Heidenheimer Verkehrsgesellschaft

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Heidenheimer Verkehrsgesellschaft mbH
Heidenheimer Verkehrsgesellschaft 2016.svg
Basisinformationen
Unternehmenssitz Heidenheim
Webpräsenz www.hvg-bus.de
Bezugsjahr 2010
Eigentümer 74,8 % Transdev GmbH,
25,2 % Landkreis Heidenheim
Verkehrsverbund HTV
Mitarbeiter 92, davon 2 Auszubildende
Linien
Bus 20
Anzahl Fahrzeuge
Omnibusse 58
Statistik
Fahrgäste 6,0 Mio. pro Jahr
Fahrleistung 2,4 Mio. km pro Jahr
Einzugsgebiet 627 km²
Einwohner im
Einzugsgebiet
0,137 Mio.
historisches Logo bis 2015
Stadtbus in Heidenheim

Die Heidenheimer Verkehrsgesellschaft mbH (HVG) ist eine Tochtergesellschaft der Transdev GmbH und des Landkreises Heidenheim. Sie dient mit ihren 59 Bussen dem Nahverkehr vor allem im Landkreis Heidenheim, nur zwei Linien führen außerhalb des Kreises. In Heidenheim zeigt sie sich für den Stadtbusbetrieb mit seinen sieben Linien verantwortlich, ein Großteil der elf Überland- und Regionallinien beginnt hier. 70 % der Nahverkehrsleistungen im Landkreis Heidenheim werden durch die HVG erbracht.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Stadtbus der HVG im Stadtteil Schnaitheim

Der Vorgänger der Heidenheimer Verkehrsgesellschaft war die Firma Wahl & Söhne, einst größtes privates europäisches Busunternehmen. Wahl nahm seine ersten Fahrten mit einem 18-sitzigen Ford-Omnibus am 6. August 1926 entlang der Bahnstrecke nach Schnaitheim auf, heute verkehrt dort die Stadtbuslinie 1. Wahl beschaffte zwei Monate nach Betriebsaufnahme einen zweiten Omnibus, deren Zahl stieg durch weitere Linien und steigende Fahrgastzahlen weiter.

Weitere Linien wurden zur Voithsiedlung, nach Oggenhausen und wieder entlang der Bahnstrecke nach Mergelstetten in Betrieb genommen. Dank des ab 1930 sich durchsetzenden Berufsverkehrs und geschickter Fahrplananlegung konnte das Unternehmen seine Spitzenstellung weiter ausbauen. Wahl legte seine Fahrten beispielsweise so, dass er kurz vor den Postbussen abfuhr und so die Fahrgäste in seine Busse brachte, während die Postbusse noch auf die Postsendung der Bahn warten mussten und nur schwachbesetzt zu ihren Zielen aufbrachen.

Wahl versuchte zu Anfang des dritten Reiches, nicht nur der Eisenbahn im Brenztal Konkurrenz zu machen, sondern bot von Heidenheim ausgehend über Weißenstein und Göppingen direkte Fahrten nach Stuttgart zu wesentlich billigeren Preisen als die damalige Deutsche Reichsbahn an. Die Busse waren dementsprechend gut gefüllt, jedoch wurden der Firma diese Fahrten untersagt. Als Umgehung des Verbotes wurden die Fahrten in benachbarte Städte wie Cannstatt oder Untertürkheim angeboten, von wo aus die Reisenden dann mit der Straßenbahn ihr Ziel erreichen konnten. Doch auch diese Umgehung des Verbots wurde Wahl untersagt, die Busse von der Polizei zwischen Göppingen und Stuttgart beschlagnahmt, die Reisenden wie Gefangene verhört. Wahl gab die Fahrten auf. Während des Krieges wurden die Fahrzeuge und Mitarbeiter der Firma zum Kriegsdienst eingezogen und mussten teilweise Fahrdienste für die Post leisten.

Nach dem Krieg wuchs die Bevölkerung der Stadt Heidenheim sowie des Landkreises durch zahlreiche Flüchtlinge stark an, ein Nahverkehrssystem war notwendig geworden. Die Firma Wahl erkannte die Situation und baute ein innerstädtisches Liniennetz sowie einige Überlandlinien auf. Im Jahr 1987 musste die Firma Wahl allerdings Insolvenz anmelden. Aus der Konkursmasse des Unternehmens wurde am 1. Mai 1987 von der Württembergischen Eisenbahn-Gesellschaft und dem Landkreis Heidenheim die Heidenheimer Verkehrsgesellschaft mbH gegründet. Zuvor waren die Linienverkehre vom Landkreis ausgeschrieben worden, um einen Partner zu finden, der ihm ein weitreichendes Mitspracherecht ermöglichte. Seit Mitte der 90er-Jahre erwirtschaftet die HVG alljährlich Überschüsse.

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Landkreis Heidenheim bedient die HVG elf Überland- und Regionallinien sowie in der Stadt Heidenheim sieben Stadtbuslinien. Ein weiteres, weitaus kleineres Stadtbussystem wird in Giengen betrieben. Das Stadtbussystem in Heidenheim wurde am 23. Mai 2003 feierlich in Betrieb genommen. Herzstück der sieben Stadtbuslinien ist die Zentrale Omnibushaltestelle, kurz ZOH.

Stadtbus der HVG
Überlandbus der HVG
Die Zentrale Omnibushaltestelle in Heidenheim mit Stadtbussen

Linien[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Übersicht der HVG-Buslinien
Linie Linienweg
1 ZOH – Heckental – Zanger Berg – Heckental – ZOH – Schnaitheim – Wehrenfeld – Schnaitheim – ZOH
2 ZOH – Reute – Zanger Berg – Galgenberg – ZOH – Haintal – Hansegisreute – Haintal – ZOH
3 ZOH – Haintal – Altheim – Haintal – ZOH – Galgenberg – Zanger Berg – Reute – ZOH
4 ZOH – Mergelstetten – Erbisberg – ZOH – Oststadt – Osterholz – Oststadt – ZOH
5 ZOH – Reutenen – ZOH – Mittelrain – ZOH (Direktlinie, nur zu Stoßzeiten)
6 ZOH – Mergelstetten – Reutenen – Klinikum – ZOH – Galgenberg – Mittelrain – Ziegeläcker – ZOH
7 ZOH – Ziegeläcker – Mittelrain – Galgenberg – ZOH – Klinikum – Schloßhau – Reutenen – Mergelstetten – ZOH
30 Heidenheim – Steinheim
40 Heidenheim – Itzelberg – Königsbronn – Ochsenberg
41 Heidenheim – Itzelberg – Königsbronn – Zang / Heidenheim – Zang (– Königsbronn)
42 Heidenheim – Itzelberg – Königsbronn – Oberkochen (HVZ-Verstärker; Abschnitt Königsbronn – Oberkochen nur für Mitarbeiter Fa. Zeiss)
50 Heidenheim – Nattheim
51 Heidenheim – Nattheim – Steinweiler – Auernheim – Neresheim – Ohmenheim – Kösingen – Schweindorf
52 Heidenheim (– Nietheim) – Großkuchen – Kleinkuchen – Steinweiler – Auernheim – Neresheim (fährt ab Neresheim auch weiter als Linie 51 nach Schweindorf)
60 Heidenheim – Mergelstetten – Bolheim – Herbrechtingen
61 Heidenheim – Mergelstetten (– Bolheim– Herbrechtingen) – Giengen
62 Giengen – Hohenmemmingen (– Sachsenhausen) – Bachhagel – Landhausen – Ballhausen – Altenberg – Staufen
65 Stadtverkehr Giengen Bahnhof – Schleife Südstadt – Bahnhof – Schleife Schießberg/Rechbergwanne – Bahnhof – Schleife Memminger Wanne – Bahnhof
68 Heidenheim – Oggenhausen – Nattheim/Staufen (Firma Ostertag im Auftrag der HVG)
70 Heidenheim – Bolheim – Dettingen – Heuchlingen – Heldenfingen – Gerstetten

Fahrzeuge[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im aktuellen Fahrzeugbestand befinden sich 58 Busse fast aller großen Hersteller. Etwa zwei Drittel des Fahrzeugparks bestehen aus Niederflurbussen der Typen Mercedes-Benz Citaro und Citaro G, MAN A20, A21 und A23, Setra S 319 NF, Neoplan N 4411, N 4516 und N 4522 sowie Solaris Urbino 12 und Urbino 18. An Hochflurfahrzeugen befinden sich die Typen Mercedes-Benz O 405 G, Setra S 315 UL, SG 321 UL, S 415 GT und S 415 UL im Bestand. Die letzten Jahre wurde der Fuhrpark durch Fahrzeuge des Typs MAN Lion's City und Lion's City G erweitert. Seit Neuestem befindet sich ein Hybridbus des schweizerischen Herstellers Hess im Fuhrpark.

Quellen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Uwe Siedentop: Die Brenztalbahn. Verlag Uwe Siedentop, Heidenheim (Brenz) 1984.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]