhaus genutzt und in den 1980er Jahren abgebrochen und durch ein Bankgebäude ersetzt.

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wirtschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1998 gab es nach der amtlichen Statistik im Bereich der Land- und Forstwirtschaft sechs, im produzierenden Gewerbe 72 und im Bereich Handel und Verkehr 74 sozialversicherungspflichtig Beschäftigte am Arbeitsort. In sonstigen Wirtschaftsbereichen waren 165 Personen sozialversicherungspflichtig beschäftigt. Sozialversicherungspflichtig Beschäftigte am Wohnort gab es insgesamt 868. Im verarbeitenden Gewerbe gab es keinen, im Bauhauptgewerbe vier Betriebe. Im Jahr 2007 bestanden 92 landwirtschaftliche Betriebe mit einer landwirtschaftlich genutzten Fläche von mindestens 2 Hektar, die insgesamt 2.329 Hektar bewirtschafteten; davon waren 1.438 Hektar Ackerfläche und 891 Hektar Dauergrünfläche.

Garnison[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ab den 1970er Jahren war Heidenheim mit der neuerbauten Hahnenkamm-Kaserne Standort des Heeres der Bundeswehr. Die Kaserne lag mit dem zugehörigen Standortübungsplatz einige Kilometer außerhalb der Ortschaft auf einem Bergrücken und stellte einen bedeutenden Wirtschaftsfaktor am Hahnenkamm dar. Zuletzt waren dort zwei Panzerbataillone und eine Panzerpionierkompanie stationiert. 2003 wurde die Kaserne im Zuge der Bundeswehrreform geschlossen, die Panzerbataillone aufgelöst (die Panzer dabei an Polen verkauft) und die Panzerpionierkompanie nach Külsheim verlegt. Nachdem das Gelände einige Jahre brach lag, kaufte ein örtlicher Unternehmer das Areal und produziert dort nun Heizungsanlagen.

Bildung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Jahr 2010 gab es drei Kindergärten mit insgesamt 150 Plätzen, die von 94 Kindern besucht wurden. Im Schuljahr 2009/2010 wurden in der Volksschule 325 Schüler von 22 Lehrkräften unterrichtet.

Freizeit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Naturfreibad Heidenheim

In Heidenheim befindet sich ein Naturfreibad. Es ist direkt am Sportplatz Heidenheim und hat ein Kinderbecken, Kiosk, Liegewiese, Beach-Volleyball-Platz und Tischtennis. Der Eintritt ist frei.[7]

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • hl. Wunibald (701–761), angelsächsischer Missionar und erster Abt von Heidenheim
  • hl. Walburga (um 710–779), Äbtissin von Heidenheim
  • Hugeburc (*730 bis 740, † unbekannt), Nonne im Kloster Heidenheim, Verfasserin der Heiligenviten von Wunibald und Willibald von Eichstätt
  • Lorenz Christoph Mizler (1711–1778), philosophischer Gelehrter und Schriftsteller
  • Wolf Heidenheim (1757–1832), deutsch-jüdischer Gelehrter und Drucker
  • Moses Gutmann (1894–1961), Arzt und Allergologe, 1936 Emigration nach Palästina, Gründer der Israelischen Gesellschaft für Allergologie
  • Waldemar Klink (1894–1979), Chorleiter und Komponist

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Bayerisches Landesamt für Statistik – Tabelle 12411-001: Fortschreibung des Bevölkerungsstandes: Bevölkerung: Gemeinden, Stichtage (letzten 6) vom Juli 2016 (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu).
  2. Heidenheim, M, Bayerische Landesbibliothek Online
  3. Gerhard Beck: Österreichische Exulanten in den Evang.-Luth. Dekanatsgebieten Oettingen und Heidenheim. Nürnberg 2002 (Quellen und Forschungen zur fränkischen Familiengeschichte, 10). ISBN 3-929865-05-X.
  4. Wilhelm Volkert (Hrsg.): Handbuch der bayerischen Ämter, Gemeinden und Gerichte 1799–1980. C. H. Beck, München 1983, ISBN 3-406-09669-7, S. 477.
  5. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. 5. 1970 bis 31. 12. 1982. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart und Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 731.
  6. Bayerisches Landesamt für Statistik und Datenverarbeitung: Kommunalwahlen in Bayern am 16. März 2014. Abgerufen am 24. April 2016.
  7. Freibad Heidenheim (Abgerufen am 22. März 2016)

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Heidenheim (Mittelfranken) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien